US-Senat zeigt Clarity-Entwurf: Bankenlobby stellt sich dagegen

Krypto
Redakteur
Redakteur
Patrick KraussVerified
Part of the Team Since
Mar 2026
Über den Autor

Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Der Clarity Act zählt zu den wichtigsten Krypto-Gesetzesprojekten in den USA. Er soll endlich regeln, wann digitale Assets als Wertpapiere gelten, wann die CFTC zuständig ist und welche Rolle die SEC künftig spielt.

Damit adressiert der Entwurf eine der größten Unsicherheiten für Börsen, Emittenten, DeFi-Projekte und institutionelle Investoren. Nun spitzt sich die Lage zu: Der US-Senatsausschuss für Banken hat einen aktualisierten, 309 Seiten starken Entwurf veröffentlicht.

Am Donnerstag soll das Gesetz im Ausschuss beraten werden. Damit beginnt eine entscheidende Woche für die Krypto-Regulierung in den USA.

Beste Krypto Börsen in 2026 – hier mehr erfahren

Neuer Clarity-Act-Entwurf: Mehr Regeln, klarere Zuständigkeiten

Der aktualisierte Entwurf des Clarity Act bringt die Debatte über eine umfassende US-Marktstruktur für digitale Assets zurück ins Zentrum. Im Kern bleibt die Aufteilung zwischen SEC und CFTC bestehen: Die SEC soll weiterhin viele Token-Verkäufe überwachen, während die CFTC stärker für den Sekundärhandel zuständig wäre, sobald digitale Assets bereits im Umlauf sind. Genau diese Trennung gilt als entscheidend, weil die Krypto-Branche seit Jahren kritisiert, dass die USA Regulierung vor allem über Klagen und Einzelfallentscheidungen betreiben.

Laut aktuellen Berichten wurde der Entwurf seit Januar deutlich überarbeitet und von 278 auf 309 Seiten erweitert. Neu sind unter anderem präzisere Definitionen, Anpassungen bei der SEC-Autorität, Marktstrukturregeln, neue Vorschriften gegen Insiderhandel bei bestimmten Krypto-Angeboten sowie überarbeitete Passagen zur Abgrenzung von DeFi und CeFi. Auch Bestimmungen zu Insolvenz, Tokenisierung und Entwickler-Schutz wurden neu gefasst oder ergänzt.

Besonders wichtig ist der Stablecoin-Teil. Der Entwurf versucht, klassische bankähnliche Zinsen auf reine Stablecoin-Haltung zu begrenzen. Gleichzeitig sollen Belohnungen erlaubt bleiben, wenn sie mit echter Krypto-Aktivität verbunden sind, etwa Staking, Liquidität, Governance, Transaktionen oder Loyalty-Programmen. Genau dieser Kompromiss ist politisch brisant. Für die Krypto-Industrie wäre er ein wichtiger Schritt, weil er Innovation nicht vollständig abwürgt. Für Banken bleibt er jedoch ein Risiko, weil Zahlungs-Stablecoins damit attraktiver werden könnten.

Bankenlobby läuft gegen Stablecoin-Rewards Sturm

Die größte Gegenwehr kommt nun aus dem Bankensektor. Die American Bankers Association warnt davor, dass der Entwurf eine Flucht von Bankeinlagen in Stablecoins fördern könnte. ABA-Chef Rob Nichols soll Bank-CEOs in einem Schreiben aufgefordert haben, sich vor dem entscheidenden Termin aktiv bei Senatoren zu melden. Ziel ist es, die Stablecoin-Passagen noch zu verschärfen und sogenannte „interest-like rewards“ stärker einzudämmen.

Aus Sicht der Banken geht es um den Schutz traditioneller Einlagen. Wenn Stablecoin-Anbieter oder Plattformen attraktive Belohnungen zahlen dürfen, könnten Kunden Gelder aus Bankkonten abziehen und in digitale Dollar-Produkte verschieben. Krypto-Befürworter sehen darin dagegen vor allem einen Wettbewerbskampf: Banken hätten jahrelang niedrige Zinsen gezahlt, während Stablecoins nun eine effizientere, programmierbare Alternative böten.

Senator Bernie Moreno griff diese Linie laut den beigefügten Posts scharf auf und sprach von einer Bankenlobby im „Panikmodus“. Damit wird der Clarity Act nicht nur zu einem Regulierungsgesetz, sondern auch zu einem Machtkampf zwischen TradFi und Krypto.

Donnerstag wird zum Schlüsseltermin

Der entscheidende Termin ist Donnerstag, der 14. Mai. Dann soll der Senate Banking Committee den Clarity Act im sogenannten Markup beraten. In diesem Verfahren können Senatoren Änderungen einbringen, Passagen streichen oder ergänzen und am Ende über die Weiterleitung abstimmen. Damit ist der Termin ein wichtiger Stimmungstest: Kommt der Entwurf durch den Ausschuss, wäre das ein starkes Signal für eine mögliche Verabschiedung noch 2026.

Ganz sicher ist das jedoch nicht. Reuters verweist darauf, dass der Entwurf trotz Republikaner-Unterstützung auch demokratische Stimmen braucht. Zudem gibt es weiter Kritik an Geldwäsche-Regeln, Stablecoin-Bestimmungen und möglichen Interessenkonflikten in der US-Kryptopolitik.

Die Unsicherheit zeigt sich auch bei Polymarket: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Clarity Act 2026 Gesetz wird, liegt aktuell bei rund 69 Prozent. Das ist optimistisch, aber keineswegs eindeutig. Für den Kryptomarkt bleibt diese Woche damit potenziell richtungsweisend.

Neue Kryptowährungen für 2026 – das große Cryptonews-Ranking

2M+

Aktive Users Monatlich

250+

Leitfäden und Bewertungen

8

Jahre auf dem Markt

70

Internationale Autoren
editors
+ 66 More

Beste Krypto ICOs

Entdecke neue Token, die sich noch im Presale befinden - Early-Stage-Picks mit Potenzial

Marktübersicht

  • 7d
  • 1m
  • 1y
Market Cap
$2,192,418,586,343
-15.88%

Weitere Artikel

Bitcoin News
Bitcoin-Kapitulation erreicht historische Ausmaße: Jetzt kaufen?
Patrick Krauss
Patrick Krauss
2026-06-06 10:52:10
Bitcoin News
Bitcoin: Die Chance des Lebens?
Patrick Krauss
Patrick Krauss
2026-06-06 10:43:32
Crypto News in numbers
editors
Autoren Liste + 66 More
2M+
Aktive Users Monatlich
250+
Leitfäden und Bewertungen
8
Jahre auf dem Markt
70
Internationale Autoren