XRP Prognose: Bodenbildung? Metrik bestätigt bullische Analyse

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Der Kryptomarkt zeigt sich nach dem jüngsten Fed-Zinsentscheid wieder schwächer. Die zuvor aufgebaute Erholung verliert an Kraft, Gewinne werden zügig abverkauft und echte bullische Dynamik bleibt bislang aus. Bitcoin rutschte erneut unter wichtige kurzfristige Marken, während auch XRP unter 1,20 US-Dollar fiel. Damit bestätigt sich zunächst, dass die jüngste Gegenbewegung noch keine nachhaltige Trendwende darstellt.

Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen, sodass ein weiterer Rücksetzer nicht ausgeschlossen werden kann. Dennoch gibt es auch konstruktive Signale unter der Oberfläche. Eine aktuelle Binance-Metrik deutet darauf hin, dass sich bei XRP erneut ein Muster zeigt, das bereits in früheren Phasen mit lokalen Bodenbildungen zusammenfiel.

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XRP: Diese Binance-Metrik macht Hoffnung auf eine Bodenbildung

Die aktuelle Analyse bezieht sich auf das Verhältnis von Ein- und Auszahlungen bei Binance. Konkret geht es darum, wie viele XRP auf die Börse eingezahlt und wie viele wieder abgezogen werden. Steigen die Einzahlungen stark an, wird dies häufig als potenzieller Verkaufsdruck interpretiert. Anleger transferieren Coins auf eine Börse, um diese dort möglicherweise zu verkaufen. Genau ein solcher Anstieg war zuletzt erneut zu beobachten.

Spannend wird die Entwicklung jedoch durch die zweite Bewegung. Nach dem starken Anstieg der Einzahlungen legten auch die Auszahlungen deutlich zu. Das bedeutet: XRP wurde wieder von Binance abgezogen. Laut der dargestellten Metrik stieg der Anteil der Withdrawal-Transaktionen zuletzt auf 53,1 Prozent, während die Deposit-Transaktionen auf 46,8 Prozent zurückfielen. Damit dominieren aktuell wieder Abflüsse von der Börse.

Historisch ist dieses Muster interessant. Bereits im Juni 2025 und erneut im April 2026 kam es zu einer ähnlichen Sequenz: Zunächst stiegen die Einzahlungen stark an, was kurzfristig nach Verkaufsdruck aussah. Danach folgte jedoch ein deutlicher Anstieg der Auszahlungen. In beiden Fällen markierte XRP anschließend eher lokale Tiefpunkte als Hochpunkte. Die Interpretation: Erst kommt Panik oder Absicherung über Börsentransfers, danach folgt Akkumulation beziehungsweise Verwahrung außerhalb der Börse.

Für XRP ist das kurzfristig ein positives Signal, aber kein sicherer Trendwechsel. Die Stichprobe ist klein, und eine einzelne On-Chain-Metrik reicht nicht aus, um steigende Kurse zu bestätigen. Entscheidend bleibt, ob XRP den Bereich um 1,20 US-Dollar schnell zurückerobert und anschließend wieder Momentum aufbaut. Solange der Chart schwach bleibt, droht weiterhin ein Rücksetzer. Die Binance-Daten sprechen jedoch dafür, dass der Verkaufsdruck nachlassen könnte.

XRP-Anleger noch nicht kapituliert? Diese On-Chain-Daten mahnen zur Vorsicht

Eine weitere spannende On-Chain-Metrik liefert aktuell Glassnode mit dem „Percent of Addresses in Profit“. Die Kennzahl misst den Anteil aller XRP-Adressen, deren Bestände auf Basis des durchschnittlichen Kaufpreises aktuell im Gewinn liegen. Vereinfacht gesagt: Je höher der Wert, desto mehr Marktteilnehmer sitzen noch auf Buchgewinnen. Je niedriger der Wert, desto stärker waren die Verluste im Markt.

Der jüngste Rückgang bei XRP hat diese Kennzahl deutlich sinken lassen. Während im Zuge der Rallye Ende 2024 und Anfang 2025 zeitweise nahezu 100 Prozent aller Adressen im Gewinn lagen, ist der Anteil inzwischen auf etwas über 50 Prozent gefallen. Das zeigt, wie stark die Korrektur bereits ausgefallen ist. Viele Anleger haben einen Großteil ihrer Gewinne wieder abgegeben oder befinden sich mittlerweile sogar im Verlust.

Dennoch sendet die Metrik aktuell kein klassisches Kapitulationssignal. Historisch wurden die attraktivsten antizyklischen Einstiegsphasen bei XRP meist dann erreicht, wenn nur noch rund 20 bis 40 Prozent der Adressen im Gewinn waren. Genau in diesen Phasen war die Marktstimmung besonders negativ, schwache Hände wurden aus dem Markt gespült und langfristige Bodenbildungen konnten entstehen.

Mit weiterhin mehr als 50 Prozent profitabler Adressen liegt XRP noch deutlich über diesen historischen Extremzonen. Das deutet darauf hin, dass der Markt bislang noch keine vollständige Bereinigung erlebt hat. Viele Investoren verfügen trotz des Bärenmarktes weiterhin über Gewinnpolster, was bei weiteren Erholungen zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen könnte.

Für Bullen ist die Entwicklung zwar konstruktiv, da die Überhitzung deutlich zurückgeht. Gleichzeitig spricht die Historie jedoch dafür, dass aus Sicht dieser Kennzahl noch Raum für eine tiefere Korrektur bestehen könnte, bevor eine wirklich nachhaltige Bodenbildung abgeschlossen ist. Genau deshalb bleibt die Marke von 1,20 US-Dollar für XRP kurzfristig besonders wichtig.

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