Bitcoin-ETFs kurz vor negativem Jahresergebnis – sechs Tage Abflüsse in Folge
Der US-Spot-Bitcoin-ETF-Markt steht vor einem historischen Wendepunkt: Nach sechs aufeinanderfolgenden Tagen mit Nettoabflüssen schrumpfen die Jahres-Nettozuflüsse auf nur noch 536 Millionen Dollar. Die institutionelle Nachfrage kühlt spürbar ab.
Seit dem 14. Mai – dem letzten Tag mit positiven Nettozuflüssen – haben US-Spot-Bitcoin-ETFs insgesamt 1,55 Milliarden US-Dollar verloren. Allein am Freitag flossen weitere 105,2 Millionen US-Dollar ab, angeführt von BlackRocks iShares Bitcoin Trust mit 68,9 Millionen US-Dollar und dem Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund mit 36,3 Millionen US-Dollar. Die kumulierten Nettozuflüsse für das Gesamtjahr 2026 sind damit auf nur noch 536 Millionen US-Dollar geschrumpft – der Markt nähert sich damit der Grenze zum negativen Jahresergebnis.
IBIT trägt das gesamte Jahresergebnis – Konkurrenten im Minus
Ein genauerer Blick zeigt, wie konzentriert die positive Performance ist. BlackRocks IBIT hat seit Jahresbeginn 2,7 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen eingesammelt und trägt damit das gesamte positive Jahresergebnis des Marktes. Ohne IBIT wären die US-Bitcoin-ETFs längst in negativem Terrain. Institutionelle Schwergewichte haben unterdessen ihre Positionen reduziert: Jane Street verringerte seine Bitcoin-ETF-Bestände im ersten Quartal um rund 70 Prozent, Goldman Sachs baute seine Position um 10 Prozent ab. Das Tempo der IBIT-Zuflüsse ist zudem weit von den 25 Milliarden US-Dollar entfernt, die das Produkt im Jahr 2025 eingesammelt hatte.
Lichtblick Morgan Stanley – Truth Social zieht sich zurück
Einen positiven Akzent setzt der Morgan Stanley Bitcoin Trust ETF, der seit seinem Start am 8. April bereits 264 Millionen US-Dollar an Nettozuflüssen angezogen hat – mehr als die Bitcoin-Produkte von Invesco und WisdomTree, die bereits seit Januar 2024 am Markt sind. Auf der anderen Seite des Spektrums zog Yorkville America, der Sponsor der geplanten Trump Media-Krypto-ETFs, seine Anträge zurück. Bloomberg-ETF-Analyst James Seyffart vermutet als Grund das wettbewerbsintensive Umfeld – insbesondere die Marktgebühr von 0,14 Prozent beim MSBT, die kaum zu unterbieten ist. Ethereum-ETFs befinden sich für 2026 bereits im negativen Territorium, neue Altcoin-ETFs konnten bislang keine vergleichbare Nachfrage erzeugen.
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