Harvard verkauft komplette Ethereum-Position – 87 Millionen Dollar in nur einem Quartal liquidiert

Die renommierteste Universität der Welt hat ihre gesamten Ethereum-Bestände nach nur einem Quartal wieder abgestoßen. Der Schritt ist ein Warnsignal für die Stimmung rund um ETH – und fällt in eine ohnehin schwierige Phase für das Netzwerk.
Harvard Management Company, die das Stiftungsvermögen der Harvard University verwaltet, hat laut ihrer Q1-2026-SEC-Einreichung alle Anteile am BlackRock iShares Ethereum Trust ETF verkauft. Zum Jahresende 2025 hatte der Fonds noch rund 87 Millionen US-Dollar in diesem Produkt gehalten – nach nur einem Quartal ist die Position vollständig liquidiert. Auch die Bitcoin-Exposition wurde reduziert: Rund 2,3 Millionen Anteile am iShares Bitcoin Trust ETF wurden abgestoßen, wobei Harvard noch immer über 3 Millionen Anteile im Wert von knapp 117 Millionen US-Dollar hält.
Schwieriges Umfeld für Ethereum
Der Verkauf erfolgt in einem turbulenten Jahr für Ethereum. Seit dem Allzeithoch von knapp 5.000 US-Dollar im August 2025 hat der Kurs mehr als 50 Prozent verloren. Begleitet wird die Kursschwäche von einer Reihe hochkarätiger Abgänge bei der Ethereum Foundation: Insgesamt acht Mitarbeiter haben die Organisation 2026 verlassen, darunter die Researcher Julian Ma und Carl Beek sowie Josh Stark, ein langjähriger Researcher und ehemaliger Projektmanager. Die Ethereum Foundation hatte im März ein Leitbild veröffentlicht, das Dezentralisierung, Datenschutz und Zensurresistenz in den Mittelpunkt stellt – die Reaktionen in der Community waren gespalten. Journalistin Laura Shin lobte die Kernprinzipien, kritisierte aber gleichzeitig, dass die Foundation Tokenomics und den Preis des nativen Assets zu wenig priorisiere und sich zu passiv verhalte, während Wettbewerber aktiv um Marktanteile kämpften.
Signal oder Einzelfall?
Harvards Entscheidung ist symptomatisch für eine breitere Stimmungsverschiebung gegenüber Ethereum unter institutionellen Investoren. Gleichzeitig behält die Universität ihre Bitcoin-Position bei – ein Muster, das sich auch bei anderen institutionellen Akteuren beobachten lässt. Ob der Schritt einen nachhaltigen Trend widerspiegelt oder eine opportunistische Risikoreduzierung in einem schwachen Marktumfeld darstellt, wird die weitere Kursentwicklung zeigen.
