Goldman Sachs steigt mit eigenem Bitcoin-Produkt ins ETF-Rennen ein
Nachdem der Wall-Street-Riese Goldman Sachs lange Zeit lediglich als Käufer von Bitcoin-ETFs anderer Anbieter wie BlackRock oder Fidelity auftrat, hat das Institut am 14. April 2026 den nächsten strategischen Schritt vollzogen. Die Bank, die ein Vermögen von rund 3,6 Billionen US-Dollar verwaltet, reichte bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Prospekt für den „Goldman Sachs Bitcoin Premium Income ETF“ ein. Damit folgt Goldman dem Beispiel von Morgan Stanley und etabliert sich nun selbst als Emittent im Krypto-Sektor.
Die Strategie: Indirektes Exposure und Optionsprämien
Der geplante Fonds ist kein klassischer Spot-ETF, der Bitcoin direkt kauft und verwahrt. Stattdessen sieht das Konzept vor, mindestens 80 Prozent des Nettovermögens in Instrumente mit Bitcoin-Bezug zu investieren, wobei primär Anteile bereits existierender Spot-ETFs erworben werden. Der entscheidende Zusatz „Premium“ im Namen des Fonds rührt von einer speziellen Ertragsstrategie her: Goldman Sachs plant den Verkauf von Call-Optionen auf diese Bestände. Durch diese sogenannten Covered-Call-Strategie sollen regelmäßige Prämieneinnahmen generiert werden, um den Anlegern ein laufendes Einkommen zu ermöglichen.
Portfoliomanagement und regulatorischer Kontext
Die Verwaltung des neuen Anlageprodukts wird von Goldman Sachs Asset Management (GSAM) übernommen. Als verantwortliche Portfoliomanager wurden Raj Garigipati, Oliver Bunn und Sergio Calvo de Leon benannt. Obwohl der Fonds Bitcoin nicht physisch hält, bietet er institutionellen Anlegern eine hochgradig regulierte Möglichkeit, an der Wertentwicklung des digitalen Assets teilzuhaben und gleichzeitig von der Volatilität durch Optionsprämien zu profitieren. Ein konkreter Handelsplatz sowie das Kürzel (Ticker) für den ETF wurden bisher noch nicht bekannt gegeben.
Marktreaktion und Wettbewerb an der Wall Street
Der Vorstoß von Goldman Sachs erfolgt in einem Marktumfeld, in dem die institutionelle Akzeptanz von Bitcoin neue Höchststände erreicht. Erst kurz zuvor feierte Morgan Stanley das Debüt eines eigenen Spot-Bitcoin-ETFs, der bereits am ersten Handelstag beachtliche Zuflüsse generieren konnte. Die Nachricht über den Einstieg von Goldman Sachs wirkte sich unmittelbar positiv auf den Markt aus: Der Bitcoin-Kurs verzeichnete am Tag der Einreichung ein Plus von vier Prozent und kletterte auf rund 74.800 US-Dollar. Damit unterstreicht die Bank ihre Absicht, nicht länger nur passiver Beobachter, sondern aktiver Gestalter im Bereich der digitalen Assets zu sein.
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