Ethereum-Crash: Historisches Signal zeigt 700 Dollar Kursziel 

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Ethereum befindet sich weiter in einem schwierigen Marktumfeld. Der Kurs notiert aktuell nur noch bei rund 1.600 US-Dollar und damit mehr als 65 Prozent unter seinem Allzeithoch. Die jüngste Abwärtsbewegung hat den Verkaufsdruck nochmals erhöht, während wichtige Unterstützungen zunehmend unter Druck geraten.

Technisch betrachtet bleibt der Abwärtstrend intakt und viele Analysten schließen weitere Tiefs nicht aus. Besonders kritisch: Das Momentum fehlt nahezu vollständig, während Anleger weiterhin Kapital aus risikoreichen Anlagen abziehen.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt nun eine neue Analyse des bekannten Marktbeobachters Ali Martinez. Demnach könnte Ethereum sogar in Richtung 700 US-Dollar fallen. Grundlage dieser Einschätzung ist ein On-Chain-Indikator, der laut den vorliegenden Daten die beiden vergangenen großen Marktböden von Ethereum äußerst präzise identifizieren konnte. Sollte sich die historische Entwicklung erneut wiederholen, könnte ETH vor einer weiteren deutlichen Korrektur stehen, bevor ein nachhaltiger neuer Bullenmarkt beginnt.

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ETH Delta Price: Warum der Indikator 700 US-Dollar als mögliche Zielzone nennt

Im Mittelpunkt der aktuellen Analyse steht die sogenannte „Delta Price“-Metrik von Alphractal. Dabei handelt es sich um einen On-Chain-Indikator, der versucht, faire Bewertungszonen für Ethereum zu bestimmen. Vereinfacht gesagt kombiniert die Kennzahl verschiedene Kosten- und Bewertungsmodelle des Netzwerks. Besonders berücksichtigt werden dabei die durchschnittlichen Kostenbasen der Investoren sowie historische Produktions- beziehungsweise Netzwerk-Kosten.

In der Vergangenheit erwies sich die Delta Price mehrfach als bemerkenswert präzise. Sowohl im Bärenmarkt 2018 als auch während des Krypto-Crashs 2022 markierte die Kennzahl nahezu punktgenau jene Bereiche, in denen Ethereum seinen finalen Boden ausbildete. Genau diese beiden Zonen sind auch im aktuellen Chart hervorgehoben.

Derzeit liegt die Delta Price bei rund 708 US-Dollar. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Ethereum dieses Niveau erreichen muss. Allerdings signalisiert die Metrik, dass der Markt historisch betrachtet erst in dieser Region eine wirklich tiefe Unterbewertung erreichen würde. Solange der ETH-Kurs deutlich oberhalb dieser Marke notiert, sehen einige Analysten noch kein klassisches Kapitulationsniveau, wie es frühere Bärenmärkte kennzeichnete.

Für Anleger ist das eine wichtige Einordnung. Einerseits zeigt die Kennzahl, dass weiteres Abwärtspotenzial theoretisch vorhanden bleibt. Andererseits wurden genau solche Bereiche in der Vergangenheit zu den attraktivsten langfristigen Akkumulationszonen des gesamten Zyklus. Sollte Ethereum tatsächlich noch einmal in Richtung 700 US-Dollar fallen, würde dies aus Sicht dieses Modells eher eine historische Kaufchance als ein dauerhaft negatives Signal darstellen.

Ob die Prognose eintritt, bleibt offen. Dennoch verdeutlicht die Delta Price, dass der aktuelle Bärenmarkt aus historischer Perspektive möglicherweise noch nicht seine finale Bereinigungsphase erreicht hat. Gerade deshalb dürfte die Marke von 700 US-Dollar in den kommenden Monaten verstärkt in den Fokus vieler Ethereum-Investoren rücken.

MVRV Z-Score signalisiert bereits eine Bewertung wie in früheren Bärenmarkt-Tiefs

Während einige Analysten auf deutlich tiefere Kurse bei Ethereum verweisen, zeichnet eine andere On-Chain-Metrik ein wesentlich konstruktiveres Bild. Der MVRV-Z-Score von Glassnode deutet aktuell darauf hin, dass Ethereum bereits eine Bewertungszone erreicht hat, die historisch häufig mit einer Bodenbildung einherging.

Der MVRV Z-Score vergleicht die aktuelle Marktkapitalisierung mit der sogenannten Realized Cap, also dem durchschnittlichen Einstandspreis aller Coins im Netzwerk.

Vereinfacht gesagt zeigt der Indikator, ob Ethereum im historischen Vergleich überbewertet oder unterbewertet ist. Hohe Werte signalisierten in der Vergangenheit häufig Marktspitzen, während niedrige oder sogar negative Werte regelmäßig in der Nähe wichtiger Tiefpunkte auftraten.

Genau dieses Bild zeigt sich nun erneut. Der MVRV Z-Score ist zuletzt in den grünen Bereich gefallen und bewegt sich damit auf einem Niveau, das zuletzt während des Bärenmarktes 2022 erreicht wurde. Damals markierte Ethereum wenige Monate später seinen zyklischen Tiefpunkt und leitete die anschließende Erholungsphase ein.

Natürlich garantiert auch dieser Indikator keine unmittelbare Trendwende. Märkte können längere Zeit unterbewertet bleiben und kurzfristige Panikverkäufe sind jederzeit möglich. Dennoch spricht die aktuelle Datenlage dafür, dass Ethereum aus fundamentaler Sicht bereits deutlich günstiger bewertet wird als in den meisten Phasen der vergangenen Jahre. Sollte sich die Historie erneut wiederholen, könnte die finale Bodenbildung bereits näher sein als viele Marktteilnehmer derzeit erwarten. Ein weiterer Einbruch um mehr als 50 Prozent erscheint nach dieser Metrik zumindest deutlich weniger wahrscheinlich als noch in früheren Phasen des Bärenmarktes.

Fazit: Ethereum bleibt zwischen Kapitulationsrisiko und Bewertungs-Chance

Aktuell liefern die verschiedenen On-Chain-Indikatoren ein gemischtes Bild für Ethereum. Während die Delta-Price-Metrik theoretisch noch Raum für einen Rückgang in Richtung 700 US-Dollar aufzeigt, signalisiert der MVRV Z-Score bereits eine Unterbewertung auf dem Niveau früherer Bärenmarkt-Tiefs.

Anleger sollten dabei berücksichtigen, dass viele dieser Kennzahlen bislang nur wenige vollständige Marktzyklen durchlaufen haben und ihre historische Aussagekraft daher begrenzt bleibt.

Sicher scheint vor allem eines: Charttechnisch wirkt Ethereum weiterhin angeschlagen und ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist bislang nicht erkennbar. Gleichzeitig deutet jedoch vieles darauf hin, dass ETH aus historischer Sicht inzwischen vergleichsweise günstig bewertet ist. Die Wahrscheinlichkeit einer Bodenbildung nimmt damit zu, auch wenn kurzfristige Schwankungen und weitere Rücksetzer weiterhin möglich bleiben.

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