Krypto-Skandal in UK: Ermittlungen gegen Tether-Investor


In den aktuellen UK Crypto News steht Christopher Harborne, ein bedeutender Anteilseigner von Tether und Bitfinex, im Zentrum zweier regulatorischer Untersuchungen. Grund dafür sind Zahlungen von rund 30 Millionen Pfund in die britische Politik. Darunter befindet sich ein nicht deklariertes persönliches Geschenk in Höhe von 5 Millionen Pfund an Nigel Farage vor der Parlamentswahl 2024, was Harborne zum größten Einzelspender in der politischen Geschichte Großbritanniens macht.
Sowohl der parlamentarische Kommissar für Standards als auch die Wahlkommission haben formelle Ermittlungen eingeleitet. Parallel dazu gibt es Vorwürfe, Farage habe sein parlamentarisches Mandat genutzt, um Lobbyarbeit gegen ein digitales Pfund zu betreiben, das in direktem Wettbewerb zu Harbornes Krypto-Interessen stünde.
Das 5-Millionen-Pfund-Geschenk, das Farage vor seinem Einzug ins Parlament erhielt, wurde entgegen der Vorschrift 5 des Verhaltenskodex für Abgeordnete nicht gemeldet. Laut Berichten von Al Jazeera kommen diese Gelder zu den mehr als 25 Millionen Pfund hinzu, die Harborne seit 2019 direkt an die Partei Reform UK und deren Vorgänger gespendet hat. Diese Zuwendungen machen etwa zwei Drittel der gesamten Finanzierung von Reform UK seit ihrer Gründung aus.
Farage bezeichnete die 5 Millionen Pfund als bedingungsloses, unpolitisches persönliches Geschenk, das er für seine lebenslange Sicherheit benötige, und weist jegliches Fehlverhalten von sich. Am 7. Juli 2026 legte er sein Mandat nieder und stilisierte die daraus resultierende Nachwahl in Clacton als Kampf gegen „das Establishment“.
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UK Crypto News: Der Interessenkonflikt um den „Britcoin“
Die strukturell bedeutendere Anschuldigung liegt an der Schnittstelle zwischen Krypto-Lobbying und Zentralbankpolitik. Farage nutzte im September 2025 ein Treffen mit dem Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, um gegen Pläne für eine staatliche digitale Währung (CBDC) – den sogenannten Britcoin – zu intervenieren. Ein solcher Britcoin würde direkt mit privat emittierten Stablecoins wie Tether konkurrieren.
Die Bank of England bestätigte gegenüber Al Jazeera, dass noch keine endgültige Entscheidung über das digitale Pfund gefallen sei. Für Trader, die die Regulierung von Stablecoins verfolgen, bleibt diese Entscheidung eine der folgenreichsten ausstehenden politischen Weichenstellungen im britischen Markt.
Der Labour-Abgeordnete Phil Brickell, Vorsitzender der parteiübergreifenden Gruppe für Korruptionsbekämpfung, reichte im Juli 2026 eine formelle Beschwerde beim Standard-Kommissar ein. Harbornes finanzielles Interesse an der Marktposition von Tether gegenüber einer staatlich gestützten Digitalwährung ist unmittelbar gegeben.
Berichten zufolge hält er einen wirtschaftlichen Anteil von etwa 12 % an Tether. Der Stablecoin-Emittent erwirtschaftet bei einem Umlaufvolumen von rund 184 Milliarden USDT einen jährlichen Gewinn von etwa 10 Milliarden US-Dollar. Analysten zufolge ist die ideologische Übereinstimmung zwischen Farage, Reform UK und Krypto-Unterstützern wie Harborne kein Zufall. Die Ökonomin Frances Coppola beschrieb die politischen Grundlagen von Krypto gegenüber Al Jazeera als „im Wesentlichen Anarcho-Kapitalismus“ – eine Ablehnung zentralisierter Bankensysteme und demokratischer Kontrolle über Geldmengen.
Bereits spürbare politische Schäden
In weiteren UK Crypto News erklärte Sam Power, Experte für politische Finanzierung an der University of Bristol, gegenüber Al Jazeera, dass Farage und Reform UK in „erheblichen Schwierigkeiten“ stecken. Der Spendenskandal um Harborne schadete der Partei bereits bei der Nachwahl in Makerfield, wo ihr Kandidat gegen den neuen Premierminister Andy Burnham verlor.
Powers Analyse zufolge sind die Kernwähler von Reform UK (etwa 20 %) zwar loyal, doch die zusätzlichen 10 %, die die Partei für einen Sieg bei Parlamentswahlen benötigt, würden bereits „dahinschmelzen“. Die Verbindung zu Tether verschärft das Reputationsrisiko zusätzlich.
Ein Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung aus dem Jahr 2024 kam zu dem Schluss, dass Tether die „bevorzugte Wahl für Krypto-Geldwäscher“ in Südostasien sei. Zudem wurde der Stablecoin mit Menschenhandel in Kambodscha und großflächigem Betrug in Verbindung gebracht – Vorwürfe, die Tether bestreitet. David Gerard, Autor des Blogs „Pivot to AI“, betonte gegenüber Al Jazeera, dass Tether die Infrastruktur der Wahl für Betrugsnetzwerke bleibe.
Das Muster, bei dem politische Krypto-Spenden die Gesetzgebung beeinflussen, beschränkt sich nicht auf das Vereinigte Königreich. Auch in den USA geraten Ethikbestimmungen in der Krypto-Gesetzgebung durch branchennahe Gelder unter Druck, wobei Interessenkonflikte zwischen Krypto-Finanzierung und politischer Entscheidungsfindung bereits das Interesse des Justizministeriums in Washington geweckt haben.
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