Ex-Meta-Entwickler warnt: Diese zwei Zeitbomben könnten Bitcoin zerstören

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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Bitcoin bleibt fest im Bärenmarkt gefangen. Mit einem Kursrückgang von rund 50 Prozent gegenüber dem Allzeithoch ist der übergeordnete Abwärtstrend weiterhin intakt. Käufer zeigen bislang kaum nachhaltige Stärke, während Skepsis, Angst und fehlendes Momentum das Marktbild prägen. In diesem Umfeld nehmen auch kritische Diskussionen über Bitcoins Zukunft deutlich zu.

Dabei vermischen sich berechtigte Risiken häufig mit übertriebenem FUD und sachlich falschen Behauptungen. Nun warnt jedoch Patrick Shyu, ein ehemaliger Entwickler bei Google und Meta, vor zwei langfristigen „Zeitbomben“. Seiner Ansicht nach könnten Quantencomputer und die schwindenden Einnahmen der Miner sogar Bitcoins grundlegende Sicherheit gefährden.

Risiko 1: Können Quantencomputer Bitcoin-Wallets knacken?

Patrick Shyu sieht die erste große Gefahr in der rasanten Entwicklung von Quantencomputern. Bitcoin schützt Guthaben mithilfe kryptografischer Verfahren. Nutzer beweisen durch eine digitale Signatur, dass sie den privaten Schlüssel zu ihren Coins besitzen. Bei Bitcoin kommen dafür insbesondere ECDSA- und Schnorr-Signaturen auf Basis elliptischer Kurven zum Einsatz.

Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte theoretisch den sogenannten Shor-Algorithmus verwenden, um aus einem öffentlich sichtbaren Schlüssel den dazugehörigen privaten Schlüssel zu berechnen. Ein Angreifer könnte anschließend eine gültige Signatur erzeugen und die betroffenen Bitcoin an eine eigene Adresse übertragen. Besonders gefährdet wären Guthaben, deren öffentliche Schlüssel bereits dauerhaft auf der Blockchain offengelegt wurden. Bei vielen modernen Adresstypen wird der öffentliche Schlüssel dagegen erst beim Ausgeben sichtbar.

Das bedeutet jedoch nicht, dass heutige Quantencomputer bereits Bitcoin knacken können. Dafür wären fehlertolerante Systeme mit sehr vielen zuverlässigen Qubits erforderlich. Wann solche Maschinen existieren, ist stark umstritten. Dennoch ist das Risiko ernst genug, um frühzeitig eine Migration vorzubereiten. Denn Bitcoin lässt sich aufgrund seiner dezentralen Struktur nicht durch ein einzelnes Unternehmen kurzfristig aktualisieren.

Shyus Behauptung, es existiere überhaupt kein Plan, greift allerdings zu kurz. Mit BIP 360 wird bereits ein neuer Output-Typ diskutiert, der den quantenanfälligen Taproot-Key-Path entfernt und langfristig die Integration quantensicherer Signaturen erleichtern soll. BIP 361 beschreibt ergänzend eine mögliche schrittweise Migration weg von gefährdeten Signaturverfahren. Die Entwickler diskutieren zudem konkrete Aktivierungsmechanismen und technische Kompromisse. Ein endgültiger Konsens oder verbindlicher Zeitplan fehlt zwar, doch die Bitcoin-Community ignoriert das Thema keineswegs.

Das eigentliche Risiko besteht deshalb weniger in einem unmittelbar bevorstehenden Angriff. Problematisch wäre vielmehr, wenn die technologische Entwicklung schneller voranschreitet als Bitcoins langsamer Abstimmungs- und Migrationsprozess.

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Risiko 2: Was passiert, wenn sich Bitcoin-Mining nicht mehr lohnt?

Die zweite „Zeitbombe“ betrifft das wirtschaftliche Fundament des Bitcoin-Netzwerks. Miner investieren Hardware, Strom und Kapital, um Transaktionen zu bestätigen und die Blockchain gegen Angriffe abzusichern. Als Gegenleistung erhalten sie die Blocksubvention aus neu geschaffenen Bitcoin sowie die Transaktionsgebühren der Nutzer.

Die Blocksubvention halbiert sich ungefähr alle vier Jahre. Seit dem Halving 2024 beträgt sie 3,125 BTC pro Block. Voraussichtlich 2028 sinkt sie auf 1,5625 BTC. Langfristig nähert sie sich vollständig null, während insgesamt maximal 21 Millionen Bitcoin existieren können. Mittlerweile wurden bereits mehr als 95 Prozent dieser Gesamtmenge erzeugt.

Das System setzt deshalb langfristig darauf, dass Transaktionsgebühren zunehmend die entfallende Subvention ersetzen. Shyu bezweifelt, dass dieser Gebührenmarkt groß genug wird. Bleiben die Gebühren niedrig und steigt der Bitcoin-Preis nicht ausreichend, könnten immer mehr Miner unrentabel werden und ihre Geräte abschalten. Dadurch würde die Hashrate sinken. Ein Angreifer benötigte dann weniger Rechenleistung, um das Netzwerk zu attackieren.

Die von Shyu beschriebene „Todesspirale“ ist allerdings kein automatischer Vorgang. Bitcoin passt seine Mining-Schwierigkeit ungefähr alle 2.016 Blöcke an. Schalten Miner ab, sinkt nach der nächsten Anpassung die Schwierigkeit, wodurch das Mining für verbleibende Betreiber wieder attraktiver werden kann. Zudem können ein höherer Bitcoin-Preis, effizientere Maschinen und günstigere Energie die sinkende Blocksubvention teilweise kompensieren.

Dennoch bleibt der langfristige Security-Budget-Konflikt real. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein ausschließlich gebührenfinanziertes System neue Anreize für strategisches oder unehrliches Mining schaffen könnte. Gleichzeitig schwanken Gebühren stark: In Phasen hoher Nachfrage können Ordinals, Runes oder andere Anwendungen erhebliche Einnahmen erzeugen, während ruhige Marktphasen kaum Gebühren liefern.

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