FTX zahlt knapp 10 Milliarden Dollar zurück – nächste Runde startet Juli 2026

FTX Trading Ltd. und der FTX Recovery Trust schütten ab dem 31. Juli 2026 rund 900 Millionen US-Dollar an berechtigte Gläubiger aus. Es ist die fünfte größere Ausschüttungsrunde seit dem Zusammenbruch der Börse im November 2022 – und sie bringt die kumulierten Rückflüsse seit Beginn der Zahlungen im Jahr 2025 auf knapp 10 Milliarden US-Dollar.
Klassen, Quoten, Zeitplan
Die Auszahlung richtet sich an Inhaber anerkannter Forderungen, die die Anforderungen bis zum Stichtag am 16. Juni erfüllt haben. Der bestätigte Chapter-11-Plan – das US-amerikanische Insolvenzreorganisationsverfahren – sieht gestaffelte Quoten nach Forderungsklassen vor.
Dotcom-Kundenforderungen der Klasse 5A erhalten eine zusätzliche Ausschüttung von 9 Prozent, womit die kumulierte Rückzahlungsquote auf 105 Prozent steigt. US-Kundenforderungen der Klasse 5B kommen auf dieselbe Gesamtquote. Allgemeine ungesicherte Forderungen sowie Darlehen für digitale Vermögenswerte der Klassen 6A und 6B erreichen kumulativ 103 Prozent. Inhaber kleinerer Forderungen unter der sogenannten Convenience-Klasse – definiert als Ansprüche bis 50.000 US-Dollar – kommen auf eine Gesamtquote von 120 Prozent.
Abgewickelt wird die Ausschüttung über BitGo, Kraken und Payoneer. Die meisten Empfänger sollen die Gelder innerhalb von ein bis drei Werktagen nach dem Startdatum erhalten. Parallel dazu leistet der sogenannte Preferred Shareholder Remission Fund Trust (PSRFT) – ein Fonds zur Rückerstattung an Vorzugsaktionäre – am selben Tag eine Zahlung von 18 Millionen US-Dollar, womit sich seine Gesamtausschüttungen auf 95 Millionen US-Dollar summieren.

Bewertungsstichtag bleibt Knackpunkt
Entscheidend für das Verständnis der Quoten: Alle Forderungswerte beziehen sich auf den Antragszeitpunkt im November 2022, als Bitcoin bei knapp 16.000 US-Dollar notierte. Die Auszahlung erfolgt in US-Dollar, nicht in den ursprünglich gehaltenen Kryptowährungen. Genau dieser Punkt hat unter Gläubigern wiederholt für Kritik gesorgt, weil Bitcoin, Solana und andere Assets seitdem erheblich an Wert gewonnen haben.
Dass die Quoten für mehrere Klassen dennoch über 100 Prozent liegen, erklärt sich durch Vermögensverkäufe, Rückforderungsklagen und Vergleichsvereinbarungen aus der Insolvenzmasse – laut FTI Consulting summierten sich die daraus resultierenden Zusatzerträge auf mehr als 7 Milliarden US-Dollar. Der Chapter-11-Plan trat am 3. Januar 2025 in Kraft.
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Senatsresolution und weiterer Verfahrensstand
Die fünfte Ausschüttung fällt zeitlich zusammen mit einem anderen Signal aus Washington: Der US-Senat verabschiedete am 16. Juli einstimmig die Resolution S. Res. 772, mit der eine Begnadigung von FTX-Gründer Sam Bankman-Fried durch die Bundesregierung abgelehnt wurde. Die nicht bindende Maßnahme unterstreicht die parteiübergreifende Linie gegenüber dem verurteilten Gründer.

Gläubiger, die an dieser oder künftigen Runden teilnehmen möchten, müssen sich im FTX-Kundenportal unter claims.ftx.com registrieren, KYC-Prüfungen abschließen und Steuerformulare einreichen. FTX weist ausdrücklich darauf hin, dass offizielle Kommunikation ausschließlich über verifizierte Kanäle unter support.ftx.com erfolgt und Gläubiger niemals aufgefordert werden, eine Wallet zu verbinden.
Weitere Stichtage und Auszahlungstermine für noch offene oder übertragene Forderungen will der FTX Recovery Trust zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Ob zusätzliche Clawback-Verfahren die Endquoten einzelner Klassen weiter anheben, bleibt vom Ausgang noch anhängiger Klagen abhängig.