JPMorgan gegen Krypto-Gesetz? CLARITY Act sorgt für Machtkampf in den USA

In den USA spitzt sich der politische Streit rund um die Regulierung von Kryptowährungen weiter zu. Im Mittelpunkt steht der sogenannte CLARITY Act, der als eines der wichtigsten Krypto-Gesetze der amerikanischen Geschichte gilt. Während große Teile der Kryptobranche auf eine Verabschiedung drängen, wächst der Widerstand aus dem traditionellen Finanzsektor – insbesondere von JPMorgan und CEO Jamie Dimon.
Der Gesetzesentwurf soll erstmals einen umfassenden Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten schaffen.
Was der CLARITY Act für den Kryptomarkt verändern würde
Der CLARITY Act könnte die regulatorische Landschaft für Kryptowährungen in den USA grundlegend verändern.
Zu den Kernpunkten gehören ein Ende der viel kritisierten „Regulation by Enforcement“, also der Regulierung durch nachträgliche Strafmaßnahmen, klare Definitionen darüber, welche Kryptowährungen als Wertpapiere und welche als Commodities gelten, sowie eine Aufteilung der Aufsicht zwischen SEC und CFTC.
Darüber hinaus soll das Gesetz die Grundlage für einen institutionellen Kryptomarkt im großen Stil schaffen – inklusive klarer Regeln für Stablecoins und digitale Finanzprodukte.
Politisch erhielt der Entwurf bereits deutlichen Rückenwind. Im Juli 2025 passierte der CLARITY Act das US-Repräsentantenhaus mit einer bemerkenswert breiten Unterstützung von 294 zu 134 Stimmen. Im Senat geriet das Vorhaben jedoch ins Stocken.
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Warum Banken den CLARITY Act bekämpfen
Ein zentraler Streitpunkt betrifft die Frage, ob Krypto-Plattformen Nutzern Belohnungen oder Erträge auf Stablecoinsanbieten dürfen.
Genau hier beginnt der Konflikt mit den großen Banken.
Kritiker aus dem Bankensektor argumentieren, dass attraktive Stablecoin-Renditen Anleger dazu verleiten könnten, Kapital von klassischen Bankkonten auf Kryptoplattformen wie Coinbase umzuschichten. Weniger Bankeinlagen würden wiederum die Kreditvergabe an Verbraucher und Unternehmen belasten.
Laut den diskutierten Schätzungen könnten Banken dadurch einen spürbaren Rückgang ihrer verfügbaren Einlagen erleben.
Als Reaktion auf den politischen Widerstand wurde ein Kompromissvorschlag eingebracht. Demnach sollen Kryptoplattformen zwar keine passiven Zinsen anbieten dürfen, jedoch weiterhin Belohnungen ermöglichen, die an reale Aktivitäten gekoppelt sind – etwa Netzwerkbeteiligung, Transaktionen oder tatsächliche Nutzung.
Doch selbst dieser Mittelweg scheint die Banken nicht überzeugt zu haben.
Jamie Dimon geht öffentlich auf Konfrontationskurs
Die Auseinandersetzung erreichte zuletzt eine neue Eskalationsstufe.
JPMorgan-CEO Jamie Dimon äußerte sich öffentlich gegen die aktuelle Fassung des Gesetzes und griff dabei auch Coinbase-Chef Brian Armstrong direkt an.
Sinngemäß machte Dimon deutlich, dass für Banken dieselben Regeln für alle Marktteilnehmer gelten müssten und niemand Sonderbehandlungen erhalten dürfe.
Trotz des Widerstands machte der CLARITY Act zuletzt einen wichtigen Schritt nach vorne.
Am 14. Mai wurde der Entwurf im Senate Banking Committee mit 15 zu 9 Stimmen verabschiedet. Unterstützt wurde die Vorlage von allen republikanischen Mitgliedern sowie zwei Demokraten.
Damit rückt nun die Abstimmung im gesamten Senat näher. Dort benötigt das Gesetz jedoch mindestens 60 Stimmen, um die nächste Hürde zu nehmen.
Der Konflikt zeigt, worum es in Wahrheit geht: nicht nur um Regulierung, sondern um die Frage, wer künftig die Kontrolle über digitale Finanzinfrastruktur, Stablecoins und digitale Zahlungsnetzwerke haben wird.
Für den Kryptomarkt könnte der Ausgang dieser politischen Auseinandersetzung weitreichende Folgen haben. Sollte der CLARITY Act in seiner aktuellen Form verabschiedet werden, könnte dies den USA erstmals einen klaren regulatorischen Rahmen für digitale Assets liefern – und institutionelle Adoption deutlich beschleunigen.
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