Bitwise-CEO erklärt den klassischen Bitcoin-Zyklus für überholt

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

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Hunter Horsley, Mitgründer und CEO von Bitwise, stellt eine der grundlegendsten Annahmen der Krypto-Branche infrage. Seiner Einschätzung nach verändert das institutionelle Kapital nicht nur den Bitcoin-Markt – es schreibt dessen Regeln neu.

Der klassische Bitcoin-Zyklus – geprägt von Halvings, spekulativen Retail-Rallyes und anschließenden Crashs von 70 bis 80 Prozent – könnte der Vergangenheit angehören. Das zumindest ist die These von Bitwise-CEO Hunter Horsley, der in der wachsenden institutionellen Durchdringung des Marktes einen strukturellen Bruch mit früheren Zyklen sieht. Große Finanzakteure seien längst über die Experimentierphase hinaus und bauten aktiv konkrete Produkte, Strategien und Positionen in Bitcoin auf. Zahlungsdienstleister wie Block haben Bitcoin-Zahlungen bereits millionenfach ausgerollt, Unternehmen bilden Bitcoin-Allokationen zunehmend über ETFs ab – und Horsleyś eigener Bitwise Solana ETF BSOL überschritt wenige Wochen nach Handelsstart bereits die Marke von 500 Millionen US-Dollar verwaltetem Vermögen.

Banken unter Zugzwang – Bitcoin konkurriert mit Gold, nicht mit Altcoins

Besonders aufschlussreich sind Horsleyś Schilderungen aus Gesprächen mit US-Großbanken. Eine Bank habe intern erklärt, beim Thema Krypto von null auf maximales Tempo beschleunigen zu müssen. Eine andere habe einzelnen Geschäftsbereichen nur 100 Tage gegeben, um konkrete Krypto-Strategien vorzulegen. Ob diese Berichte im Einzelnen zutreffen, lässt sich nicht unabhängig bestätigen – sie passen jedoch ins Bild einer Branche, die spürbar an Geschwindigkeit gewinnt. Dabei betont Horsley einen wichtigen konzeptionellen Punkt: Bitcoin konkurriert nicht mit Altcoins, sondern mit Gold und globalen Wertspeichern. Bitcoins aktuelle Marktkapitalisierung von rund 1,6 Billionen US-Dollar steht einem Goldmarkt von rund 30 Billionen und einem globalen Wertspeichermarkt von über 100 Billionen US-Dollar gegenüber – das potenzielle Aufholpotenzial ist damit rein rechnerisch enorm.

Neue Marktlogik – aber eine entscheidende Unbekannte bleibt

Horsleyś These hat einen überzeugenden Kern und eine ehrliche Schwachstelle. Der überzeugendste Aspekt: Bereits kleine Umschichtungen institutioneller Portfolios in Richtung Bitcoin können massive Preiseffekte auslösen – die Marktstruktur verändert sich dadurch fundamental. Die entscheidende Unbekannte hingegen: Der Markt hat bislang erst einen größeren Abschwung erlebt, in dem ETFs, Banken und institutionelle Investoren wirklich eine relevante Rolle spielten. Ob das neue institutionelle Kapital künftige Crashs tatsächlich abfedern kann oder im Ernstfall ebenso schnell abzieht wie es kam, bleibt empirisch noch unbewiesen. Was Horsley aber mit hoher Wahrscheinlichkeit recht behalten dürfte: Die wichtigste Veränderung könnte nicht der nächste Kursanstieg sein – sondern die Neubewertung von Bitcoin als ernsthafter Konkurrent zu Gold und Staatsanleihen.

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