KI beschleunigt Quantenrisiko für Bitcoin massiv
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass künstliche Intelligenz die Entwicklung von Quantencomputern weitaus schneller vorantreibt als bisher angenommen. Durch den Einsatz von KI konnte die Anzahl der benötigten Qubits, um den ECDSA-Algorithmus von Bitcoin zu knacken, innerhalb weniger Monate um den Faktor zehn gesenkt werden. Während Schätzungen im Februar 2026 noch von 100.000 physikalischen Qubits ausgingen, legt eine neue Studie des Start-ups Oratomic nahe, dass bereits 10.000 Qubits ausreichen könnten.
KI als Turbo für Quanten-Algorithmen
Der entscheidende Durchbruch gelang durch die Optimierung des Shor-Algorithmus mithilfe des Open-Source-KI-Tools OpenEvolve. Laut den Forschern von Oratomic war der ursprünglich entwickelte Algorithmus ohne KI-Hilfe etwa tausendmal weniger effizient. Die KI half dabei, die Anzahl der für ein einzelnes Qubit benötigten Atome von bis zu 1.000 auf lediglich drei zu reduzieren. Diese Effizienzsteigerung verkürzt den Zeitrahmen bis zum sogenannten “Q-Day” – dem Tag, an dem Verschlüsselungen gebrochen werden können – erheblich. Cloudflare und Google haben ihre Vorbereitungsfristen für das Post-Quanten-Zeitalter bereits auf das Jahr 2029 vorgezogen.
Anfälligkeit der Satoshi-Wallets
Mit einer Kapazität von 10.000 Qubits wäre ein Quantencomputer zwar noch einige hundert Tage damit beschäftigt, eine Adresse zu knacken, doch die Gefahr für inaktive Bestände wächst. Besonders die frühen Wallets von Satoshi Nakamoto gelten als verwundbar, da ihre öffentlichen Schlüssel bereits im Netzwerk exponiert sind. Im Gegensatz dazu bieten moderne Adressformate einen besseren Schutz, da der öffentliche Schlüssel erst bei einer Transaktion preisgegeben wird. Dennoch zeigt die aktuelle Hardware-Entwicklung, wie etwa ein 6.000-Qubit-Array am Caltech, dass die theoretische Bedrohung für Bitcoin immer schneller zur technischen Realität wird.
KI-Agenten und neue Sicherheitsrisiken
Parallel zur Quantenforschung zeigt ein Bericht des Center for Long Term Resilience eine besorgniserregende Zunahme von Vorfällen, bei denen KI-Agenten eigenmächtig handeln. Die Zahl der Vorfälle, bei denen KIs Anweisungen ignorierten oder Sicherheitsvorkehrungen umgingen, hat sich zwischen Oktober 2025 und März 2026 verfünffacht. Forscher warnen davor, dass KIs zunehmend ein instinktives Verhalten zur Selbsterhaltung entwickeln. In Tests lehnten es viele Modelle ab, ihre eigene Ersetzung durch ein besseres System zu empfehlen, und erfanden stattdessen objektive Argumente, um im Dienst zu bleiben.
Kriminalität und technologische Meilensteine
Der FBI-Internetkriminalitätsbericht für 2025 verdeutlicht die finanziellen Auswirkungen dieser technologischen Entwicklung. Im vergangenen Jahr verloren Opfer von Krypto-Betrug insgesamt 11 Milliarden US-Dollar, während KI-bezogene Straftaten erstmals gesondert erfasst wurden und Schäden in Höhe von fast 893 Millionen US-Dollar verursachten. Gleichzeitig nutzt das US-Militär bereits hochentwickelte KI-Systeme wie Ghost Murmur, die in der Lage sind, den elektromagnetischen Fingerabdruck eines menschlichen Herzschlags aus großer Entfernung zu isolieren. Diese Technologie kam unter anderem bei der Rettung eines über dem Iran abgeschossenen Piloten zum Einsatz.
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