Krypto-Experte Lark Davis nennt vier unterbewertete Coins

Anleger suchen am Kryptomarkt immer wieder nach Coins, deren fundamentale Entwicklung noch nicht vollständig im Kurs berücksichtigt sein könnte. Besonders interessant erscheinen dabei Projekte, die bereits reale Nutzer, steigende Umsätze oder funktionierende Mechanismen zur Wertsteigerung des eigenen Tokens vorweisen. Der Kryptoanalyst Lark Davis hat nun vier Top-100-Coins identifiziert, die er gemessen an ihren Geschäftsmodellen, Einnahmen und Marktpositionen für deutlich unterbewertet hält. Auf seiner Liste stehen PUMP, Jupiter, Lighter und Ethena.
Gemeinsam ist den Projekten, dass sie nicht ausschließlich von zukünftigen Versprechen leben, sondern bereits messbare wirtschaftliche Aktivität erzeugen. Dennoch bedeutet eine niedrige Bewertung im Verhältnis zu Umsatz oder TVL nicht automatisch steigende Kurse. Token-Angebot, regulatorische Risiken, Wettbewerb und die tatsächliche Weitergabe der Einnahmen an Anleger bleiben entscheidende Faktoren.
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PUMP: Hohe Einnahmen treffen auf niedrige Bewertung
PUMP ist der native Token von Pump.fun, einer auf Solana basierenden Plattform zur besonders einfachen Erstellung und zum Handel neuer Token. Davis sieht die Unterbewertung vor allem im Verhältnis zwischen Plattformumsatz und Marktkapitalisierung. Pump.fun weist derzeit einen annualisierten Umsatz von rund 342 Millionen US-Dollar beziehungsweise knapp 940.000 US-Dollar täglich aus. Zugleich werden 50 Prozent der Protokollgebühren dauerhaft für Rückkäufe und die anschließende Vernichtung von PUMP verwendet.

Bereits zuvor hatte das Team zurückgekaufte Token im damaligen Wert von etwa 370 Millionen US-Dollar verbrannt. Dadurch verschwanden rund 36 Prozent des zuvor umlaufenden Angebots. Aus Sicht von Davis wird PUMP deshalb ähnlich niedrig bewertet wie ein kaum wachsendes Finanzunternehmen, obwohl Pump.fun erhebliche Cashflows erwirtschaftet. Das Gegenargument bleibt die starke Abhängigkeit vom spekulativen Memecoin-Markt. Sinkende Handelsaktivität, rechtliche Risiken oder nachlassendes Interesse an neuen Token könnten die Einnahmen schnell reduzieren.
Jupiter: Solanas DeFi-Plattform mit wachsendem Ökosystem
Jupiter begann als dezentraler Handelsaggregator, der Nutzern auf Solana automatisch günstige Tauschwege zwischen verschiedenen Liquiditätsquellen vermittelt. Inzwischen entwickelt sich das Projekt jedoch zu einer umfangreichen DeFi-Plattform mit Produkten für Swaps, Perpetual Futures, Lending, automatisierte Käufe und weitere Finanzanwendungen. Gerade diese zunehmende Diversifikation ist ein zentraler Bestandteil der bullischen Bewertung von Davis.

Mehrere Jupiter-Produkte leiten 50 Prozent der jeweiligen Protokolleinnahmen in Rückkäufe von JUP. Dazu gehören unter anderem Jupiter Lend, DCA, Studio und weitere Bereiche des Ökosystems. Damit besteht grundsätzlich eine direkte Verbindung zwischen steigender Nutzung der Anwendungen und zusätzlicher Nachfrage nach dem Token.
Davis verweist zudem auf einen geschätzten Jahresumsatz von rund 130 Millionen US-Dollar und eine Marktkapitalisierung von lediglich etwa dem Fünffachen dieses Wertes. Entscheidend bleibt jedoch, ob Jupiter seine führende Position auf Solana verteidigen kann. Zudem garantieren Rückkäufe allein keine Kurssteigerungen, insbesondere wenn Token-Verkäufe, neue Emissionen oder ein schwächerer Solana-Markt gleichzeitig Verkaufsdruck erzeugen.
Lighter: Niedrige Bewertung im Vergleich zu Hyperliquid
Lighter ist eine dezentrale Börse für unbefristete Futures, sogenannte Perpetual Contracts. Nutzer können dort mit Hebel auf Kryptowährungen und andere handelbare Märkte setzen. Davis hält LIT für den möglicherweise am stärksten fehlbewerteten Token seiner Auswahl, weil die Plattform bereits hohe Handelsvolumina, reale Einnahmen und einen funktionierenden Rückkaufmechanismus vorweisen könne.
Aktuelle Daten zeigen für Lighter ein Open Interest von rund 870 Millionen US-Dollar. Das bezeichnet den Gesamtwert aller noch offenen Derivatepositionen. Die Plattform hat zudem seit dem Token-Start etwa 15,5 Millionen LIT zurückgekauft. Dies entsprach ungefähr 6,3 Prozent des umlaufenden Angebots; die Token sollen dauerhaft vernichtet werden.

Davis vergleicht Lighter insbesondere mit Hyperliquid, das ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt, jedoch wesentlich höher bewertet wird. Daraus ergibt sich theoretisch Aufholpotenzial. Der Vergleich sollte dennoch vorsichtig erfolgen: Lighter besitzt eine geringere Marktstellung, ein kleineres Ökosystem und einen erheblichen Abstand zwischen umlaufender Marktkapitalisierung und vollständig verwässerter Bewertung. Künftige Token-Freigaben könnten daher zusätzlichen Verkaufsdruck verursachen.
Ethena: Institutionelle Adoption stärkt die ENA-These
Ethena entwickelt mit USDe einen synthetischen digitalen Dollar, der überwiegend durch Kryptoassets und abgesicherte Derivatepositionen gedeckt wird. Das Protokoll versucht, Erträge aus Staking und den Finanzierungsraten von Futures-Märkten zu erwirtschaften, ohne dauerhaft von steigenden Ethereum-Kursen abhängig zu sein. Ethena verwaltet aktuell rund 4,2 Milliarden US-Dollar an Kapital.

Für Davis ist ENA insbesondere deshalb unterbewertet, weil die Marktkapitalisierung deutlich unter dem im Protokoll gebundenen Vermögen liegt. Zusätzlich gewinnt USDe zunehmend institutionelle Relevanz. BlackRock integrierte Ethena beziehungsweise USDe in seine Aladdin-Infrastruktur und verband dies mit einer Liquiditätsfazilität für einen tokenisierten Geldmarktfonds. Auch Janus Henderson investierte strategisch in ENA und prüft USDe für das Treasury-Management.
Der wichtigste mögliche Kurstreiber bleibt der geplante Fee Switch. Dieser könnte einen Teil der Protokolleinnahmen an gestakte ENA-Token weitergeben. Die Umsetzung ist jedoch weiterhin von Governance- und Risikoprüfungen abhängig. Daneben bestehen Risiken durch negative Finanzierungsraten, Gegenparteien, regulatorische Eingriffe und mögliche Abweichungen von USDe vom Zielwert.
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