Bitcoin Prognose: Scharfe Kritik von Avalanche-Gründer – kommt der Mining-Crash?

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Bitcoin startet stabil in die neue Woche. Größere Richtungsänderungen bleiben vorerst aus, doch die Kryptowährung hält sich weiter über 80.000 US-Dollar. Damit notiert BTC trotz jüngster Erholung weiterhin deutlich unter dem Allzeithoch und bleibt rund 30 Prozent davon entfernt. Zuletzt wurde vor allem das Risiko durch Quantencomputer stärker diskutiert.

Doch Avalanche-Gründer Emin Gün Sirer sieht ein anderes, langfristig womöglich größeres Problem: die sinkenden Mining-Belohnungen. Seiner Ansicht nach könnte weniger die Kryptografie, sondern vielmehr das ökonomische Sicherheitsmodell von Bitcoin zur entscheidenden Schwachstelle werden.

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Bitcoin: Warum Emin Gün Sirer vor sinkenden Mining-Rewards warnt

Avalanche-Gründer Emin Gün Sirer argumentiert, dass die Debatte über Quantencomputer womöglich überschätzt wird. In seinem Beitrag auf X vergleicht er den Hype sinngemäß mit Y2K: groß diskutiert, am Ende aber möglicherweise weniger dramatisch als befürchtet. Das eigentliche Problem sieht er langfristig bei Bitcoin selbst – genauer gesagt beim Sicherheitsbudget des Netzwerks. Dieses entsteht heute vor allem durch die Einnahmen der Miner. Sie erhalten pro gefundenem Block einerseits die Block Subsidy, also neu geschaffene Bitcoin, und andererseits Transaktionsgebühren.

Genau hier setzt Sirers Kritik an. Seit dem Halving im April 2024 liegt die Block Subsidy nur noch bei 3,125 BTC pro Block. Etwa alle vier Jahre halbiert sich diese Belohnung erneut. 2028 würde sie auf 1,5625 BTC fallen, 2032 erstmals unter einen Bitcoin pro Block. Damit muss langfristig ein immer größerer Teil der Miner-Einnahmen aus Gebühren kommen. Reichen diese Gebühren nicht aus, sinkt die Profitabilität. Schwächere Miner könnten abschalten, die Hashrate könnte unter Druck geraten und das Netzwerk wäre theoretisch anfälliger für Angriffe.

Dahinter steht eine alte, aber zentrale Bitcoin-Frage: Kann der Gebührenmarkt die sinkende Block Subsidy dauerhaft ersetzen? Bitcoin-Befürworter verweisen darauf, dass knapper Blockspace bei hoher Nachfrage steigende Gebühren erzeugen kann. Kritiker halten dagegen, dass Gebühren bislang stark schwanken und nicht immer ausreichen, um Miner stabil zu finanzieren. Besonders ältere Geräte und Standorte mit hohen Stromkosten stehen unter Druck.

Sirers Lösungsvorschlag ist erwartbar Avalanche-nah: Bitcoin könne langfristig von einer Pre-Consensus-Schicht auf Basis von Avalanche profitieren. Gemeint ist eine zusätzliche Ebene, die Transaktionen schneller vorordnet, Finalität verbessert und potenziell neue wirtschaftliche Anreize schafft, bevor die eigentliche Bitcoin-Settlement-Schicht final bestätigt.

Für Bitcoin wäre das allerdings ein tiefgreifender Eingriff in ein bewusst konservatives System. Die Debatte ist deshalb weniger eine kurzfristige Kursfrage, sondern eine strukturelle Grundsatzfrage: Reicht Bitcoins heutiges Sicherheitsmodell auch dann noch aus, wenn neue Coins kaum noch eine Rolle spielen?

Bitcoin-Miner unter Druck: Verkäufe steigen nach dem Halving deutlich an

Die Sorgen rund um das langfristige Sicherheitsmodell von Bitcoin werden derzeit auch durch aktuelle Daten aus dem Mining-Sektor verstärkt. Laut Alphractal haben börsennotierte Miner allein im ersten Quartal 2026 rund 32.000 BTC verkauft – und damit bereits das gesamte Verkaufsvolumen aus dem Jahr 2025 innerhalb von nur 90 Tagen erreicht. Besonders auffällig: Große Unternehmen wie MARA, Riot, CleanSpark, Bitdeer oder Core Scientific wandelten einen erheblichen Teil ihrer Produktion direkt in Liquidität um.

Hintergrund ist die deutlich verschlechterte Wirtschaftlichkeit vieler Mining-Unternehmen seit dem Halving 2024. Durch die halbierte Block Subsidy stehen die Betreiber stärker unter Druck, laufende Kosten über Verkäufe zu decken. Gleichzeitig bleibt die sogenannte „Hash Price“ – also der tägliche Umsatz pro Petahash Rechenleistung – laut Alphractal bei rund 33 US-Dollar pro PH/Day und damit teilweise unter der Profitabilitätsschwelle vieler Unternehmen.

Besonders interessant ist dabei die Entwicklung bei Core Scientific. Das Unternehmen verkauft laut Marktbeobachtern verstärkt Bitcoin-Bestände, um den Ausbau seiner KI-Infrastruktur zu finanzieren. Damit verschiebt sich Kapital zunehmend vom klassischen Bitcoin-Mining hin zu AI- und High-Performance-Computing-Geschäften. Auch Bitdeer soll laut Alphractal seine Treasury-Bestände weitgehend abgebaut haben.

Der sogenannte „Hash Capitulation Oscillator“ signalisiert laut den Analysten bereits seit Wochen eine Phase zunehmender Miner-Kapitulation. Historisch galten solche Phasen häufig als Belastungsfaktor für den Kurs, konnten mittelfristig jedoch auch lokale Bodenbildungen markieren.

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