SWIFT startet Blockchain-Netzwerk: Neue Chancen für Ripple XRP

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

SWIFT hat sein Blockchain-basiertes Shared Ledger in den operativen Live-Betrieb überführt und 17 Pionierbanken für tokenisierte grenzüberschreitende Zahlungen rund um die Uhr nominiert. Das Zahlungs-Framework listet zudem mehr als 30 Institutionen auf, die bereits bestehende Verbindungen zu Ripple XRP pflegen.

Das SWIFT-Pilotprojekt, das über neun Monate vorbereitet wurde, markiert eine entscheidende Eskalation vom Prototyp zur Produktion. Die 17 Pionierbanken arbeiten live auf einem Blockchain-basierten Shared Ledger, das tokenisierte Einlagen anstelle von öffentlichen Kryptowährungen koordiniert. Dies ermöglicht den teilnehmenden Instituten eine Abwicklung (Settlement) an 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Wichtig zu beachten ist, dass das native Ledger von SWIFT in tokenisierten Bankeinlagen abrechnet und nicht in XRP. Der Token ist nicht in den Standard-Zahlungsfluss eingebettet und wird im nativen Ledger-System von SWIFT auch nicht zwingend benötigt.

Dennoch besteht eine indirekte Verbindung über das On-Demand Liquidity (ODL) Produkt von Ripple. Dieses nutzt XRP als Brücken-Asset für eine sofortige Abwicklung. Dieser Weg hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie die Banken die Liquiditätsdienste von Ripple implementieren.

Der Schritt von SWIFT bestätigt vor allem eines: Die Richtung, in die sich die Finanzindustrie bewegt, deckt sich mit dem Modell, an dem Ripple seit Jahren arbeitet – eine stets verfügbare, programmierbare Abwicklung, die vorfinanzierte Nostrokonten in jeder Zielwährung überflüssig macht.

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Ripple-XRP-Verbindungen und SWIFT-Entwicklung

Die mehr als 30 Banken, die im weiteren Zahlungs-Framework von SWIFT mit bestehenden Ripple-Beziehungen aufgeführt sind, stellen eine Gruppe dar, die über die 17 Live-Pilot-Teilnehmer hinausgeht. Wie groß die genaue Überschneidung ist, wurde nicht spezifiziert. Die Listung im SWIFT-Framework bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Institutionen ODL aktiviert oder Liquidität über XRP geleitet haben.

Viele nutzen RippleNet derzeit rein für das Messaging, ohne mit dem Token in Berührung zu kommen. Der Upgrade-Pfad vom reinen Informationsaustausch zur Liquiditätsbereitstellung ist der Punkt, an dem tatsächliche XRP-Nachfrage entsteht – und dieser Übergang liegt weiterhin im Ermessen der jeweiligen Bank.

SWIFT hat zudem die nächste Phase explizit angekündigt und beschreibt die Ambition, eine Plattform für programmierbares Geld und „Agentic Commerce“ zu werden. Ziel ist eine Welt, in der Zahlungen automatisch ausgeführt werden, sobald Bedingungen erfüllt sind, ohne dass jede Transaktion manuell autorisiert werden muss.

Parallel dazu wurde die institutionelle Positionierung von Ripple gestärkt. Das Unternehmen trat Anfang 2026 SWIFT bei, was einen direkten globalen Bankenzugang und ein einheitliches Management von Fiat- und Krypto-Strömen ermöglicht. Zudem ist Ripple eine Partnerschaft mit Kyobo Life Insurance für die Echtzeit-Abwicklung tokenisierter Staatsanleihen eingegangen.

Ripples institutionelle Glaubwürdigkeit profitierte zudem von der regulatorischen Zusammenarbeit in Europa – eine Grundvoraussetzung für die institutionelle Akzeptanz im Rahmen der SWIFT-Partnerschaft.

Was sich ändern muss, damit XRP vom strukturellen Aufschwung profitiert

Die SWIFT-Entwicklung ist eher ein Ereignis für die Glaubwürdigkeit des Ripple-Ökosystems als ein direktes Nachfrage-Event für XRP. Das Aufwärtspotenzial des Tokens hängt künftig davon ab, ob Banken On-Demand-Liquidity-Routen tatsächlich mit XRP in Live-Zahlungskorridoren nutzen und so echte Nachfrage generieren. Ohne diesen Schritt bleibt die Verbindung zwischen SWIFT und Ripple eher eine strukturelle Angleichung als eine Token-Adoption.

Kurzfristig hängt der Erfolg davon ab, ob Institutionen über das Messaging hinausgehen und XRP-basierte Liquidität für tokenisierte grenzüberschreitende Zahlungen einsetzen. Ripples paralleler institutioneller Ausbau, einschließlich der Positionierung in der Wholesale Digital Markets Taskforce des Vereinigten Königreichs, deutet darauf hin, dass sich das regulatorische Umfeld in eine Richtung bewegt, die diese Entscheidung erleichtert.

Das Schicksal von XRP orientiert sich zudem an der Stärke von Bitcoin und der allgemeinen Stimmung bei Altcoins. Ein anhaltender Anstieg der Bitcoin-Dominanz über 59 % würde XRP und andere Alts wahrscheinlich weiter unter Druck setzen. Das SWIFT-Narrativ stellt zwar einen echten strukturellen Fortschritt für Ripple dar, doch ein solcher Fortschritt, der noch keine zwingende XRP-Nachfrage vorschreibt, wird an den Märkten anders bewertet als ein Mandat zur Token-Nutzung.

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