Bitcoin Prognose: Anleihen hoch, Bitcoin runter – was jetzt?
Der Kryptomarkt startet schwach in die neue Woche. Bitcoin verliert am Montag rund 2 Prozent und fällt erneut unter die Marke von 77.000 US-Dollar. Damit setzt sich die jüngste Korrektur vorerst fort, nachdem sich die Erholung der vergangenen Tage bereits wieder deutlich abgeschwächt hatte. Vor allem die Makrolage belastet aktuell riskante Anlageklassen. Die Iran-Krise spitzt sich weiter zu, der Ölpreis zieht erneut an und gleichzeitig steigen die Renditen am US-Anleihemarkt kräftig. Genau diese Kombination sorgt nun für neuen Verkaufsdruck bei Bitcoin und Altcoins. Damit rückt jetzt eine entscheidende Unterstützungszone in den Fokus der Trader.
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US-Anleiherenditen steigen massiv an
Vor allem der starke Anstieg der US-Anleiherenditen belastet die Märkte aktuell deutlich. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg zuletzt auf 4,63 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar 2025. Auch die Renditen langlaufender US-Anleihen zogen kräftig an. Die 30-jährige US-Anleihe notiert inzwischen wieder oberhalb von 5 Prozent. Hintergrund ist die Sorge vor anhaltend hoher Inflation sowie einer möglichen weiteren Eskalation im Nahen Osten.
Zusätzlich belastet die Erwartung, dass die US-Notenbank ihre Zinssenkungen womöglich weiter nach hinten verschieben könnte. Laut aktuellen Marktdaten preisen Anleger inzwischen kaum noch Zinssenkungen für dieses Jahr ein. Genau das sorgt für Druck auf sogenannte Risk-On-Assets wie Aktien und Kryptowährungen.
Steigende Renditen machen sichere Staatsanleihen attraktiver und entziehen spekulativeren Märkten Liquidität. Gleichzeitig steigen auch die Finanzierungskosten weltweit. Besonders kritisch sehen Marktbeobachter derzeit die Kombination aus steigenden Ölpreisen, geopolitischen Risiken und schwächer werdender Konjunktur. Entsprechend nervös reagieren aktuell auch die Kryptomärkte.
Bitcoin Analyse: Das wird jetzt entscheidend
Der bekannte Krypto-Analyst Michaël van de Poppe sieht Bitcoin nun an einer entscheidenden technischen Zone angekommen. Seiner Einschätzung nach müsse der Bereich rund um 76.000 US-Dollar unbedingt halten, um einen stärkeren marktweiten Abverkauf zu verhindern. Genau dort befindet sich aktuell eine wichtige Unterstützungszone, die bereits mehrfach verteidigt wurde.
Zusätzlich verweist van de Poppe auf ein offenes CME-Gap bei rund 79.100 US-Dollar. Solche Kurslücken werden im Bitcoin-Markt häufig später noch geschlossen. Kurzfristig sieht er daher durchaus Chancen auf eine Gegenbewegung in diesen Bereich.
Entscheidend bleibe jedoch, ob Bitcoin anschließend erneut Stärke aufbauen könne.
Sollte die Unterstützung dagegen verloren gehen, sieht der Analyst das Risiko deutlich tieferer Kurse steigen. Als nächste relevante Zone nennt er den Bereich um 71.000 US-Dollar. Besonders kritisch bewertet van de Poppe dabei die aktuelle Makrolage. Steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen seien derzeit klar negativ für Risikoanlagen. Genau deshalb dürfte die Entwicklung an den Bondmärkten in den kommenden Tagen eine zentrale Rolle für Bitcoin spielen.
Exchange Net Position Change signalisiert weiter Abflüsse
Eine weitere wichtige Onchain-Metrik ist aktuell die sogenannte „Exchange Net Position Change“ von Glassnode. Sie misst, ob insgesamt mehr Bitcoin auf zentrale Börsen eingezahlt oder von dort abgezogen werden. Negative Werte – wie zuletzt über weite Strecken sichtbar – deuten auf Nettoabflüsse hin. Das bedeutet: Anleger ziehen Bitcoin von Handelsplattformen ab und transferieren die Coins eher in Cold Wallets oder langfristige Verwahrung. Genau das gilt grundsätzlich als bullisches Signal, da dadurch kurzfristiger Verkaufsdruck sinkt.

Allerdings zeigt die aktuelle Entwicklung auch eine Veränderung. Die starken Abflüsse der vergangenen Wochen nehmen inzwischen deutlich ab. Die roten Balken bleiben zwar negativ, fallen zuletzt jedoch spürbar kleiner aus. Genau das beobachten Analysten derzeit besonders genau. Denn sollte die Metrik wieder in den positiven Bereich drehen, würde das auf neue Zuflüsse zu Börsen hindeuten. Häufig steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Verkäufe und zusätzlicher Volatilität am Markt.
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