Kraken IPO rückt näher, Deutsche Börse investiert 200 Mio. 

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Kraken treibt seine Börsenpläne nun doch konkret voran. Nachdem zwischenzeitlich der Eindruck entstanden war, dass sich ein Listing wegen der Marktunsicherheit weiter nach hinten verschieben könnte, gibt es jetzt eine klare Bestätigung aus der Unternehmensspitze.

Co-CEO Arjun Sethi bestätigte öffentlich, dass die Kryptobörse vertraulich Unterlagen für einen US-Börsengang eingereicht hat. Damit ist aus Spekulation wieder ein greifbarer Prozess geworden. Zugleich erhält Kraken Rückenwind von zwei Entwicklungen, die strategisch kaum wichtiger sein könnten: einer milliardenschweren Neubewertung mit prominenter Beteiligung aus Deutschland und dem weiteren Ausbau der eigenen Infrastruktur im US-Finanzsystem.

Trotzdem bleibt das Umfeld nicht frei von Belastungsfaktoren. Denn parallel musste Kraken zuletzt auch einen neuen Sicherheitsvorfall offenlegen.

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Kraken bestätigt IPO-Pläne – Deutsche Börse steigt groß ein

Die wichtigste neue Nachricht ist die nun öffentliche Bestätigung, dass Kraken den IPO-Prozess weiterverfolgt. Bereits im November 2025 hatte Payward, die Muttergesellschaft hinter Kraken, vertraulich einen Entwurf für die Registrierung eines Börsengangs bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht.

Damals blieb offen, wann daraus tatsächlich ein Listing werden würde. Inzwischen hat Arjun Sethi diesen Schritt nochmals bestätigt und damit signalisiert, dass die Börsenpläne trotz der zwischenzeitlichen Verzögerungen nicht vom Tisch sind. Entscheidend ist dabei: Ein konkreter Termin steht zwar weiter nicht fest, doch der Prozess läuft. Der Börsengang ist damit nicht abgesagt, sondern lediglich an Marktbedingungen und das regulatorische Prüfverfahren gekoppelt.

Zusätzliche Relevanz bekommt dieses Signal durch die neue Bewertung. In einer aktuellen Transaktion wurde Kraken mit rund 13,3 Milliarden US-Dollar bewertet. Das liegt deutlich unter den 20 Milliarden US-Dollar, die Ende 2025 im Raum standen. Der Rückgang zeigt, dass selbst große Kryptounternehmen ihre Ambitionen derzeit an ein anspruchsvolleres Marktumfeld anpassen müssen.

Gleichzeitig macht genau diese Neubewertung den Fall spannend: Kraken bleibt trotz niedrigerer Bewertung ein Schwergewicht des Sektors, das für institutionelle Investoren weiter attraktiv genug ist, um in signifikanter Größenordnung Kapital zu binden.

Besonders aufhorchen lässt dabei der Einstieg der Deutschen Börse. Der Frankfurter Börsenbetreiber investiert 200 Millionen US-Dollar in Payward und erwirbt über eine Sekundärtransaktion einen vollständig verwässerten Anteil von 1,5 Prozent. Strategisch ist das mehr als ein bloßes Finanzinvestment. Beide Unternehmen hatten bereits im Dezember 2025 eine Partnerschaft angekündigt. Diese wird nun vertieft und soll regulierte Kryptoangebote, tokenisierte Märkte, Derivate sowie zusätzliche Liquidität für institutionelle Kunden in verschiedenen Regionen umfassen.

Dahinter steht ein klarer Trend: Klassische Marktinfrastruktur und Krypto wachsen stärker zusammen. Für Kraken ist das ein starkes Signal, weil mit der Deutschen Börse nicht irgendein Investor einsteigt, sondern einer der wichtigsten europäischen Börsenbetreiber. Das erhöht die Glaubwürdigkeit der Expansions- und IPO-Story deutlich.

Sicherheitsvorfall belastet das Bild – operativ baut Kraken dennoch weiter aus

Ganz ohne Schattenseite ist die jüngste Entwicklung allerdings nicht. Kraken hat selbst offengelegt, dass das Unternehmen aktuell von einer kriminellen Gruppe erpresst wird. Nach Angaben von Sicherheitschef Nick Percoco wurden zwei Fälle unangemessenen Zugriffs auf begrenzte Kundensupport-Daten identifiziert und gestoppt. Demnach seien die Systeme nicht gehackt worden, Kundengelder seien nie in Gefahr gewesen, und Kraken wolle weder zahlen noch mit den Tätern verhandeln. Betroffen gewesen sein sollen insgesamt rund 2.000 Konten, also nur ein sehr kleiner Teil der Kundenbasis.

Dennoch ist ein solcher Vorfall gerade in einer Phase sensibel, in der das Unternehmen seine Börsenreife unter Beweis stellen will. Sicherheitsfragen treffen Krypto-Unternehmen immer besonders hart, weil Vertrauen hier zum zentralen Geschäftsmodell gehört.

Auf der anderen Seite konnte Kraken zuletzt auch einen strukturell wichtigen Fortschritt vermelden. Kraken Financial erhielt als erste Digital-Asset-Bank in den USA ein Masterkonto bei der Federal Reserve. Dadurch kann das Unternehmen direkt auf zentrale Zahlungsinfrastruktur wie Fedwire zugreifen, ohne auf Zwischenbanken angewiesen zu sein.

Das ist ein Meilenstein für die institutionelle Positionierung, weil Dollar-Abwicklungen effizienter und direkter möglich werden. Zugleich gelten Einschränkungen: Nach Angaben eines Sprechers kann Kraken darüber zwar begrenzte Guthaben über Nacht halten, erhält aber keine Zinsen auf Reserveguthaben und hat keinen Zugang zu Notfallkrediten der Fed sowie nicht zu FedNow oder dem ACH-System.

Mit dem Börsengang treibt eine der führenden globalen Krypto-Börsen ihre Expansion voran – unter Beteiligung der Deutschen Börse.

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