Der wahre Grund hinter Bitcoins jüngster Rallye
Bitcoin zeigt sich auf Wochensicht leicht fester und gewinnt rund ein Prozent hinzu. Nach einer längeren Phase der Seitwärtsbewegung konnte sich der Kurs zuletzt etwas nach oben lösen und näherte sich der Marke von 80.000 US-Dollar. Dort kam es jedoch erneut zu deutlicher Ablehnung, was die Unsicherheit am Markt unterstreicht.
Dennoch hat sich Bitcoin vom jüngsten Verlaufstief bereits um rund 33 Prozent erholt. Die Frage bleibt: Was treibt diese Rallye aktuell an? Der Bitwise-CIO Matt Hougan liefert eine klare Erklärung und sieht einen zentralen Treiber hinter der jüngsten Kursentwicklung.
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Strategy als zentraler Kurstreiber: Die Rolle von STRC
Laut Matt Hougan ist die jüngste Bitcoin-Rallye maßgeblich auf die aggressiven Käufe von Strategy zurückzuführen. In den vergangenen acht Wochen hat das Unternehmen Bitcoin im Wert von rund 7,2 Milliarden US-Dollar erworben – mehr als jeder andere Marktteilnehmer. Zwar spielen auch andere Faktoren wie ETF-Zuflüsse in Höhe von etwa 3,8 Milliarden US-Dollar seit März sowie verstärkte Käufe durch langfristige Investoren eine Rolle, doch Strategy sticht als dominanter Käufer heraus.
Finanziert werden diese Käufe über ein spezielles Finanzinstrument namens STRC – eine Form von „perpetual preferred stock“, also eine unbefristete Vorzugsaktie. Dieses Instrument kombiniert Eigenschaften von Anleihen und Aktien und bietet Investoren aktuell eine Rendite von rund 11,5 Prozent jährlich. Strategy versucht dabei, den Preis der Aktie stabil bei 100 US-Dollar zu halten, indem die Dividendenrendite flexibel angepasst wird. Fällt der Kurs unter diese Marke, wird die Rendite erhöht, um neue Käufer anzuziehen.
Von STRC in Bitcoin
Der entscheidende Punkt: Das durch STRC eingesammelte Kapital wird überwiegend direkt in Bitcoin investiert. Damit entsteht ein Mechanismus, bei dem Kapitalzuflüsse in STRC unmittelbar zu zusätzlicher Nachfrage am Bitcoin-Markt führen. Kritiker könnten hier Parallelen zu fragwürdigen Finanzstrukturen sehen, doch Hougan betont, dass die Konstruktion durch reale Vermögenswerte gedeckt ist. Strategy hält derzeit Bitcoin im Wert von rund 63 Milliarden US-Dollar bei gleichzeitig deutlich geringeren Verpflichtungen von etwa 21 Milliarden US-Dollar.
Die Nachhaltigkeit dieses Modells hängt stark von der Bitcoin-Performance ab. Sollte der Kurs langfristig steigen – etwa um durchschnittlich 20 Prozent pro Jahr – könnte Strategy seine Dividendenverpflichtungen dauerhaft bedienen. Gleichzeitig besteht jedoch ein Risiko: Je mehr STRC ausgegeben wird, desto größer wird die finanzielle Belastung. Entscheidend ist daher das Verhältnis von Verbindlichkeiten zu Bitcoin-Bestand. Aktuell liegt dieses bei rund 33 Prozent, was laut Hougan noch Spielraum für weitere Kapitalaufnahmen von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar lässt.
Vor dem Hintergrund attraktiver Renditen im Vergleich zu traditionellen Anleihen und der starken Nachfrage institutioneller Investoren dürfte Strategy diesen Weg weitergehen. Genau das könnte auch in Zukunft ein entscheidender Treiber für die Bitcoin-Nachfrage – und damit den Kurs – bleiben.
STRC im Detail: Hohe Rendite, stabile Struktur und starke Nachfrage
Ein Blick auf die aktuellen Kennzahlen von STRC zeigt, warum dieses Instrument derzeit eine zentrale Rolle im Markt spielt. Die von Strategy emittierte Vorzugsaktie notiert mit 99,86 US-Dollar nahezu exakt am Zielwert von 100 US-Dollar. Dieses Preisniveau ist kein Zufall, sondern Teil des Designs: Über Anpassungen der Dividendenrendite wird der Kurs aktiv stabilisiert.

Besonders auffällig ist die effektive Rendite von 11,52 Prozent – ein Wert, der deutlich über klassischen Anleiherenditen liegt und damit für institutionelle Investoren attraktiv erscheint. Gleichzeitig liegt der risikofreie Zinssatz nur bei 3,7 Prozent, was die Renditedifferenz nochmals unterstreicht. Auch die Marktdaten zeigen eine hohe Akzeptanz: Mit einer Marktkapitalisierung von rund 8,5 Milliarden US-Dollar und einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von über 375 Millionen US-Dollar ist STRC ein liquides Instrument.
Die Volatilität bleibt vergleichsweise moderat, mit nur 3,1 Prozent auf 30-Tage-Sicht und 12,8 Prozent auf Jahressicht. Das spricht für eine gewisse Stabilität trotz der indirekten Bitcoin-Exponierung. Gleichzeitig zeigen die Korrelationen – etwa 61 Prozent zu Bitcoin und 67 Prozent zu MSTR – dass STRC eng mit dem Kryptomarkt verbunden bleibt.
Insgesamt ergibt sich ein hybrides Profil: hohe Rendite, kontrollierte Volatilität und direkte Verknüpfung mit der Bitcoin-Nachfrage – ein entscheidender Faktor für die aktuelle Marktdynamik.
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