Peter Thiels Ausstieg bei ETHZilla: Das Scheitern einer gehebelten Ether-Strategie
Der renommierte Founders Fund von Milliardär Peter Thiel hat seine gesamte Beteiligung am Krypto-Unternehmen ETHZilla (ehemals 180 Life Sciences) abgestoßen. Nachdem der Fonds im Jahr 2025 noch einen Anteil von 7,5 % hielt, belegen aktuelle SEC-Filings den vollständigen Rückzug zum Jahresende. Dieser Schritt markiert einen Wendepunkt für öffentliche Unternehmensstrategien, die Ether (ETH) als primäre Reservewährung nutzen, und verdeutlicht die spezifischen Risiken gegenüber dem klassischen Bitcoin-Ansatz.+1
Vom Biotech-Unternehmen zum gehebelten Ether-Hort
ETHZilla vollzog im Juli 2025 einen radikalen Strategiewechsel: Das ehemalige Biotech-Unternehmen sammelte 425 Millionen US-Dollar ein, um eine Ether-Schatzkammer aufzubauen, und stockte diese später durch Wandelanleihen um weitere 350 Millionen US-Dollar auf. Mit zeitweise über 100.000 ETH auf der Bilanz positionierte sich das Unternehmen als gehebelte Aktie für Ether-Exposure. Das Ziel war es, durch Staking und DeFi-Protokolle zusätzliche Renditen zu erwirtschaften – ein Modell, das deutlich komplexer ist als das reine Halten von Bitcoin.
Erzwungene Verkäufe und strukturelle Schwächen
Die Volatilität von Ether wurde dem Unternehmen zum Verhängnis, als der Kurs Ende 2025 unter Druck geriet. Um Schuldenverpflichtungen aus den Wandelanleihen nachzukommen, sah sich ETHZilla im Dezember 2025 gezwungen, 24.291 ETH zu einem Durchschnittspreis von etwa 3.068 US-Dollar zu verkaufen. Dieser Notverkauf offenbarte die fundamentale Schwäche des Modells: Wenn Kryptowerte auf Pump gekauft werden, können Kursrückgänge eine Abwärtsspirale auslösen, die das Unternehmen zwingt, Assets zu ungünstigen Zeitpunkten zu liquidieren, anstatt sie langfristig zu halten.
Unterschiede zwischen Bitcoin- und Ether-Reservestrategien
Analysten betonen, dass Ether-Treasuries deutlich höhere operative Risiken bergen als Bitcoin-Modelle. Während Unternehmen wie MicroStrategy auf Bitcoin als „digitales Gold“ setzen und lediglich halten, verfolgen Ether-fokussierte Firmen oft Renditen durch Staking oder DeFi. Dies führt zu zusätzlichen Gefahren:
- Smart-Contract-Risiken: Fehler im Code oder Exploits in DeFi-Protokollen.
- Liquiditätsengpässe: Sperrfristen beim Staking können den Zugriff auf Kapital in Krisenzeiten verhindern.
- Komplexität der Bewertung: Die sich ständig entwickelnde Natur des Ethereum-Ökosystems macht es für institutionelle Anleger schwerer, den Wert der Strategie präzise einzupreisen.
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