Coinbase formt eine Plattform für Spot, Futures und Optionen
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Coinbase plant, Coinbase Pro bis zum Jahresende zurückzubringen, und hat die Integration der Derivatebörse Deribit abgeschlossen. Damit bündelt der Konzern Spot-, Futures-, Perpetuals- und Optionsangebote stärker unter einer globalen Börsenstruktur.
Die Angaben gehen auf Coinbase zurück und wurden von Traders Union unter Berufung auf The Block berichtet. Die Integration schafft nach Unternehmensdarstellung die Coinbase Global Exchange; verschiedene Zugänge werden jedoch erst schrittweise freigeschaltet.
Coinbase bündelt Derivate und kündigt Pro-Rückkehr an
Coinbase Financial Markets, die US-amerikanische Futures-Kommissionärsgesellschaft des Konzerns, soll US-amerikanische und internationale Krypto-Derivatemärkte in einem regulierten Liquiditätspool verbinden. Coinbase verweist dafür auf Leitlinien der US-Terminmarktaufsicht CFTC aus dem Mai. Die geplante Struktur soll institutionellen Kunden einen Zugang über Coinbase Prime ermöglichen, der bislang häufig Offshore-Gesellschaften, mehrere Gegenparteien und getrennte Handelsplätze erforderte.
Das Onboarding für US-Institutionen ist geöffnet; der Handel mit Deribit-Optionen wird nach Angaben des Unternehmens in den kommenden Wochen erwartet. Berechtigte Kunden außerhalb der USA sollen ebenfalls in den kommenden Wochen Optionen nutzen können, während der Zugang für US-Retailkunden erst später im Jahr vorgesehen ist. Diese Zeitpläne markieren unterschiedliche Rollout-Stufen und bedeuten nicht, dass sämtliche Produkte bereits verfügbar sind.
Die neu aufgebaute Pro-Plattform soll schnelleres Order-Routing, verbesserte Ausführungsabläufe und erweiterte Werkzeuge für aktive Händler bieten. Hinzukommen soll Spot-Margin-Handel: Berechtigte Nutzer könnten ausgewählte große Assets mit bis zu zehnfacher Hebelwirkung handeln, bei anderen unterstützten Assets sind bis zu fünffache Hebel vorgesehen. Die neue Gebührenstruktur setzt bei 10.000 US-Dollar qualifizierendem Handelsvolumen an und berücksichtigt Spot- sowie Derivatehandel.
Die Regulierung bleibt dabei ein zentraler Teil der Konstruktion: Der Zugang zu gehebelten Produkten hängt von Zulassung, Kundengruppe und jeweiligem Markt ab. Die regulatorischen Anforderungen an Krypto-Handelsplätze sind deshalb auch für die Reichweite dieses Modells entscheidend.
Vom eingestellten Pro zur gemeinsamen Handelsplattform
Coinbase stellte das ursprüngliche Coinbase Pro 2022 ein, nachdem fortgeschrittene Handelsfunktionen in die Haupt-App verlagert worden waren. Die Migration zu Coinbase Advanced wurde im November 2023 abgeschlossen. Die geplante Rückkehr von Pro ist damit weniger eine einfache Wiederherstellung der alten Oberfläche als Teil einer breiteren Neuordnung des Handelsangebots.
Coinbase beschreibt eine Plattform, auf der institutionelle Kunden Spot, Futures, Perpetuals und Optionen mit Verwahrung, Finanzierung und Staking verbinden können. In den kommenden Wochen sollen zudem Deribit-gestützte Optionen, Spot-Margin und einheitliche Portfolios ausgerollt werden. Solche gebündelten Dienste stehen im größeren Kontext des Ausbaus institutioneller Handelsinfrastruktur, bei der Liquidität und Abwicklung über einzelne Produkte hinaus an Bedeutung gewinnen.
Rollout statt sofortiger Vollzugang
Für aktive Händler liegt der praktische Unterschied in der Zusammenführung von Märkten und Werkzeugen: Routing, Matching und Portfolioverwaltung sollen stärker ineinandergreifen. Coinbase nennt außerdem eine neue Matching Engine und ein verkürztes Onboarding. Zusammen mit erweiterten Trading-Funktionen zielt das Angebot auf Nutzer mit höherem Handelsvolumen und komplexeren Strategien.
Die strukturelle Neuausrichtung ist angekündigt, ihre tatsächliche Reichweite hängt aber vom jeweiligen Produktstart und der Kundengruppe ab. Als nächste Etappen stehen der erwartete Optionshandel für US-Institutionen und berechtigte Kunden außerhalb der USA in den kommenden Wochen sowie der spätere Zugang für US-Retailkunden im laufenden Jahr an. Erst der Rollout wird zeigen, wie geschlossen die globale Plattform im operativen Handel tatsächlich funktioniert.