Bitcoin hält 77.000 Dollar – nachlassende Spannungen eröffnen Weg bis 82.000 Dollar
Sinkende Ölpreise, positive Signale aus den US-Iran-Gesprächen und erholte Aktienmärkte geben Bitcoin Auftrieb. Doch professionelle Trader bleiben zurückhaltend – und ETF-Abflüsse bremsen den Optimismus.
Bitcoin hat die 77.000-Dollar-Marke zurückerobert, nachdem US-Präsident Donald Trump am Samstag Fortschritte bei den Verhandlungen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gemeldet hatte. Die Ankündigung ließ die Brent-Rohölpreise auf ein Fünf-Wochen-Tief sinken – mit direkten Folgen für die globalen Märkte. Japans Nikkei 225 legte rund 2,9 Prozent zu, Frankreichs CAC 40 schloss 1,8 Prozent im Plus. Die Renditen fünfjähriger Eurozone-Staatsanleihen fielen auf 2,64 Prozent, ebenfalls den tiefsten Stand seit fünf Wochen. Geringerer Inflationsdruck und nachlassendes geopolitisches Risiko veranlassten Investoren, Kapital zurück in Anleihen und Aktien zu rotieren.
Professionelle Trader bleiben skeptisch
Trotz der verbesserten Makrolage weigern sich professionelle Bitcoin-Trader, bullisch zu werden. Der annualisierte Basis-Rate für Bitcoin-3-Monats-Futures liegt bei nur 2 Prozent gegenüber dem Spotmarkt – deutlich unter dem neutralen Bereich von 5 bis 10 Prozent, der üblicherweise als Ausgleich für Kapitalkosten gilt. Das geringe Engagement bei gehebelten Long-Positionen signalisiert anhaltende Zurückhaltung. Solange der Schlüsselsupport bei 74.000 US-Dollar hält, lässt sich das niedrige Leverage-Niveau aber auch konstruktiv interpretieren.
ETF-Abflüsse und Strategy-Pause dämpfen Stimmung
Seit dem 7. Mai haben US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von 2,66 Milliarden US-Dollar verzeichnet – weniger als 3 Prozent des verwalteten Gesamtvermögens, aber ein klares Signal für nachlassendes institutionelles Interesse. Zusätzlich hat Strategy seine Bitcoin-Käufe pausiert, um einen Teil seiner Wandelanleihen zurückzukaufen. Das Unternehmen hält 8,7 Milliarden US-Dollar in Wandelschulden mit einer durchschnittlichen Laufzeit von unter vier Jahren. Die Entscheidung, den Fokus auf den Bitcoin-Yield pro Aktie zu legen, reduziert den Verschuldungsgrad und kommt Aktionären zugute – schiebt aber weitere Zukäufe zur bestehenden Reserve von 843.738 BTC vorübergehend auf Eis. Ob Bitcoin die 82.000-Dollar-Marke zurückerobert, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob ein US-Iran-Deal konkrete Gestalt annimmt und die ETF-Flows wieder ins Positive drehen.
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