Bitcoin Prognose: Günstige Bewertung lockt Käufer

Bitcoin befindet sich weiterhin in einem ausgeprägten Bärenmarkt. Der Kurs notiert rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch und konnte zuletzt keine nachhaltige Dynamik entwickeln. Statt einer überzeugenden Erholung dominieren Schwäche, Unsicherheit und eine geringe Nachfrage.
Dennoch könnte sich der Abschwung langsam seinem Ende nähern. Denn fallende Kurse bringen nicht nur Risiken, sondern schaffen zunehmend attraktive Bewertungen. Genau diese könnten langfristig orientierte Käufer zurück an den Markt locken. Neue On-Chain-Daten zeigen, dass Bitcoin historisch günstig bewertet ist und der Verkaufsdruck zuletzt nachgelassen hat. Eine klare Bodenbildung ist damit allerdings noch nicht bestätigt.
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Bitcoin historisch günstig – doch die Kapitulation fehlt
Der On-Chain-Analyst Axel Adler Jr. verweist in seiner aktuellen Analyse auf zwei Kennzahlen, die ein zunehmend interessantes, aber weiterhin uneindeutiges Marktbild zeichnen. Im Mittelpunkt steht zunächst der sogenannte MVRV Z-Score. Dieser vergleicht den aktuellen Marktwert des Bitcoin-Netzwerks mit dem realisierten Wert aller Coins. Je niedriger die Kennzahl ausfällt, desto günstiger ist Bitcoin relativ zu den durchschnittlichen Einstiegspreisen der Marktteilnehmer bewertet.
Aktuell liegt der MVRV Z-Score bei rund 0,42. Damit befindet er sich deutlich unter seinem historischen Mittelwert von etwa 1,7 und bereits seit rund 30 Tagen nahe der Nulllinie. Ende Juni war die Kennzahl zeitweise sogar bis auf ungefähr 0,185 gefallen. Aus Bewertungssicht ist Bitcoin damit so günstig wie seit mehreren Jahren nicht mehr. Dennoch fehlt bislang ein entscheidendes Signal: Der Z-Score ist nicht in den negativen Bereich gefallen.
Historisch markierte genau diese rote Zone häufig eine vollständige Kapitulation. In solchen Phasen verkaufen Anleger selbst mit hohen Verlusten, schwache Marktteilnehmer werden aus dem Markt gedrängt und langfristige Böden können entstehen. Der aktuelle Zustand lässt sich daher eher als Unterbewertung ohne finalen Ausverkauf beschreiben.
Etwas positiver fällt die Entwicklung der realisierten Gewinne und Verluste aus. Die 7-Tage-Kennzahl war in 23 der vergangenen 30 Tage negativ. Im Juni beliefen sich die realisierten Nettoverluste zeitweise auf 8,5 Milliarden US-Dollar, Mitte Juli noch auf rund drei Milliarden US-Dollar. Mittlerweile ist der Wert jedoch wieder positiv und liegt aktuell bei ungefähr 239 Millionen US-Dollar. An den vorherigen Tagen wurden sogar 400 bis 500 Millionen US-Dollar erreicht.
Das deutet darauf hin, dass der aktive Verkaufsdruck nachlässt. Anleger realisieren nicht mehr flächendeckend hohe Verluste, wodurch sich Bitcoin kurzfristig stabilisieren könnte. Für einen bestätigten Boden reicht dies allerdings noch nicht. Bullisch wäre eine Erholung des MVRV Z-Scores in Richtung 1,7, während die realisierten Gewinne positiv bleiben. Fällt der Z-Score dagegen unter 0,185 und anschließend in den negativen Bereich, könnte zunächst eine weitere Kapitulationswelle folgen.
Globale Geldmenge signalisiert extreme Unterbewertung
Auch im Verhältnis zur weltweiten Geldmenge erscheint Bitcoin derzeit ungewöhnlich günstig bewertet. Eine von Bitwise Europe veröffentlichte Analyse vergleicht das tatsächliche Verhältnis zwischen Bitcoin und Gold mit einem aus der globalen Liquidität abgeleiteten fairen Wert. Dabei zeigt sich eine auffällige Lücke: Während der berechnete faire Wert in den vergangenen Jahren weiter gestiegen ist, liegt das tatsächliche Bitcoin-Gold-Verhältnis aktuell deutlich darunter.
Die Metrik basiert auf der Annahme, dass Bitcoin als knappes monetäres Asset langfristig von einer wachsenden globalen Geldmenge profitieren sollte. Steigt die Liquidität im Finanzsystem, fließt üblicherweise mehr Kapital in Aktien, Gold und zunehmend auch in Kryptowährungen. Der aktuelle Bitcoin-Kurs bildet diese Entwicklung jedoch nur unzureichend ab.
Laut der Grafik gehört Bitcoin gegenüber der globalen Geldmenge mittlerweile zu den am stärksten unterbewerteten Phasen seiner bisherigen Geschichte. Das tatsächliche Verhältnis liegt sogar im unteren Bereich der statistischen Schwankungsbänder und weit unter dem modellierten Liquiditätswert. Historisch wurden derartige Abweichungen häufig durch eine spätere Aufwärtsbewegung reduziert.
Dennoch handelt es sich nicht um ein kurzfristiges Kaufsignal. Modelle können über längere Zeit Abweichungen zeigen. Gemeinsam mit dem niedrigen MVRV Z-Score verstärkt die Kennzahl jedoch die These, dass Bitcoin fundamental zunehmend günstig bewertet ist. Entscheidend bleibt, ob frische Liquidität tatsächlich in den Kryptomarkt zurückkehrt.
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