Bitcoin-Mining 2026: Rekordumsätze bei Riot, aber die Branche flüchtet in Richtung KI
Die Bitcoin-Mining-Branche erlebt derzeit ihre bisher größte Transformation. Während Schwergewichte wie Riot Platforms Rekordumsätze vermelden, signalisieren Unternehmen wie Core Scientific bereits das Ende des klassischen Minings. Der Fokus verschiebt sich radikal: Weg von der Jagd nach dem nächsten Block, hin zu High-Performance-Computing (HPC) und Künstlicher Intelligenz (KI).
Riot Platforms: Umsatzrekord trotz Nettoverlust
Riot Platforms hat das Jahr 2025 mit beeindruckenden Zahlen abgeschlossen und scheint die Konkurrenz operativ abzuhängen:
- Rekordumsatz: 647,4 Millionen USD (ein Plus von 72 % zum Vorjahr).
- Produktion: 5.686 Bitcoin (gegenüber 4.828 BTC in 2024).
- Mining-Kosten: Die Kosten pro gemintem Bitcoin stiegen deutlich auf 49.645 USD (Vorjahr: 32.216 USD), getrieben durch eine um 47 % gestiegene Netzwerk-Hashrate.
Trotz des operativen Wachstums verbuchte Riot einen Nettoverlust von 663 Millionen USD, was primär auf buchhalterische Anpassungen und Neubewertungen der Bitcoin-Bestände zurückzuführen ist. Strategisch setzt Riot jedoch auf Expansion: Durch eine Kooperation mit AMD und den Kauf von 200 Acres Land in Texas bereitet sich das Unternehmen auf den Einstieg in den KI-Sektor vor.
Der “KI-Pivot”: Miner werden zu Rechenzentren
Der Trend zur Diversifizierung erfasst die gesamte Branche. Aktivistische Investoren wie Starboard Value drängen Miner dazu, ihre wertvolle Strominfrastruktur für KI-Anwendungen zu nutzen.
- Core Scientific geht dabei am radikalsten vor: Das Unternehmen bezeichnet das Bitcoin-Mining mittlerweile als “auslaufend”. Standorte werden massiv in Colocation-Rechenzentren für KI umgebaut. Um diesen Umbau zu finanzieren, verkaufte Core Scientific im Januar 1.900 BTC zu einem Durchschnittspreis von 92.100 USD.
- Andere Player: Auch Hive, Hut 8, TeraWulf und Iren wandeln ihre Anlagen zunehmend in Rechenzentren um.
Marktübersicht: Licht und Schatten
Nicht alle Unternehmen kommen mit dem schwierigen Marktumfeld gleich gut zurecht:
| Unternehmen | News / Status (Q4 2025 / FY 2025) |
| Riot Platforms | Rekordumsatz (647,4 Mio. USD); Fokus auf KI-Expansion. |
| MARA Holdings | Schwerer Schlag: 1,71 Milliarden USD Nettoverlust im Q4. |
| TeraWulf | Umsatzrückgang auf 35,8 Mio. USD (Vorquartal: 50,6 Mio. USD). |
| Core Scientific | Umsatz verfehlt (79,8 Mio. USD statt 122 Mio. USD); Mining nur noch als Nebenprodukt. |
Fazit: Das Jahr 2026 markiert das Ende der Ära der “reinen” Bitcoin-Miner. Die steigende Difficulty und die hohen Stromkosten machen das Mining als alleiniges Geschäftsmodell zunehmend unattraktiv. Wer überleben will, muss seine Infrastruktur für den boomenden KI-Markt öffnen. Riot Platforms scheint hier derzeit die stabilste Brücke zwischen der alten Krypto-Welt und der neuen KI-Infrastruktur zu schlagen.
