Ethereum News: Vitalik Buterin kündigt Privacy-Wandel an
Privacy wurde in den vergangenen Monaten zu einem der meistgespielten Narrative am Kryptomarkt. Dabei standen nicht nur klassische Pure Plays wie Zcash oder Monero im Fokus, sondern zunehmend auch Ethereum. Denn dort wächst der Anspruch, Datenschutz nicht nur über externe Tools oder einzelne Apps abzubilden, sondern tiefer in Wallets, Transaktionen und Zugriffsstrukturen zu integrieren.
Nun hat Vitalik Buterin erneut betont, dass Ethereum kurzfristig in Richtung „native Privacy“ verschoben werden soll. Gemeint ist: Privatsphäre soll weniger optionales Zusatzprodukt sein, sondern schrittweise ein natürlicher Bestandteil der Ethereum-Nutzung werden.
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Vitalik Buterin nennt drei Bausteine für mehr native Privacy
Vitalik Buterin verweist in seinem aktuellen Beitrag auf drei kurzfristige Maßnahmen, mit denen Ethereum stärker in Richtung nativer Privatsphäre entwickelt werden soll. Der erste Punkt ist AA + FOCIL. AA steht für Account Abstraction und soll Wallets flexibler machen, während FOCIL für stärkere Inklusionsgarantien sorgen soll. Entscheidend ist hier: Privacy-Transaktionen sollen nicht als Sonderfall behandelt werden, sondern „first-class“ funktionieren. Damit wären private Transaktionen besser in die normale Ethereum-Infrastruktur eingebettet und weniger abhängig von einzelnen Relayern oder unsicheren Umwegen. Buterin hatte bereits zuvor betont, dass Ethereum Privacy „unbedingt“ bereitstellen müsse und das heutige Modell zu stark auf freiwillige Zusatzlösungen setzt.
Der zweite Punkt sind keyed nonces. Nonces regeln bei Ethereum grundsätzlich die Reihenfolge und Einmaligkeit von Transaktionen. Keyed nonces würden mehr Flexibilität schaffen, etwa damit verschiedene Transaktionsströme eines Accounts sauberer getrennt werden können. Das kann gerade für Account Abstraction, private Zahlungen und bessere Wallet-UX wichtig werden.
Drittens nennt Buterin Access-Layer-Arbeit, konkret Kohaku und private Reads. Kohaku wurde als Privacy-Toolkit für Ethereum-Wallets vorgestellt und soll Entwicklern Bausteine liefern, um private Wallet-Infrastruktur einfacher umzusetzen. Dazu gehören laut Berichten unter anderem Privacy Pools, Railgun-Integration, Stealth-Address-Ansätze und ZK-Proofs.
Wichtig ist dabei auch der Begriff private Reads: Es reicht nicht, nur Transaktionen zu verschleiern. Auch das reine Abfragen von Kontoständen, Dapp-Daten oder Wallet-Informationen kann Metadaten offenlegen. Genau deshalb arbeitet die Ethereum Foundation laut Roadmap an privaten Writes, privaten Reads und privatem Proving.
Vitalik Buterin will Ethereum-Privacy massiv skalieren
Bereits vor rund zwei Wochen sorgte Vitalik Buterin mit einem weiteren Privacy-Vorstoß für Aufmerksamkeit. Damals erklärte der Ethereum-Mitgründer, dass sogenannte „keyed nonces“ nicht nur die Privatsphäre verbessern, sondern zugleich auch ein großes Skalierungsproblem lösen könnten. Konkret geht es um sogenannte Nullifier – spezielle Datensätze, die bei Privacy-Protokollen verwendet werden, um sicherzustellen, dass eine private Transaktion nicht doppelt ausgegeben wird.
Laut Buterin könnten dedizierte Speicherbereiche für diese Nullifier langfristig bis zu 500 Milliarden Einträge über einen Zeitraum von acht Jahren verwalten, ohne die Dezentralisierung von Ethereum massiv zu belasten. Das wäre ein wichtiger Schritt, denn klassische Ethereum-State-Daten wachsen kontinuierlich und könnten langfristig Hunderte Terabyte groß werden. Genau das gilt seit Jahren als eines der größten Infrastrukturprobleme für Full Nodes und Validatoren.
Der entscheidende Unterschied: Nullifier besitzen laut Buterin eine vorhersehbare Struktur. Dadurch lassen sie sich deutlich effizienter speichern und verwalten als allgemeine Zustandsdaten im Ethereum-State. Technologien wie Sharding oder Bloom-Filter könnten diese Datenmengen daher besser skalieren.
Im Kern arbeitet Ethereum damit zunehmend an spezialisierter Infrastruktur statt an einem einzigen universellen Datensystem. Buterin sieht dies als frühen Schritt hin zu modularen Speicherlösungen, die gezielt für Privacy-Anwendungen optimiert werden. Das passt auch zu den jüngsten Aussagen rund um native Privacy, private Reads und Account Abstraction. Ethereum versucht damit, Datenschutz langfristig tiefer in die Basisschicht und Wallet-Infrastruktur zu integrieren – ohne die Skalierbarkeit des Netzwerks zu opfern.
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