Erleben wir heute einen Zinsschock und den nächsten Kurssturz?

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Das Spiel gleicht sich jedes Mal bis aufs Haar. Je näher die nächste Sitzung der amerikanischen Notenbank kommt, desto nervöser werden die Märkte. Bisher trafen die Erwartungen punktgenau die spätere Entscheidung der Notenbanker. Doch diesmal halten manche Experten einen überdimensionalen Zinsschritt für möglich.

Die fundamentalen Marktdaten, die Grundlage jeder Zinsentscheidung sind, werden schon im Vorfeld vom Markt bewertet. Entsprechend fällt die Reaktion aus, sobald die Arbeitsmarktdaten und die Inflationsraten der letzten Zeiträume bekannt sind.

Kommt ein Mega-Zinsschritt?

Spekulierte man in der Vergangenheit über Minizinsschritte von 0,25 Prozent, so sind diese Zeiten längst vorbei. Nach 0,50 Prozent war die Fed bereits bei 0,75 Prozent angelangt, doch selbst diese Schritte zeigen kaum Wirkung.

Auch für heute wird eine Anhebung von weiteren 0,75 Prozent erwartet, das ist in den Kursen bereits eingepreist. Doch einige Beobachter halten sogar eine Zinsanhebung von 1 Prozent für möglich. Nach vier Zinserhöhungen steht der Leitzins in den USA noch bei 2,5 Prozent. Im Vergleich dazu hinkt die EZB mit einem Leitzins von 1,25 Prozent deutlich hinterher.

Immer noch zu niedrig

Doch diese Zinssätze sind offenbar immer noch viel zu niedrig, um den Inflationsanstieg einzubremsen. Zwar ist die Inflation in den USA zuletzt gesunken, jedoch lange nicht so stark wie in den Prognosen vermutet. 

Ein großer Zinsschritt würde die risikobehafteten Anlagen, wie Kryptowährungen, jedoch weiter belasten. Doch wann hat diese Wettrennen ein Ende? Hier ist noch immer viel Luft nach oben. In den letzten 20 Jahren gab es Zinssätze, die weit über 5 und 6 Prozent zum Liegen kamen.

Die Kryptowährungen stöhnen hingegen weiterhin unter starkem Gegenwind. Bitcoin ist zuletzt unter die 18.500 Dollar-Marke gesunken, konnte sich zuletzt jedoch ein wenig erholen. Nichtsdestoweniger sankt die Leitwährung der Kryptowelt auf ein 2-Jahrestief.

Die Anleger suchen sichere Häfen

Anleger flüchten in Krisenzeiten traditionell in einen sicheren Hafen. Das ist derzeit beispielsweise der US-Dollar oder der Schweizer Franken. Dieser hat angesichts der Schwäche des Euro noch weiter aufgewertet und liegt nun schon einige Prozent unter der Parität.

Selbst groß gehypte Ereignisse, wie die Umstellung von Ethereum von Proof of Work zu Proof of Stake zeigen derzeit kaum Wirkung. Die zweitgrößte Kryptowährung der Welt liegt ebenfalls weit von ihren Höchstständen entfernt und hat jetzt ihren Mehrwert als Alternative zu Bitcoin verloren.

Die Kursentwicklung der nächsten Tage wird also sehr stark davon abhängen, ob die Fed die Erwartungen erfüllt oder sich diesmal zu einer Jumbo-Zinserhöhung hinreißen lässt. Diese könnten die Kurse in der Kryptowelt neuerlich unter Druck bringen. 

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