Debatte um Krypto-Steuern: Eric Demuth warnt vor Abschaffung der Haltefrist

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

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Eric Demuth, Mitgründer und CEO der Krypto-Plattform Bitpanda, hat sich am 15. März 2026 mit deutlichen Worten gegen die Pläne der deutschen Bundesregierung zur Abschaffung der steuerfreien Haltefrist ausgesprochen. Er bezeichnete die 2022 in Österreich vollzogene Reform, bei der Kryptogewinne unabhängig von der Haltedauer pauschal mit 27,5 Prozent besteuert werden, rückblickend als „extrem dumme Entscheidung“. Laut Demuth führte dieser Schritt in seinem Heimatland lediglich zu massiver Bürokratie und erhöhter Komplexität für die Nutzer, ohne dem Staat nennenswerte fiskalische Vorteile zu bringen.

Besonders scharf kritisierte Demuth die Rolle von Krypto-Steuersoftware-Anbietern und Beratern, die das Thema in der Politik mit „Fantasiezahlen“ vorangetrieben hätten, um ihr eigenes Geschäftsmodell zu beflügeln. Der Bitpanda-Chef, der im Wahlkampf 2025 noch über 1,7 Millionen Euro an verschiedene Parteien spendete, um wirtschaftliche Stabilität zu fördern, mahnte die deutschen Entscheidungsträger, nicht die Fehler Österreichs zu wiederholen. Er betonte, dass derartige regulatorische Hürden den Standort schwächen und zur Abwanderung wohlhabender Anleger in Länder mit attraktiveren Haltefristen wie Tschechien führen könnten.

Die „Krypto-Lücke“: Streit um Milliarden und methodische Kritik

Die politische Diskussion in Deutschland wird derzeit maßgeblich von einer Analyse des Frankfurt School Blockchain Centers unter der Leitung von Prof. Dr. Co-Pierre Georg geprägt. Georg argumentiert auf seiner Plattform „kryptoluecke.de“, dass dem deutschen Staat durch die einjährige Haltefrist allein im Jahr 2024 etwa 11,4 Milliarden Euro an Steuereinnahmen entgangen seien. Diese Zahlen stützen sich auf Hochrechnungen des Software-Anbieters Blockpit und dienen Politikern der SPD, der Grünen und der Linken als zentrale Argumentationsgrundlage für eine Gesetzesänderung.

Kritik an dieser Berechnung kommt jedoch vom Bitcoin Bundesverband, der die Transparenz und Qualität der zugrunde liegenden Daten hinterfragt. Es wird bezweifelt, ob die ermittelten Milliardenbeträge tatsächlich realisierbar wären, da eine Steueränderung das Investitionsverhalten massiv beeinflussen würde. Zudem wird moniert, dass die Analyse nicht ausreichend zwischen privaten Kleinanlegern und großen institutionellen Beständen unterscheide, was die politische Einordnung der vermeintlichen „Ungerechtigkeit“ verzerre.

Politische Blockaden und die Rolle der Parteien

Obwohl die SPD die Abschaffung der Haltefrist bereits in den Koalitionsverhandlungen Anfang 2025 forcierte, konnte das Vorhaben bislang nicht abschließend umgesetzt werden. Die Union zeigt sich in dieser Frage gespalten: Während einige Flügel Kompromissbereitschaft signalisierten, halten andere Abgeordnete an der bestehenden Regelung fest, da es keinen zwingenden steuerpolitischen Grund für eine Änderung gebe. Die aktuelle Sitzverteilung im Bundestag bedeutet zudem, dass die regierende Kanzlerpartei auf die Zustimmung von Teilen der Opposition angewiesen ist, um weitreichende steuerliche Eingriffe gegen den Widerstand der Krypto-affinen AfD durchzusetzen.

Parallel zur Steuerdebatte tritt 2026 die EU-Richtlinie DAC8 in Kraft, die Krypto-Börsen zur automatischen Meldung von Nutzer- und Transaktionsdaten an die Finanzbehörden verpflichtet. Damit verfügt der Fiskus ohnehin über eine deutlich verbesserte Datengrundlage, um bestehende Steuerpflichten bei Verkäufen innerhalb der Einjahresfrist zu prüfen. Befürworter der Haltefrist argumentieren daher, dass die „Krypto-Lücke“ bereits durch diese Transparenzregeln geschlossen werde und eine zusätzliche Abschaffung der Steuerfreiheit nach einem Jahr lediglich unnötige Repression gegen langfristige Sparer darstelle.

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