Anleger fliehen aus Ethereum & Arbitrum: In diese drei Altcoins fließt das Geld

Altcoins zeigen sich im laufenden Jahr extrem selektiv. Während viele Projekte weiter unter Druck stehen und Kapital verlieren, entstehen einzelne Gewinner mit klarer relativer Stärke. Genau deshalb reicht es für Anleger nicht mehr, einfach breit in den Altcoin-Markt zu investieren.
Entscheidend ist vielmehr, wo tatsächlich Kapital zufließt. Der Indikator „Top Net Flows YTD“ misst die Netto-Kapitalflüsse seit Jahresbeginn. Positive Werte zeigen, dass mehr Kapital in ein Netzwerk fließt als abwandert. Negative Werte deuten dagegen auf Kapitalabflüsse hin. Damit wird sichtbar, welche Ökosysteme aktuell Nachfrage anziehen – und welche Marktteilnehmer eher meiden.
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Anleger fliehen aus Ethereum und Arbitrum – Hyperliquid dominiert die Kapitalzuflüsse
Die Daten zeigen ein deutliches Bild: Während Ethereum und Arbitrum seit Jahresbeginn jeweils rund 1,4 Milliarden US-Dollar an Nettoabflüssen verzeichnen, profitieren andere Netzwerke massiv vom Kapitalwechsel. Besonders auffällig ist Hyperliquid. Das Projekt führt das Ranking mit rund 1,7 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen klar an und outperformt damit den restlichen Markt deutlich. Für Anleger ist das ein starkes Momentum-Signal, denn Kapitalflüsse gelten oft als Hinweis darauf, wo sich Aktivität, Liquidität und Nutzerinteresse konzentrieren.
Hyperliquid profitiert dabei von seiner Positionierung als leistungsstarke Trading-Infrastruktur. Das Netzwerk hat sich rund um Perpetuals, Onchain-Trading und eine sehr aktive Community etabliert. In einem Markt, in dem viele Altcoins schwach bleiben, wirkt Hyperliquid damit wie einer der wenigen klaren Gewinner. Die hohen Zuflüsse zeigen, dass Marktteilnehmer hier nicht nur kurzfristig spekulieren, sondern Kapital aktiv in das Ökosystem verschieben.
Auf dem zweiten Platz folgt Base mit rund 850 Millionen US-Dollar an Nettozuflüssen. Das Coinbase-nahe Layer-2-Netzwerk bleibt damit einer der stärksten Profiteure im Ethereum-Umfeld. Base zieht Kapital durch günstige Transaktionen, starke App-Aktivität und die Nähe zu Coinbase an. Gerade in einem selektiven Markt ist diese institutionelle und nutzernahe Anbindung ein wichtiger Vorteil.
Ebenfalls positiv fällt Polygon PoS auf. Zwar liegen die Zuflüsse deutlich unter Hyperliquid und Base, dennoch gehört Polygon zu den stärksten Gewinnern im Vergleich. Das zeigt, dass etablierte Infrastruktur-Projekte mit realer Nutzung weiterhin Kapital anziehen können.
Besonders bemerkenswert ist der Kontrast zu Ethereum und Arbitrum. Beide gehören grundsätzlich zu den wichtigsten Netzwerken im Krypto-Markt, doch die aktuellen Abflüsse deuten darauf hin, dass Anleger kurzfristig nach dynamischeren Alternativen suchen. Der Markt rotiert also nicht pauschal in Altcoins, sondern sehr gezielt in Ökosysteme mit sichtbarem Momentum.
Altcoins bleiben angeschlagen: Bodenbildung möglich, aber noch nicht bestätigt
Der Status quo bei Altcoins bleibt weiterhin widersprüchlich. Auf der einen Seite zeigen einzelne Marktindikatoren, dass sich der Markt in einer interessanten Unterstützungszone befindet.
Die gesamte Altcoin-Marktkapitalisierung testet frühere Support-Bereiche, die bereits in vergangenen Marktphasen relevant waren. Besonders spannend ist dabei die bullische Divergenz im Wochenchart: Während die Kurse schwach bleiben oder tiefere Bereiche testen, zeigen Indikatoren wie RSI und MACD erste Stabilisierungssignale. Solche Divergenzen entstehen häufig dann, wenn der Verkaufsdruck zwar noch sichtbar ist, die Abwärtsdynamik aber bereits nachlässt. Genau deshalb sehen manche Analysten die aktuelle Zone als potenziellen Bereich für selektive Käufe.
Dennoch ist Vorsicht angebracht. Denn der zweite Indikator zeigt, dass der Spot-Verkaufsdruck bei Altcoins ein extremes Niveau erreicht hat. Laut der dargestellten CryptoQuant-Auswertung verzeichnet der Altcoin-Markt ohne Bitcoin und Ethereum bereits seit 15 Monaten Nettoverkäufe. Die kumulative Buy/Sell-Volume-Differenz ist sogar auf den tiefsten negativen Stand seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2020 gefallen. Das bedeutet: Auf Spot-Börsen dominieren weiterhin Verkäufer, während nachhaltige Akkumulation noch nicht klar erkennbar ist.
Damit ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Technisch befinden sich Altcoins möglicherweise in einer Zone, in der historisch Bodenbildungen entstanden sind. Gleichzeitig fehlt bislang der eindeutige Beweis, dass Kapital wieder breit in den Markt zurückkehrt. Genau das passt zum aktuellen Altcoin-Umfeld: Es gibt keine klassische Altcoin-Saison, sondern einen hochselektiven Markt. Einzelne Coins mit Momentum, starken Kapitalzuflüssen oder klaren Narrativen können outperformen. Die breite Masse bleibt dagegen schwach.
Für Anleger heißt das: Die aktuelle Phase kann Chancen bieten, aber nicht wahllos. Entscheidend sind relative Stärke, Liquidität, reale Nutzung und sichtbare Kapitalzuflüsse. Solange der Verkaufsdruck auf Spot-Märkten anhält, bleibt der Altcoin-Markt fragil. Erst wenn Support-Zonen halten und die Nettoflüsse drehen, würde sich das Bild nachhaltig aufhellen.
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