Bitcoin bleibt stabil: ETF-Zuflüsse trotzen dem Renditedruck
Bitcoin handelte am Dienstag, dem 29. September, bei rund 84.000 US-Dollar und legte binnen 24 Stunden 0,9 Prozent zu. Gleichzeitig liegt der Kurs 2 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche – und bleibt damit in einer engen Spanne, obwohl Treasury-Renditen und Rohstoffpreise deutlich ausschlagen. Gegen den Renditedruck stehen anhaltende Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs: Sie verzeichneten acht Sitzungen in Folge Nettomittelzuflüsse von insgesamt rund 3 Milliarden Dollar.
Renditen, Öl und ETF-Zuflüsse bestimmen das Marktbild
Die zehnjährige US-Staatsanleihe erreichte am Montag eine Rendite von 5,274 Prozent – den höchsten Stand seit Juni 2007. Bei der 30-jährigen Anleihe stieg die Rendite auf 5,583 Prozent, ein Niveau, das zuletzt 2002 erreicht worden war. Beide Werte gaben am Dienstag leicht nach, als auch der Ölpreis zurückkam.
Der Ölmarkt war ein wesentlicher Treiber der Renditebewegung. Brent war am Montag nach der Zurückweisung eines iranischen Plans zur Beendigung des Kriegs und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus über 108 Dollar je Barrel gestiegen. Anschließend fiel der Preis unter 104 Dollar und lag rund 1,7 Prozent im Tagesminus. Indirekte Kontakte zwischen den USA und Iran sowie die Wiederherstellung eines Teils der saudischen Pipeline-Flüsse trugen zur Entspannung bei.
Hohe Anleiherenditen erhöhen die Opportunitätskosten für Anlagen, die keine laufenden Erträge abwerfen. Damit geraten Bitcoin und Gold unter Druck: Gold fiel laut dem Bericht auf ein Sieben-Wochen-Tief. Der Zusammenhang zwischen Treasury-Markt und Finanzierungskosten ist auch für Krypto relevant, denn veränderte Referenzsätze können die Bedingungen für gehebelte Positionen beeinflussen. Treasury-Renditen und SOFR bilden dabei einen wichtigen Teil des makroökonomischen Rahmens.
Die ETF-Daten zeigen zugleich, dass die Nachfrage nicht verschwunden ist. Auf acht aufeinanderfolgende Zuflusssitzungen kamen insgesamt etwa 3 Milliarden Dollar; der Montag fiel mit netto 31,07 Millionen Dollar allerdings vergleichsweise klein aus. BlackRocks IBIT verzeichnete 54,84 Millionen Dollar Zuflüsse und Grayscales Mini-Trust 10,32 Millionen Dollar, während aus GBTC 23,19 Millionen und aus Fidelitys FBTC 10,90 Millionen Dollar abflossen.
Insgesamt hielten die Fonds 107,82 Milliarden Dollar, entsprechend 6,42 Prozent der Bitcoin-Marktkapitalisierung. Die Summe verdeutlicht die institutionelle Bedeutung der Produkte, doch der Montag zeigt auch: Eine laufende Zuflussserie bedeutet nicht, dass jeder Handelstag gleich starke Nachfrage bringt. Die ETF-Zuflüsse bleiben deshalb ein wichtiger Maßstab dafür, ob institutionelles Kapital den Renditedruck tatsächlich abfedert.
Institutionelle Nachfrage hält dem Makrodruck bislang stand
Bitcoin bewegte sich nach Angaben des Berichts seit rund eineinhalb Wochen zwischen 82.000 und 84.000 Dollar. Diese Stabilität fällt in eine Phase, in der die zehnjährige Rendite den höchsten Stand seit 2007 erreicht hat und die 30-jährige Anleihe auf einem Niveau wie zuletzt 2002 notiert. Der Senat brachte zudem den Clarity Act, einen US-Gesetzentwurf zur Marktstruktur digitaler Vermögenswerte, nicht voran.

Zusätzliche Unterstützung kommt von Strategy. Das Bitcoin-Treasury-Unternehmen kaufte zwischen dem 21. und 27. September 1.665 BTC für rund 142,7 Millionen Dollar und erhöhte seinen Bestand auf 847.666 BTC. Damit übertraf das Unternehmen den im Juni ausgewiesenen Rekord von 847.363 BTC. Unternehmenskäufe dieser Größenordnung stützen die Nachfrage, ändern aber nichts daran, dass die Bewertung von Bitcoin zugleich auf ein Umfeld mit steigenden Kapitalkosten reagieren muss.
Auch der Optionsmarkt signalisiert weder uneingeschränkten Optimismus noch eine ausgeprägte Flucht in Absicherungen. Thahbib Rahman, Research Analyst bei Block Scholes, beschrieb die 25-Delta-Put-Call-Skew für Laufzeiten von sieben bis 30 Tagen als nahezu neutral. Die Kennzahl vergleicht die implizite Volatilität von Verkaufs- und Kaufoptionen und gibt Hinweise darauf, wie der Markt Abwärtsrisiken gegenüber möglichen Kursanstiegen bewertet. Das aktuelle Bild spricht für eine Mischung aus Absicherung und Positionierung für eine Erholung.
Zinserwartungen und Arbeitsmarktdaten setzen den nächsten Rahmen
Kyle Rodda, Senior Financial Market Analyst bei Capital.com, betrachtet höhere Rohölpreise als Belastung für nicht verzinsliche Anlagen. Solange das Energierisiko anhält, dürfte Bitcoin nach seiner Einschätzung nur schwer neues Aufwärtsmomentum entwickeln. Zugleich bewertet Rodda die Chartstruktur konstruktiver: Er ordnet die Bewegung als Konsolidierung innerhalb eines kurzfristigen Aufwärtstrends ein.
Rahman betonte die begrenzten Verluste trotz des makroökonomischen Gegenwinds und des Stillstands beim Clarity Act. Die Widerstandsfähigkeit führt er auf institutionelle Nachfrage zurück. Genau hier liegt der zentrale Gegensatz: ETF-Zuflüsse und Strategy-Käufe liefern ein Nachfragefundament, während höhere Renditen verzinsliche Anlagen attraktiver machen und damit zusätzlichen Kapitalzufluss in Bitcoin erschweren können.
Für Freitag, den 2. Oktober, ist der US-Arbeitsmarktbericht für September angesetzt. Die Prognose im Bericht lag bei rund 90.000 neuen Stellen nach 162.000 im August und einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Die US-Notenbank tagt am 27. und 28. Oktober. An den Futures-Märkten lag die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte bei 70,3 Prozent, gegenüber 55,4 Prozent eine Woche zuvor und 17,7 Prozent einen Monat zuvor.
Kurzfristig hält Bitcoin sein Kursband, doch die Renditen setzen dem Aufwärtspotenzial Grenzen. Entscheidend ist nun, ob die ETF-Zuflüsse trotz des gestiegenen Zinsrisikos anhalten und ob die kommenden US-Daten die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen bestätigen. Bleibt die institutionelle Nachfrage stabil, kann sie den Markt weiter abfedern; ein erneuter Renditeanstieg würde diesen Gegenpol jedoch auf eine härtere Probe stellen. Eine Einordnung der Bitcoin-Optionspositionierung ergänzt dieses Bild um einen weiteren möglichen Volatilitätsfaktor.
- XRP Kurs Prognose: Ripple-Rechtsexperten visieren 30 USD an
- Chainlink Prognose: Microsoft AI sieht LINK bei 35 USD
- Bitcoin Kurs: JPMorgan sieht BTC vor Gold-Rallye
- XRP Kurs Prognose: Kann der CLARITY Act den Ausbruch bringen?
- Solana verkürzt Slot-Zeiten um 17 Prozent: SOL-Kurs steuert auf 110 US-Dollar zu
- XRP Kurs Prognose: Ripple-Rechtsexperten visieren 30 USD an
- Chainlink Prognose: Microsoft AI sieht LINK bei 35 USD
- Bitcoin Kurs: JPMorgan sieht BTC vor Gold-Rallye
- XRP Kurs Prognose: Kann der CLARITY Act den Ausbruch bringen?
- Solana verkürzt Slot-Zeiten um 17 Prozent: SOL-Kurs steuert auf 110 US-Dollar zu