Bitcoin-Befürworter im Anmarsch: Kevin Warshs Verbindung zum Lightning-Netzwerk
Der von US-Präsident Donald Trump nominierte künftige Fed-Chef Kevin Warsh sorgt nicht nur durch seine geldpolitischen Ansichten, sondern auch durch seine privaten Investitionen für Schlagzeilen. Während Warsh Mitte Mai 2026 Jerome Powell ablösen soll, offenbart seine aktuelle finanzielle Offenlegung eine indirekte Beteiligung an der Krypto-Infrastruktur. Über das Vehikel „DCM Investments 10 LLC“ hält er Anteile an Flashnet, einer Handelsplattform, die auf dem Bitcoin-Lightning-Netzwerk basiert.
Bitcoin als „das neue Gold“ und disziplinierende Software
Kevin Warsh ist in der Krypto-Community kein Unbekannter. Bereits Anfang 2021 bezeichnete er Bitcoin als das „neue Gold“ für die Generation unter 40 und sah darin eine sinnvolle Portfolio-Ergänzung in Zeiten expansiver Geldpolitik. Im Jahr 2025 legte er nach und nannte Bitcoin die „coolste Software“, die als Wächter für eine gute Politik fungieren könne. Er sieht in Bitcoin keinen Ersatz für den US-Dollar, wohl aber einen Disziplinierungsmechanismus, der Gesetzgeber und Notenbanker zu einer verantwortungsvolleren Politik mahnt.
Finanzielle Offenlegung: Reichster Fed-Chef der Geschichte
Die eingereichten Unterlagen zeigen, dass Warsh mit einem Vermögen von weit über 100 Millionen US-Dollar Jerome Powell als reichsten Fed-Vorsitzenden aller Zeiten ablösen würde. Seine Krypto-Beteiligungen über DCM Investments sind mit einem Wert zwischen 250.000 und 500.000 US-Dollar im Vergleich zu seinem Gesamtportfolio zwar verschwindend gering, markieren aber dennoch eine klare ideologische Nähe zur Branche. Im Gegensatz zu Finanzminister Scott Bessent oder Vizepräsident JD Vance hält Warsh jedoch keine direkten Bitcoin-Bestände oder ETF-Anteile.
Politische Hürden und geldpolitische Erwartungen
Trotz der Nominierung ist Warshs Weg an die Spitze der Federal Reserve noch nicht frei. Im Senat regt sich Widerstand, insbesondere durch Senator Thom Tillis, der die Bestätigung blockieren will, solange Ermittlungen gegen den amtierenden Chef Jerome Powell laufen. An den Märkten wird Warsh zudem mit gemischten Gefühlen betrachtet: Er gilt als geldpolitischer Falke, der einer Bilanzausweitung der Fed kritisch gegenübersteht. Diese restriktive Haltung könnte den Bitcoin-Kurs kurzfristig belasten, während seine langfristige Offenheit gegenüber der Technologie eine liberalere Regulierung des Bankensektors in Bezug auf Krypto-Assets verspricht.
Obwohl unter Warsh eine offenere Linie der Zentralbank gegenüber Krypto-Innovationen zu erwarten ist, gilt der Aufbau einer offiziellen strategischen Bitcoin-Reserve durch die Fed aktuell als unwahrscheinlich. Dennoch könnte seine Amtszeit eine Phase markieren, in der die Federal Reserve die technologische Transformation des Finanzsystems aktiver begleitet.
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