Binance vs. Whistleblower: Der Vorwurf eines Verstoßes gegen die Iran-Sanktionen in Höhe von 1 Mrd. USD
Binance steht wieder im Rampenlicht. Ehemalige Compliance-Ermittler behaupten nun, dass die Börse angeblich Transaktionen im Wert von mehr als 1 Mrd. USD abgewickelt hat, die mit Verstößen gegen Iran-Sanktionen in Verbindung stehen – und das, obwohl sie nach ihrem Vergleich von 2023 unter der Aufsicht von US-Beobachtern stand.
Changpeng Zhao schweigt nicht. Anstatt die Aktivitäten direkt abzustreiten, argumentiert er, dass die Ermittler entlassen wurden, weil sie die Verstöße nicht verhindert hatten, und nicht, weil sie diese aufdeckten.
Nun verlagert sich der Streit in die Öffentlichkeit und birgt das Risiko eines erneuten regulatorischen Drucks, gerade in einer Phase, in der Binance versucht, seine globale Position zu festigen.
Key Takeaways
- Ehemalige Ermittler behaupten, Binance habe nach dem Vergleich von 2023 Transaktionen im Wert von fast 1 Milliarde US-Dollar mit Verbindungen zum Iran abgewickelt.
- Das Personal gibt an, als Vergeltungsmaßnahme entlassen worden zu sein, nachdem sie verdächtige On-Chain-Aktivitäten identifiziert und dem Management gemeldet hatten.
- CZ entgegnet, dass die Mitarbeiter wegen Inkompetenz entlassen wurden, da sie es versäumt hätten, die illegalen Zahlungsströme von vornherein zu blockieren.
Was steckt hinter dem Vorwurf des Sanktionsverstoßes in Höhe von 1 Mrd. USD?
Fünf ehemalige Binance-Ermittler sagen, sie seien entlassen worden, nachdem sie massive Sanktionsverstöße aufgedeckt hatten. Sie behaupten, dass Wallets mit Verbindungen zu iranischen Unternehmen, darunter die Börse Nobitex, auch nach dem Vergleich mit dem Justizministerium (DOJ) im November 2023 angeblich rund 1 Mrd. USD über Binance transferiert haben.
Diese Ermittler arbeiteten im Bereich On-Chain-Forensik. Sie geben an, dass bösartige Akteure Verschleierungsmethoden nutzten, um Screening-Systeme zu umgehen. Als sie dies intern meldeten, erfolgte die Reaktion laut ihrer Aussage nicht korrigierend, sondern als Vergeltung.
Binance steht weiterhin unter einer dreijährigen Überwachung durch das DOJ und das FinCEN, was bedeutet, dass jeder Compliance-Fehler besonderes Gewicht hat.
Der Fall der Whistleblower: Vergeltung oder Umstrukturierung?
Die ehemaligen Mitarbeiter stellen die Situation als Vergeltung gegen Whistleblower dar. Sie behaupten, dass sie in dem Moment zum Problem für die Börse wurden, als sie das Risiko von 1 Mrd. USD meldeten, während das Unternehmen versuchte, den Regulierungsbehörden glaubhaft zu machen, dass es aufgeräumt habe.
Aus ihrer Sicht war nicht nur die Existenz der Transaktionen das Problem, sondern wie Binance mit der Entdeckung umging. Sie argumentieren, dass sich die Börse mehr darauf konzentrierte, den Imageschaden zu begrenzen, als die Lücken im Screening zu schließen.
Sie verweisen zudem auf die Höhe der Transaktionsströme als Beweis dafür, dass automatisierte Filter nicht alles erfasst haben. Wenn das System versagt und die Personen, die den Fehler finden, entfernt werden, würde dies die internen Abwehrmechanismen schwächen.
CZs Verteidigung: „Entlassung aus wichtigem Grund“
CZ wehrt sich, wie er es immer tut. Er erklärt, dies sei keine Vergeltung gegen Whistleblower, sondern ein Leistungsproblem. Wenn Ermittler illegale Ströme in Höhe von 1 Mrd. USD aufgedeckt haben, warum wurden diese Ströme dann nicht von vornherein gestoppt?
Binance behauptet, die Abgänge seien Teil einer umfassenden Überarbeitung der Compliance gewesen. Das Unternehmen gibt an, stärkere Talente eingestellt zu haben, und verweist auf einen Rückgang des sanktionsbezogenen Transaktionsvolumens um 97 % zwischen Anfang 2024 und Mitte 2025 als Beleg für den Erfolg der Reformen. Es bestreitet, jemanden wegen der Meldung von Verstößen entlassen zu haben.
Es steht viel auf dem Spiel. Binance hat bereits 4,3 Mrd. USD an Strafen im Zusammenhang mit AML- und Sanktionsverstößen gezahlt und unterliegt einer DOJ-Überwachung. Sollten die Behörden zu dem Schluss kommen, dass die Börse neue Verstöße ignoriert oder gegen Mitarbeiter vorgegangen ist, könnte dies die Vereinbarung gefährden.
Alles hängt von der Absicht ab. Waren die Entlassungen leistungsbedingt, könnten die Folgen begrenzt bleiben. Falls nicht, könnte der regulatorische Druck schnell zunehmen.
Letztlich wird der Ausgang dieses Streits wahrscheinlich von der internen Dokumentation der Kündigungen abhängen. Wenn die Daten CZs Behauptung von Inkompetenz stützen, kann Binance das Thema hinter sich lassen.
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