Business-Zyklus gibt Kaufsignal: Allzeithoch für Bitcoin?

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Bitcoin fällt am Sonntag erneut unter die Marke von 64.000 US-Dollar. Auslöser ist die geopolitische Eskalation rund um die Straße von Hormus, die der Iran erneut für geschlossen erklärte. Dennoch bleibt der ganz große Verkaufsdruck bislang aus: Nach einem zwischenzeitlichen Rücksetzer konnte sich der Bitcoin-Kurs wieder etwas von seinen Tagestiefs lösen.

Das spricht zumindest dafür, dass ein Teil der negativen Nachrichten bereits eingepreist sein könnte. Gleichwohl bleibt das übergeordnete Bild schwierig. Bitcoin notiert weiterhin rund 50 Prozent unter seinem Rekordhoch, womit der Bärenmarkt intakt ist. Ein makroökonomischer Frühindikator macht nun jedoch Hoffnung auf eine Trendwende.

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Was ist der Business-Zyklus?

Der Business- oder Konjunkturzyklus beschreibt die wiederkehrenden Phasen wirtschaftlicher Expansion und Abschwächung. Typischerweise folgen auf eine Erholung ein stärkeres Wachstum, eine Hochphase, anschließend eine Abkühlung und schließlich möglicherweise eine Rezession. Finanzmärkte reagieren allerdings nicht erst, wenn sich diese Entwicklung bereits eindeutig in Wirtschaftsdaten zeigt. Sie versuchen vielmehr, den nächsten Abschnitt des Zyklus frühzeitig vorwegzunehmen.

Ein häufig beobachteter Indikator ist dabei das Verhältnis zwischen Kupfer und Gold. Kupfer wird in zahlreichen industriellen Bereichen benötigt, etwa im Bauwesen, in Stromnetzen, Fahrzeugen und elektronischen Geräten. Steigt die Nachfrage nach Kupfer, kann dies auf eine zunehmende wirtschaftliche Aktivität hindeuten. Gold gilt dagegen eher als defensiver Vermögenswert, der in unsicheren Phasen verstärkt nachgefragt wird.

Steigt Kupfer relativ zu Gold, spricht dies somit häufig für wachsenden Konjunkturoptimismus und eine höhere Risikobereitschaft. Fällt das Verhältnis, dominieren dagegen oftmals Rezessionsängste und defensive Positionierungen. Der in der Grafik dargestellte MACD glättet die Entwicklung dieses Verhältnisses und soll mögliche Trendwechsel sichtbar machen. Ein Wechsel vom negativen in den positiven Bereich deutet darauf hin, dass sich das makroökonomische Momentum zugunsten zyklischer und risikoreicher Anlagen verschieben könnte.

Deshalb könnte jetzt ein Bitcoin-Kaufsignal entstehen

Die aktuelle Grafik zeigt, dass der monatliche MACD des Kupfer-Gold-Verhältnisses erstmals seit längerer Zeit wieder in den positiven Bereich dreht. Vergleichbare Wechsel ereigneten sich dem Chart zufolge bereits 2012, 2016 und 2020. In allen drei Fällen folgte anschließend eine Phase, in der Bitcoin deutlich an Wert gewann und später neue Rekordstände erreichte.

Die mögliche Erklärung liegt in der zeitlichen Verzögerung zwischen Konjunktur und Kryptomarkt. Verbessern sich die wirtschaftlichen Erwartungen, steigt zunächst häufig die Nachfrage nach industriellen Rohstoffen und zyklischen Anlagen. Erst später erreicht die wachsende Risikobereitschaft spekulativere Märkte wie Bitcoin und Altcoins.

Michaël van de Poppe spricht deshalb von einem sich aufheizenden Business-Zyklus, dessen Wirkung im Kryptomarkt möglicherweise erst in einigen Wochen sichtbar wird. Für ihn wäre ein nachhaltiger Ausbruch von Bitcoin über 65.000 US-Dollar besonders wichtig, da dieser zusätzliches Momentum und anschließend auch Stärke bei Altcoins auslösen könnte.

Dennoch handelt es sich nicht um ein garantiertes Kaufsignal. Die Grafik basiert auf wenigen historischen Zyklen, während geopolitische Risiken, Inflation, Geldpolitik und Liquidität den Zusammenhang jederzeit überlagern können. Der bullische Wechsel verbessert somit eher die mittelfristigen Rahmenbedingungen. Erst ein bestätigter Bitcoin-Ausbruch über den Widerstandsbereich um 65.000 US-Dollar würde zeigen, dass das positive Makrosignal tatsächlich im Kryptomarkt ankommt.

Frühe Akkumulation: Käufer kehren am entscheidenden Niveau zurück

Neben dem makroökonomischen Signal deutet auch die On-Chain-Struktur auf eine mögliche Stabilisierung hin. Das sogenannte „Bitcoin STH Realized Pressure Model“ misst den Kauf- und Verkaufsdruck kurzfristiger Marktteilnehmer. Dabei zeigt sich, dass der aggressive Verkaufsdruck nach mehreren schwachen Wochen deutlich nachlässt, während Käufer rund um die Kostenbasis der Short-Term Holder wieder aktiver werden.

Diese Kennzahl beschreibt den durchschnittlichen Einstiegspreis jener Anleger, die ihre Bitcoin erst seit vergleichsweise kurzer Zeit halten. Sie gilt als wichtige psychologische Schwelle: Fällt der Kurs darunter, reagieren unerfahrene Marktteilnehmer häufig mit Verlustverkäufen. Wird das Niveau dagegen verteidigt, kann es zum Ausgangspunkt einer neuen Akkumulationsphase werden.

Aktuell steigt der grüne Kaufdruck-Score wieder an, während der violette Verkaufsdruck spürbar zurückgeht. Das deutet darauf hin, dass verfügbare Coins zunehmend absorbiert werden und potenzielle Zwangsverkäufer an Einfluss verlieren. Gleichzeitig sorgen langfristige Halter weiterhin für ein strukturell begrenztes Angebot.

Eine endgültige Trendwende ist damit jedoch noch nicht bestätigt. Dafür müsste die Spot-Nachfrage über mehrere Wochen stabil bleiben, während Bitcoin die Kostenbasis kurzfristiger Halter zurückerobert und verteidigt. Gelingt dies, könnte der Markt tatsächlich von einer Distributions- in eine neue Akkumulationsphase wechseln.

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