Bitcoin-News: Polizei zerschlägt Mining-Syndikat in Malaysia

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Steffen Bösweich ist Redakteur und Hauptautor bei Cryptonews DE. Seit mehreren Jahren schreibt er über Kryptowährungen und berichtet täglich über aktuelle Entwicklungen im Kryptomarkt. Er legt...

Zuletzt aktualisiert am: 

Die malaysische Polizei hat nach vier Razzien am 22. und 23. Juli ein Bitcoin-Mining-Syndikat zerschlagen. Die Operation wurde von Tenaga Nasional Berhad (TNB) in vier gemieteten Objekten durchgeführt.

Die Behörden nahmen drei einheimische Männer fest und beschlagnahmten 71 Kryptowährungs-Mining-Rigs. Die Operation erwirtschaftete geschätzte monatliche Gewinne von 80.000 bis 100.000 RM (ca. 25.000 $).

Der Zugriff unter dem Codenamen „Ops Letrik“ offenbart die anhaltende Ökonomie des illegalen Minings in Johor, Malaysia: Stromdiebstahl verwandelt einen ansonsten unrentablen Betrieb in ein hochprofitables Geschäft, wobei der Versorger TNB die Kosten trägt.

Diese Nachricht wurde bekannt, während der Bitcoin-Kurs in den letzten 24 Stunden um -0,4 % sank und auf 65.300 $ fiel, nachdem gestern die Marke von 66.000 $ verloren ging. Aktuell hält die Unterstützung bei 65.000 $ stabil.

Bitcoin-News: So operierte das Syndikat in Johor

Die Operation wurde von der Kriminalpolizei des Hauptquartiers von Johor (D4) in Zusammenarbeit mit dem SEAL-Team der Region Süd von TNB durchgeführt.

Die Razzien betrafen drei Wohnhäuser und ein Ladenlokal in Iskandar Puteri, Johor Bahru Utara und Kulai. Jedes Objekt war für 5.000 bis 6.000 RM pro Monat gemietet worden, wobei die Mietverhältnisse noch Gegenstand aktiver Ermittlungen sind.

Die Methode des Syndikats war das direkte Anzapfen: Durch die Umgehung offizieller TNB-Zähler mit festverdrahteten Verbindungen konnten die Bitcoin-Mining-Aktivitäten ohne Zahlung der Stromrechnungen betrieben werden.

In dem etwa einmonatigen Betrieb vor dem Eingreifen der Polizei verursachte dieser Stromdiebstahl bei TNB Verluste in Höhe von 67.502,30 RM. Die Gewinnspanne ist offensichtlich – das Syndikat erzielte ein Vielfaches seiner Stromschulden von 67.000 RM als monatlichen Bitcoin-Umsatz, ohne einen Cent dafür zu bezahlen.

Zu den beschlagnahmten Gegenständen gehörten 71 Mining-Maschinen, zwei Computer, zwei Laptops, fünf Router, zwei Monitore, zwei Tastaturen, ein Mobiltelefon und zwei Fahrzeuge.

Der Polizeichef von Johor, Datuk Ab Rahaman Arsad, erklärte, dass ein Verdächtiger als Manager für alle vier Standorte fungierte, während die beiden anderen als externe Techniker für die Verkabelung und Installation der Maschinen verantwortlich waren.

Laut Ab Rahaman ergaben erste Ermittlungen, dass das Syndikat in der Lage war, Gewinne zwischen 80.000 und 100.000 RM pro Monat zu generieren, während die Verdächtigen vermutlich ein Gehalt von etwa 5.000 RM monatlich erhielten.

Alle drei Verdächtigen im Alter von 26 bis 46 Jahren wurden bis zum 26. Juli in Untersuchungshaft genommen. Die Polizei gab an, aktiv nach weiteren Personen zu suchen, die mit dem Netzwerk in Verbindung stehen.

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Rechtliche Konsequenzen und Bilanz der Strafverfolgung

Der Fall wird nach zwei Gesetzen untersucht: Abschnitt 427 des Strafgesetzbuches wegen Sachbeschädigung, der im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe zwischen einem und fünf Jahren, eine Geldstrafe oder beides vorsieht. Zudem wird nach Abschnitt 37(1) des Elektrizitätsversorgungsgesetzes von 1990 wegen Eingriffs in elektrische Anlagen ermittelt, was mit einer Geldstrafe von bis zu 100.000 RM, einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder beidem geahndet werden kann.

Das rechtliche Risiko ist angesichts der Gewinnspanne bedeutend, aber nicht abschreckend genug. Genau deshalb hat die malaysische Regierung die Häufigkeit der Durchsetzungsmaßnahmen erhöht, anstatt sich allein auf gesetzliche Abschreckung zu verlassen.

Zwischen Januar 2025 und Juni 2026 durchsuchte die Polizei von Johor 16 Objekte im Zusammenhang mit illegalem Kryptowährungs-Mining, beschlagnahmte insgesamt 158 Maschinen und verursachte TNB-Verluste von fast 1 Million RM.

Die Operation vom 22. bis 23. Juli umfasste 71 Mining-Maschinen und führte zu geschätzten Verlusten für TNB in Höhe von 67.502,30 RM – zahlenmäßig kleiner als einige frühere Razzien, aber strukturell identisch.

Malaysias umfassenderes Problem mit Stromdiebstahl

In den weiteren Bitcoin-News stellt die Razzia in Johor lediglich einen Knotenpunkt in einer anhaltenden nationalen Kampagne dar. Das Ausmaß unterscheidet Malaysias Problem von den meisten anderen Ländern: Es handelt sich nicht um geringfügigen Netzmissbrauch, sondern um eine strukturierte Schattenwirtschaft auf Kosten des staatlichen Versorgers.

Die Arithmetik hinter diesen Operationen ist simpel. Legales Bitcoin-Mining in Malaysia erfordert die Zahlung kommerzieller Stromtarife gegen einen festen BTC-Preis – Margen, die schnell schrumpfen, wenn die Netzwerk-Difficulty steigt.

Durch den Stromdiebstahl werden die primären variablen Kosten eliminiert, wodurch grenzwertige oder verlustbringende Betriebe unabhängig von den Marktbedingungen profitabel werden. Diese Dynamik erklärt, warum die Praxis trotz jahrelanger Razzien, Beschlagnahmungen und Strafverfolgungen nicht verschwunden ist.

Der Kontrast zu seriösen Bitcoin-Unternehmen ist eklatant. Während legitime Betriebe ihre Bestände und Betriebskosten transparent verwalten, wälzen Syndikate wie das Netzwerk in Johor ihre höchsten Kosten auf das öffentliche Netz ab.

Die Polizei von Johor erklärte, dass sie weiterhin nach weiteren Verdächtigen sucht, was darauf hindeutet, dass das Netzwerk über die drei derzeit in Haft befindlichen Männer hinausreicht.

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