Bullischer Ausblick für Bitcoin? Funding Rate gibt Signal
Der Kryptomarkt zeigt sich heute deutlich fester. Bitcoin legt rund drei Prozent zu und notiert wieder über 78.000 US-Dollar – ein kurzfristig bullisches Signal nach zuletzt schwächerer Phase. Doch nicht nur auf kurze Sicht hellt sich die Stimmung auf.
Auch strukturell könnten sich neue Chancen ergeben. Ein wichtiger Indikator liefert nun Hinweise in der Bitcoin Prognose: die Funding Rate. Sie zeigt, wie Trader im Derivatemarkt positioniert sind – und könnte aktuell ein seltenes Signal für die weitere Kursentwicklung liefern.
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Negative Funding Rate bei Bitcoin: Kontraindikator mit bullischem Potenzial
Die aktuelle Entwicklung am Derivatemarkt sorgt für Aufmerksamkeit: Die Funding Rate bei Bitcoin ist zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 2023 gefallen. Konkret liegt der 7-Tage-Durchschnitt laut Daten von Alphractal bei rund -0,005 %. Das bedeutet, dass Short-Positionen dominieren – also mehr Marktteilnehmer auf fallende Kurse setzen. Historisch betrachtet ist genau das jedoch häufig ein Kontraindikator.
In der Vergangenheit traten ähnlich negative Funding Rates mehrfach an entscheidenden Wendepunkten auf: etwa im März 2020 während des Corona-Crashs, Mitte 2021 nach größeren Korrekturen oder auch nach dem FTX-Kollaps. In diesen Phasen war der Markt stark von Angst geprägt, während sich gleichzeitig bereits eine Bodenbildung anbahnte. Innerhalb weniger Wochen folgten oft deutliche Kursanstiege.
Zusätzlich zeigt der sogenannte Market Capitulation Oscillator aktuell ein ähnliches Muster wie beim Tiefpunkt im Jahr 2022. Das deutet darauf hin, dass viele Marktteilnehmer bereits kapituliert haben – ein Zustand, der typischerweise am Ende von Abwärtstrends auftritt.
Die Schlussfolgerung daraus ist klar: Die aktuelle Positionierung am Markt ist extrem. Sollte sich der Markt weiter stabilisieren oder leicht steigen, könnten Short-Positionen schnell unter Druck geraten. In diesem Fall droht ein sogenannter Short Squeeze, der Bitcoin rasch in Richtung 80.000 US-Dollar treiben könnte.
Allerdings bleibt ein alternatives Szenario bestehen. Sollte der Verkaufsdruck erneut zunehmen, wäre auch eine letzte Kapitulationsphase denkbar, bei der Bitcoin kurzfristig nochmals in Richtung 65.000 US-Dollar korrigiert.
MVRV Z-Score signalisiert attraktive Bewertung bei Bitcoin
Auch aus On-Chain-Perspektive ergibt sich aktuell ein spannendes Bild: Der MVRV Z-Score deutet darauf hin, dass Bitcoin derzeit nicht überbewertet ist. Dieser Indikator vergleicht die Marktkapitalisierung mit der realisierten Kapitalisierung und zeigt damit, ob sich der Markt eher in einer Übertreibungsphase oder in einer günstigen Bewertungszone befindet.
Aktuell bewegt sich der MVRV Z-Score im unteren Bereich und damit weit entfernt von den roten Zonen, die historisch mit Zyklushochs einhergingen. In der Vergangenheit markierten genau diese niedrigen Niveaus häufig attraktive Einstiegsbereiche für langfristig orientierte Anleger.

Makro-Rotation spricht für steigenden Bitcoin-Kurs
Auch aus makroökonomischer Sicht verdichten sich aktuell die bullischen Signale für den Kryptomarkt. Der bekannte Analyst Michaël van de Poppe beschreibt dabei eine klassische Marktrotation, die sich in Zyklen immer wieder beobachten lässt. Zunächst steigen die Volatilitäten bei sicheren Häfen wie Gold oder auch Öl deutlich an – ein Zeichen für Unsicherheit und Risikoaversion. In dieser Phase ziehen Kapitalströme aus risikoreichen Assets ab.
Doch genau diese Entwicklung scheint nun zu drehen. Die Volatilität bei Gold und Öl nimmt wieder ab, während auch der Volatilitätsindex VIX sinkt. Das deutet darauf hin, dass sich die Marktstimmung stabilisiert und Investoren wieder mehr Risiko eingehen. In solchen Phasen fließt Kapital typischerweise zurück in Wachstumswerte – insbesondere Tech-Aktien, mit dem Nasdaq als führendem Indikator.
Bitcoin folgt dieser Bewegung häufig mit leichter Verzögerung von ein bis drei Wochen.
Genau dieses Muster scheint sich aktuell erneut zu bestätigen. Steigt Bitcoin weiter, könnten Altcoins sogar überproportional profitieren und stärkere Kursbewegungen zeigen. Die Rahmenbedingungen sprechen kurzfristig für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Solange die Liquidität zurück in risikobehaftete Märkte fließt, bleibt das bullische Szenario intakt.
On-Chain Cost Basis: Hinweis auf mögliche finale Kapitulation
Ein weiterer zentraler On-Chain-Indikator ist die sogenannte Cost Basis von Long-Term und Short-Term Holdern. Sie zeigt, zu welchen durchschnittlichen Preisen verschiedene Marktteilnehmer ihre Bitcoin erworben haben. Besonders relevant ist dabei der Vergleich zwischen kurzfristigen Investoren (STH) und langfristigen Haltern (LTH).

Historisch gesehen entstehen markante Tiefpunkte häufig dann, wenn der Bitcoin-Kurs unter die realisierte Preisbasis der Gruppen fällt.
Genau in diesen Phasen geraten vor allem kurzfristige Anleger unter Druck und verkaufen ihre Positionen – eine klassische Kapitulationsbewegung.
Aktuell notiert Bitcoin zwar nahe dieser Zonen, hat jedoch noch keinen klaren Durchbruch darunter vollzogen. Das deutet darauf hin, dass der finale Ausverkauf möglicherweise noch aussteht.
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