Quanten-Bedrohung: Sind 450 Milliarden US-Dollar in Bitcoin in Gefahr?
Ein neuer Forschungsbericht von Google, Caltech und dem Startup Oratomic sorgt am 31. März 2026 für Unruhe am Kryptomarkt. Die Studie warnt davor, dass rund 6,7 Millionen BTC – was beim aktuellen Kurs einem Wert von über 450 Milliarden US-Dollar entspricht – potenziell anfällig für künftige Quanten-Angriffe sind. Besonders im Fokus stehen dabei ältere „Legacy-Adressen“, deren Public Keys bereits offengelegt wurden. Während moderne Adressformate (wie SegWit) einen besseren Schutz bieten, könnten vor allem die Bestände aus der „Satoshi-Ära“ ein leichtes Ziel für künftige Supercomputer werden.
Satoshi-Ära-Wallets: Erste Anzeichen einer Umpositionierung
Die Daten von Google Quantum AI zeigen, dass ein Großteil der gefährdeten Bitcoins in Wallets aus der frühen Phase des Netzwerks liegt, in denen die Blockbelohnung noch 50 BTC betrug. Interessanterweise scheint bei einigen Alt-Haltern bereits ein Umdenken stattzufinden: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 85.000 BTC von Adressen bewegt, die seit über einem Jahrzehnt unberührt waren. Analysten wie Kyledoops deuten dies als vorsorgliche Sicherheitsmaßnahme, um die Coins auf modernere, quantenresistente Adressstrukturen zu migrieren und so das langfristige Risiko zu minimieren.
Markt-Angst: Keine neuen Rekordhochs ohne Sicherheits-Update?
Die Veröffentlichung der Studie hatte unmittelbare Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs, der nach einem viralen Post des Analysten Nic Carter um 3,5 Prozent nachgab. Führende Experten äußern sich zunehmend besorgt über die Trägheit bei der Protokollentwicklung. Charles Edwards, Gründer von Capriole Investment, prognostizierte drastisch, dass Bitcoin „niemals ein neues Allzeithoch erreichen wird, solange Bitcoin Core das Quanten-Risiko nicht ernst nimmt“. Andere Analysten wie MacnBTC sehen den Markt bereits in einer längeren Korrekturphase und vermuten eine Bodenbildung erst im Zeitraum 2026–2027.
Skepsis gegenüber der „10-Tage-Hacking“-Theorie
Trotz der alarmierenden Ergebnisse gibt es auch kritische Stimmen aus der Sicherheits-Community. Experten wie Jameson Lopp weisen darauf hin, dass die Berechnungen von Oratomic – die behaupten, eine Blockchain könne in etwa zehn Tagen geknackt werden – auf theoretischen Annahmen basieren, die in der Praxis noch weit von der Umsetzung entfernt sind. Zudem wird angemerkt, dass einige Autoren der Studie kommerzielle Interessen am Quanten-Startup Oratomic verfolgen, was die Unabhängigkeit der Ergebnisse in Frage stellen könnte. Dennoch bleibt der technologische Fortschritt unbestritten, und die Frage ist laut Lopp nicht mehr ob, sondern wann ein kryptografisch relevanter Quantencomputer realisiert wird.
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