Coinbase-CEO: Krypto-Regulierung kommt mit oder ohne CLARITY Act

Laut Coinbase-CEO Brian Armstrong wird die regulatorische Klarheit für Krypto-Assets in den USA kommen – unabhängig davon, ob der Senat den CLARITY Act in der für den 15. September geplanten Abstimmung verabschiedet. Er betrachtet die Gesetzgebung als einen von zwei möglichen Wegen zum selben Ziel. Eine Verabschiedung würde laut Armstrong institutionelles Kapital freisetzen und zukünftige Produkte wie tokenisierte Aktien unterstützen.

Gegenüber CNBCs Squawk Box Asia erklärte Armstrong, dass der Gesetzentwurf kurz vor der notwendigen Unterstützung stehe und die Senatoren, mit denen er gesprochen habe, an Bord seien. Die unmittelbare Hürde bleibe das Erreichen von 60 Stimmen. Wie wir bereits über die Cloture-Abstimmung berichtet haben, gehören Ethikbestimmungen zu den Details, über die noch verhandelt wird.
Sollte der Kongress nicht handeln, könnten laut Armstrong Regelungen der SEC und CFTC einen alternativen Weg zur Klarheit bieten. Unabhängig davon meldete Coinbase für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 1,5 Milliarden US-Dollar) sowie einen Nettoverlust von 359,5 Millionen US-Dollar, verglichen mit einem Gewinn von 1,43 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Senatsabstimmung zum CLARITY Act trifft auf Unternehmen im Wandel
Der CLARITY Act zielt darauf ab, einen bundesweiten Rahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen und die Aufsicht zwischen SEC und CFTC aufzuteilen. Coinbase gehört zu den lautstärksten Befürwortern. Armstrong bekräftigte diese Haltung vor der Senatsabstimmung am 15. September, bei der das Überschreiten der 60-Stimmen-Schwelle der entscheidende prozedurale Test ist.
Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona betonte, dass für eine Einigung
die Klärung von Ethikbestimmungen sowie weiterer offener Punkte erforderlich sei. Armstrong gab an, dass über diese Details noch verhandelt werde, man einer Lösung vor der Abstimmung aber sehr nahe sei.
Er bezeichnete die mögliche Verabschiedung des Gesetzes als regulatorische Checkbox, die institutionelles Kapital freisetzen und den Weg für Produkte wie tokenisierte Aktien in den USA ebnen könnte. Dies wäre ein großer Meilenstein, so Armstrong, ohne sich jedoch auf einen konkreten Zeitplan für Coinbase-Produkte festzulegen.
Dieser regulatorische Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Coinbase verstärkt auf Diversifizierung setzt. Der Krypto-Spot-Handel, der laut Armstrong im letzten Jahr rückläufig war und immer noch etwa die Hälfte des Umsatzes ausmacht, belastet die Ergebnisse nun schon seit drei Quartalen im Vergleich zu den Erwartungen der Wall Street.
Coinbase hat sein Handelsgeschäft auf Aktien, Rohstoffe und Devisen ausgeweitet und gleichzeitig das umsatzunabhängige Geschäft durch Stablecoins und institutionelle Verwahrung ausgebaut. Dieser Mix verknüpft sich mit der breiteren Frage, wie regulatorische Klarheit die Preisgestaltung digitaler Vermögenswerte beeinflusst.
Warum Tokenisierung nicht vor dem Wertpapierrecht schützt
Armstrongs Fokus auf tokenisierte Aktien stößt auf eine wichtige rechtliche Unterscheidung: Eine Aktie auf eine Blockchain zu bringen, entbindet sie nicht von der Wertpapierregulierung. Die SEC stellte in einer Erklärung vom Januar 2026 klar, dass ein tokenisiertes Wertpapier nach Bundesrecht weiterhin ein Wertpapier ist, unabhängig davon, ob es als Krypto-Asset formatiert ist.
In dieser Erklärung wurde zudem dargelegt, dass tokenisierte Wertpapiere direkt von Unternehmen ausgegeben oder von unverbundenen Dritten erstellt werden können, indem ein Krypto-Asset über ein bestehendes Wertpapier gelegt wird. Die Relevanz des CLARITY Act für die Ambitionen von Coinbase liegt daher weniger in einer Neudefinition dessen, was eine tokenisierte Aktie rechtlich ist, sondern vielmehr in der Klärung, welche Behörde die Handelsplätze und die Marktinfrastruktur dahinter reguliert.
Die Senatsabstimmung am 15. September bleibt der entscheidende Prüfpunkt, wobei 60 Stimmen und die ausstehenden Ethikformulierungen die ausschlaggebenden Faktoren sind. Sollte der Gesetzentwurf scheitern, ruht Armstrongs Hoffnung auf der SEC und CFTC, die eigene Regelungsverfahren vorantreiben könnten – ein Szenario, das er erwartet, für das die Regulierungsbehörden jedoch noch keinen offiziellen Zeitplan veröffentlicht haben.