Bitcoin-ETFs unter Druck: Höchste Abflüsse seit Januar dämpfen den Markt
Die US Spot Bitcoin-ETFs erleben einen spürbaren Dämpfer. Anleger zogen zum Wochenstart an einem einzigen Handelstag insgesamt rund 649 Millionen US-Dollar ab – der massivste Kapitalabzug innerhalb eines Tages seit Januar. Damit beschleunigt sich eine Tendenz, die sich bereits in der Vorwoche durch vermehrtes De-Risking abgezeichnet hat.
BlackRock führt die Verkaufswelle an
Der Blick auf die einzelnen Fonds offenbart, dass selbst das institutionelle Schwergewicht der Branche nicht verschont bleibt. Der iShares Bitcoin Trust von BlackRock verzeichnete mit rund 448 Millionen US-Dollar den Löwenanteil der gesamten Abflüsse. Wenn Großinvestoren bei der sonst so dominierenden BlackRock-Infrastruktur Liquidität abziehen, ist das für Marktbeobachter ein starkes Signal, dass große Adressen im aktuellen Umfeld Risiken reduzieren und Gewinne sichern.
Der Bitcoin-Kurs spürt diesen Verkaufsdruck direkt und rutschte im Zuge der ETF-Daten auf etwa 76.300 US-Dollar ab. Da die Spot-ETFs einen erheblichen Teil des täglichen Handelsvolumens binden, wirken sich solche Kapitalbewegungen mittlerweile wie ein Hebel auf die kurzfristige Preisgestaltung aus.
Geopolitische Spannungen als Bremsklotz
Hinter den massiven ETF-Abgängen steht primär das makroökonomische und weltpolitische Klima. Die anhaltend angespannte geopolitische Lage, insbesondere im Nahen Osten rund um den Iran, sorgt für ausgeprägte Nervosität an den traditionellen Finanzmärkten. In solchen Phasen der Unsicherheit flüchten klassische Fondsmanager bevorzugt aus volatilen und risikoreichen Assetklassen (Risk-Off-Modus). Davon sind Krypto-Anlagen über regulierte ETF-Strukturen derzeit direkt betroffen.
Michael Saylor kauft die Dips
Während institutionelle Anleger über die ETFs den Ausgang suchen, bleibt die Gegenseite jedoch nicht untätig. Nahezu zeitgleich gab Michael Saylor bekannt, dass sein Unternehmen Strategy (ehemals MicroStrategy) die Schwächephase konsequent nutzt. In der vergangenen Woche kaufte das Unternehmen erneut Bitcoin im Wert von mehr als zwei Milliarden US-Dollar. Dieser massive antizyklische Kauf zeigt, dass der Markt trotz der ETF-Abflüsse eine starke fundamentale Unterstützung durch langfristig orientierte Großkäufer besitzt.
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