Adam Back: Bitcoin-Vorsorge gegen Quanten-Hacks trotz „Laborstatus“
Der Blockstream-CEO und Kryptografie-Pionier Adam Back hat sich auf der Paris Blockchain Week am 14. April 2026 zur wachsenden Debatte um Quantencomputer geäußert. Während der Markt weiterhin nervös auf technologische Durchbrüche starrt, bleibt Back gelassen, drängt aber dennoch auf sofortige Vorbereitungen. Er bezeichnet aktuelle Quantensysteme zwar noch als reine „Laborexperimente“, betont jedoch, dass Bitcoin bereits jetzt optionale Upgrades entwickeln sollte, um im Ernstfall eine reibungslose Migration auf quantenresistente Kryptografie zu ermöglichen.
Kontrollierte Evolution statt Krisenreaktion
Backs Strategie setzt auf Prävention statt Panik. Sein Unternehmen Blockstream verfügt bereits über ein spezialisiertes Quanten-Team, das aktiv an Angriffsvektoren forscht. Ein konkretes Ergebnis dieser Arbeit ist die Implementierung von hash-basierten Signaturen auf der Bitcoin-Layer-2-Lösung Liquid. Laut Back bietet auch das bestehende Taproot-Protokoll ausreichend Flexibilität, um alternative Signaturschemata zu unterstützen, ohne die aktuelle Nutzerbasis zu beeinträchtigen. Sein Credo: Änderungen in einer kontrollierten Umgebung sind weitaus sicherer als hektische Reaktionen während einer tatsächlichen Krise.
Das Zeitfenster der Bedrohung: Jahrzehnte oder Minuten?
Die Einschätzungen über den Zeitpunkt des „Quanten-Überfalls“ klaffen weit auseinander. Während Back die Gefahr eher in einem Zeitrahmen von 20 bis 40 Jahren sieht und heutige Quantenrechner als „langsamer als Taschenrechner“ verspottet, warnen Forscher von Google und dem Caltech vor einem schnelleren Fortschritt. Neue Studien legen nahe, dass weit weniger Rechenleistung nötig ist, um bestehende Verschlüsselungen zu knacken, als bisher angenommen. Google spekuliert sogar, dass ein funktionaler Quantencomputer die Bitcoin-Kryptografie innerhalb von nur neun Minuten kompromittieren könnte, was sogenannte „On-Spend“-Angriffe ermöglichen würde.
Widerstand gegen drakonische Maßnahmen wie BIP-361
Back reagierte damit auch indirekt auf den umstrittenen Vorschlag BIP-361, der am selben Tag von Jameson Lopp und weiteren Sicherheitsforschern präsentiert wurde. Dieser sieht vor, quantenanfällige Bitcoins – einschließlich des 82 Milliarden USD schweren Schatzes von Satoshi Nakamoto – vorsorglich einzufrieren. Dieser Vorstoß stieß in der Community auf heftigen Widerstand. Kritiker wie Mark Erhardt bezeichnen den Plan als „autoritär und konfiskatorisch“. Die Ironie, Geld stehlen zu müssen, um dessen Diebstahl zu verhindern, sorgt derzeit für hitzige Diskussionen in den sozialen Medien und auf den Konferenzfluren von Paris.
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