Circle crasht weiter: Diese Konkurrenz ist gigantisch

Altcoins Krypto
Redakteur
Redakteur
Patrick KraussVerified
Part of the Team Since
März 2026
Über den Autor

Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Circle hat gestern rund ein Fünftel seines Börsenwerts verloren. Die Aktie des Stablecoin-Emittenten geriet am 30. Juni 2026 massiv unter Druck, nachdem ein neuer Wettbewerber im Stablecoin-Markt angekündigt wurde. Circle ist das Unternehmen hinter USDC, dem zweitgrößten Dollar-Stablecoin nach Tether.

Das Geschäftsmodell ist vergleichsweise einfach: Nutzer tauschen Dollar gegen digitale USDC, während Circle die hinterlegten Reserven in Cash und kurzfristigen US-Staatsanleihen hält. Die Zinsen auf diese Reserven sind ein zentraler Erlöstreiber. Genau deshalb reagierte der Markt so nervös: Der neue Konkurrent greift nicht nur USDC an, sondern Circles wichtigste Einnahmequelle.

Neue Kryptowährungen in 2026 – hier mehr erfahren

Open USD schockt Circle: Das steckt hinter dem Kurssturz

Auslöser für den Abverkauf war die Ankündigung von Open USD. Hinter dem Projekt steht Open Standard, ein neues Konsortium mit mehr als 140 beteiligten Unternehmen. Dazu zählen Schwergewichte aus Zahlungsverkehr, Tech und Krypto, unter anderem Visa, Mastercard, Stripe, Coinbase, BlackRock und Google. Open USD soll ein an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin werden und noch im Laufe des Jahres 2026 live gehen. Laut Reuters soll der Coin Unternehmen kostenloses Minting und Redemption ermöglichen, also die Ausgabe und Rückgabe ohne direkte Gebühren und ohne Volumenlimits. Besonders brisant: Die Reserveerträge sollen nach Abzug einer Managementgebühr mit den beteiligten Unternehmen geteilt werden.

Genau hier liegt der Angriff auf Circle. Denn Circle verdient stark an den Zinserträgen der USDC-Reserven. Je mehr USDC im Umlauf sind, desto größer ist der Reservepool, aus dem Zinserträge entstehen. Wenn nun ein Stablecoin-Modell entsteht, bei dem Distributoren, Zahlungsdienstleister und Plattformen stärker an diesen Erträgen beteiligt werden, verändert sich die ökonomische Logik. Partner, die bisher USDC verbreitet haben, könnten künftig ein größeres Interesse daran haben, Open USD zu nutzen oder zu unterstützen.

Der Markt preiste diese Gefahr sofort ein. Damit wurde an einem einzigen Handelstag massiv Vertrauen aus der Aktie herausgenommen.

Expertenanalyse: Der gefährlichste Rivale kommt aus dem eigenen Netzwerk

Die Analyse von Shanaka Anslem Perera bringt den eigentlichen Kern der Sorge gut auf den Punkt: Open USD ist nicht einfach irgendein neuer Stablecoin. Gefährlich ist vor allem, wer dahintersteht. Denn mehrere der beteiligten Akteure sind nicht externe Herausforderer, sondern Unternehmen, die bisher eng mit dem USDC-Ökosystem verbunden waren. Coinbase war Mitgründer von USDC und ist einer der wichtigsten Distributionspartner. BlackRock verwaltet einen großen Teil der USDC-Reserven, BNY Mellon ist im institutionellen Verwahr- und Infrastrukturgeschäft rund um USDC relevant. Wenn genau solche Akteure nun ein alternatives Stablecoin-Modell unterstützen, wirkt das für Anleger wie ein Angriff aus dem eigenen Maschinenraum.

Der Tenor der Analyse: Circles Burggraben könnte schmaler sein, als viele Investoren dachten. Circle sitzt bislang in der Mitte der Wertschöpfungskette. Das Unternehmen emittiert USDC, hält die Reserven und profitiert stark von deren Zinserträgen. Doch Open USD dreht diese Logik teilweise um. Statt dass der Emittent den Großteil der Reserveerträge vereinnahmt und Vertriebspartner vergütet, sollen die wirtschaftlichen Vorteile stärker an die Unternehmen fließen, die den Stablecoin tatsächlich nutzen, verteilen und skalieren.

Damit entsteht ein massiver Konkurrenzdruck. Zahlungsriesen wie Visa, Mastercard und Stripe bringen Reichweite. Coinbase bringt Krypto-Infrastruktur und mit Base eine eigene Blockchain. BlackRock bringt institutionelle Glaubwürdigkeit. Google und weitere Tech-Konzerne erhöhen die strategische Bedeutung zusätzlich. Open USD muss USDC nicht sofort verdrängen, um Circle zu schaden. Es reicht bereits, wenn Investoren künftig niedrigere Margen, höhere Vertriebskosten oder schwächere Verhandlungsmacht erwarten.

Wichtig bleibt aber die Einordnung: Circle ist nicht erledigt. USDC ist liquide, etabliert, reguliert und tief in Krypto- sowie Zahlungsinfrastrukturen integriert. Auch Analysten verwiesen darauf, dass die Sorgen möglicherweise überzogen sein könnten. Dennoch ist die Botschaft der Börse klar: Der Stablecoin-Markt wird nicht nur größer, sondern auch härter umkämpft. Für Circle ist das besonders gefährlich, weil Open USD genau dort ansetzt, wo das Unternehmen bisher am meisten verdient.

Beste Memecoins – unsere Cryptonews-Rangliste

2M+

Aktive Users Monatlich

250+

Leitfäden und Bewertungen

8

Jahre auf dem Markt

70

Internationale Autoren
editors
articles_more_authors

Beste Krypto ICOs

Entdecke neue Token, die sich noch im Presale befinden - Early-Stage-Picks mit Potenzial

Marktübersicht

  • 7d
  • 1m
  • 1y
Market Cap
$2,188,092,636,261
+1.26%

Weitere Artikel

Bitcoin News
Bitcoin News: Neue Daten machen Hoffnung
Patrick Krauss
Patrick Krauss
2026-07-01 19:10:49
Bitcoin News
Bitcoin Prognose: Ab jetzt nur noch bergauf?
Patrick Krauss
Patrick Krauss
2026-07-01 19:03:58
Crypto News in numbers
editors
Autoren Liste articles_more_authors
2M+
Aktive Users Monatlich
250+
Leitfäden und Bewertungen
8
Jahre auf dem Markt
70
Internationale Autoren