Bitcoin News: Michael Saylor plant BTC-Verkauf über 1,25 Mrd.

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Bitcoin News: Michael Saylors Unternehmen (Nasdaq: MSTR) hat am 29. Juni einen Antrag gestellt, um Bitcoin im Wert von bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Die potenzielle Liquidation wird als „Bitcoin-Monetarisierungsprogramm“ bezeichnet und soll dazu dienen, die Barreserven zu stärken, Dividenden für Vorzugsaktien zu decken und Zinsverpflichtungen zu bedienen.

Dieser Antrag markiert den bisher deutlichsten strukturellen Rückzug von der „Akkumulation-um-jeden-Preis“-Strategie, die Saylor über Jahre hinweg sowohl institutionellen als auch privaten Anlegern präsentiert hat.

Der unmittelbare Auslöser war der 27. Juni, als das mNAV des Unternehmens – das Verhältnis zwischen dem Unternehmenswert und den Bitcoin-Beständen – zum ersten Mal unter den Wert von 1 fiel.

Dieser Wert ist weit mehr als nur ein optisches Problem. Das gesamte Kapitalmodell basierte darauf, dass die Aktie mit einem Aufschlag (Premium) zum Netto-Bitcoin-Wert gehandelt wurde. Dies ermöglichte es dem Unternehmen, Eigenkapital und Vorzugsaktien auszugeben, um mehr BTC zu wertsteigernden Preisen zu kaufen. Mit einem mNAV von 0,99 ist dieses Schwungrad nun zum Stillstand gekommen.

Die Barreserven des Unternehmens belaufen sich derzeit auf etwa 2,55 Milliarden US-Dollar. Laut Unternehmensangaben würden Bitcoin-Verkäufe „von Zeit zu Zeit“ je nach Marktbedingungen und Kapitalbedarf durchgeführt. Diese Formulierung lässt die Tür offen, ohne sich auf einen festen Zeitplan oder eine bestimmte Tranchengröße festzulegen.

Zudem wurden zwei separate Aktienrückkaufprogramme von jeweils bis zu 1 Milliarde US-Dollar autorisiert: eines für die Stammaktien der Klasse A und eines für die Digital Credit Securities, welche die Vorzugsaktien-Serien einschließlich STRK, STRF und STRD abdecken.

Besonders der Bereich der Vorzugsaktien erzeugt derzeit Druck. STRK bietet eine jährliche Dividende von 8 % auf die aufgenommenen 584 Millionen US-Dollar. STRF zahlt 10 %, was sich bei Zahlungsausfällen auf 18 % summieren kann (bei 711 Millionen US-Dollar Kapital). STRD, die jüngste Serie, erbrachte Nettoerlöse von ca. 979,7 Millionen US-Dollar bei einem nicht-kumulativen Zinssatz von 10 %.

Insgesamt übersteigt die jährliche Dividendenlast für die Vorzugsaktien 700 Millionen US-Dollar. Als Bitcoin Ende 2025 nahe seinem Hoch bei 125.000 US-Dollar notierte und das mNAV stabil über 1 lag, war die Ausgabe neuer Aktien zur Deckung dieser Kosten problemlos möglich. Bei einem Bitcoin-Preis von 60.000 US-Dollar und einem mNAV unter 1 ist dies jedoch nicht mehr der Fall.

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Dies ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen seine Bitcoin-Bestände angreift. Bereits am 1. Juni verkaufte die Firma 32 BTC für rund 2,5 Millionen US-Dollar – eine kleine Transaktion, die explizit zur Finanzierung von Vorzugsaktien-Ausschüttungen diente. Der Antrag vom 29. Juni erhöht den potenziellen Umfang nun um mehrere Größenordnungen.

Die Preisentwicklung von Bitcoin im Vorfeld des Antrags hatte bereits erheblichen Schaden angerichtet. BTC testete letzte Woche die Marke von 58.000 US-Dollar, begleitet von Marktabflüssen in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar und einem gleichzeitigen Einbruch der MSTR-Aktien. Dies komprimierte die NAV-Abdeckung des Unternehmens genau in dem Moment, in dem es Spielraum benötigt hätte.

Bitcoin hat sich seitdem leicht auf etwa 60.175 US-Dollar erholt, bleibt aber weit unter den Niveaus, auf denen das Modell von MicroStrategy reibungslos funktionierte. Die Optionsmarktstruktur um den Bereich von 60.000 US-Dollar sorgt weiterhin für volatile Preisbewegungen ohne klare technische Auflösung.

Peter Schiff, Gold-Befürworter und langjähriger Bitcoin-Kritiker, ließ diesen Moment nicht ungenutzt. In einem Post vom 29. Juni bezeichnete Schiff das Unternehmen nun als „Bitcoin-Verkäufer“ – eine gezielte Provokation angesichts Saylors jahrelanger Rhetorik, dass Bitcoin niemals verkauft werden dürfe. Nach der Transaktion am 1. Juni schrieb Schiff: „Was Saylor gibt, nimmt Saylor auch wieder“, und argumentierte, dass die aggressiven Zukäufe den BTC-Preis gestützt hätten, bevor es in diesem Jahr zur Umkehr kam. Seine Darstellung ist polemisch, doch der strukturelle Kernpunkt – dass die Käufe ein Preisstützungsmechanismus waren, der nun ins Gegenteil umschlägt – ist nicht von der Hand zu weisen.

Das Unternehmen widerspricht dem Narrativ einer Kapitulation und betont öffentlich, dass Bitcoin weiterhin das „primäre Reserve-Asset“ bleibe und das Liquiditätsmanagement keinen Wandel der langfristigen Überzeugung darstelle.

Zudem verabschiedete der Vorstand eine Richtlinie, die eine Reserveabdeckung von mindestens 12 Monaten für Vorzugsdividenden und Zinsverpflichtungen vorschreibt. Dies ist ein bedeutender Wandel hin zu mehr Bilanzdisziplin und ein implizites Eingeständnis, dass der Marktzugang nicht mehr als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann.

Die MSTR-Aktien notierten zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei 82,31 US-Dollar, was einem Tagesminus von 3,5 % entspricht. Damit setzt sich der deutliche Rückgang von den Höchstständen fort, als Bitcoin noch die 125.000-Dollar-Marke anvisierte. Der Kontrast zwischen diesen Datenpunkten verdeutlicht die Situation: MSTR war nicht nur ein Bitcoin-Proxy, sondern eine gehebelte Wette darauf, dass das mNAV über 1 bleibt. Diese Bedingung ist aktuell nicht mehr erfüllt.

Bitcoin News: MSTR – Hält die 90-Dollar-Marke oder wird das Modell neu bewertet?

Mit 92 US-Dollar hält sich MSTR knapp über der psychologisch wichtigen Unterstützung bei 90 US-Dollar. Ein Durchbrechen dieser Marke bei hohem Volumen würde wahrscheinlich den Verkaufsdruck durch Anleger erhöhen, die die Aktie als Premium-Vehikel für Bitcoin gekauft haben. Denn das Premium ist verschwunden, und das Eigenkapital bietet weder die Reinheit eines direkten BTC-Investments noch die Sicherheit eines Unternehmens mit operativem Cashflow zur Absicherung der Position.

Die beiden Rückkaufprogramme über jeweils 1 Milliarde US-Dollar geben dem Management ein Werkzeug an die Hand, um sowohl die Stammaktien als auch die Vorzugsaktien zu stützen. Aggressiv eingesetzte Rückkäufe könnten auf diesem Niveau einen technischen Boden bilden.

Allerdings sind die Autorisierung eines Rückkaufs und dessen tatsächliche Durchführung zwei verschiedene Dinge. Die vorrangige Verpflichtung des Unternehmens besteht darin, die Dividenden der Vorzugsaktien zu decken, bevor Kapital an die Stammaktionäre zurückgegeben werden kann.

Das wahrscheinlichste kurzfristige Szenario ist eine anhaltende Seitwärtsbewegung der MSTR-Aktie zwischen 80 und 89 US-Dollar. Die Richtung wird fast ausschließlich davon abhängen, ob Bitcoin die Marke von 63.000 US-Dollar zurückerobern und halten kann.

Eine Erholung über dieses Niveau würde das mNAV wieder über 1 heben und das Fenster für neue Aktienemissionen öffnen. Ein weiterer Rückgang in Richtung 55.000 US-Dollar würde hingegen deutlich umfangreichere Bitcoin-Verkäufe erzwingen, als die derzeit autorisierte Obergrenze von 1,25 Milliarden US-Dollar vorsieht. Dieses Szenario würde wahrscheinlich zu einer Neubewertung der gesamten Vorzugsaktien-Struktur führen.

Im Gegensatz dazu hat El Salvador unter Beobachtung des IWF seine Bitcoin-Akkumulation fortgesetzt, was unterstreicht, dass nicht jeder institutionelle BTC-Halter denselben strukturellen Zwängen unterliegt wie MicroStrategy. Das nächste wichtige Signal wird sein, ob das Unternehmen in den kommenden zwei Wochen nennenswerte BTC-Verkäufe tätigt und wie die Vorzugsaktien darauf reagieren.

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