Ein Jahr US-Bitcoin-Reserve: Bestände stagnieren trotz Trumps Krypto-Kurs
Genau ein Jahr nach der Unterzeichnung des Dekrets zur Schaffung einer strategischen Bitcoin-Reserve zieht die Branche eine durchwachsene Bilanz. Während die Regierung unter Donald Trump zwar den regulatorischen Rahmen für digitale Assets gelockert hat, blieben aktive Zukäufe von Kryptowährungen durch das US-Finanzministerium bislang aus. Die staatlichen Bestände setzen sich weiterhin primär aus beschlagnahmten Vermögenswerten zusammen, deren Gesamtwert aufgrund der Marktentwicklung im vergangenen Jahr deutlich gesunken ist.
Stagnierende Bestände und Milliardenverluste durch Volatilität
Seit der Einrichtung der Reserve am 6. März 2025 hat sich die Anzahl der gehaltenen Bitcoins kaum verändert und liegt stabil bei rund 328.272 BTC. Dennoch ist der Dollar-Wert des staatlichen Portfolios massiv eingebrochen: Von ursprünglich über 30 Milliarden US-Dollar zum Zeitpunkt der Dekret-Unterzeichnung fiel der Wert laut Daten von Arkham Research auf aktuell etwa 22 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang von rund 26 Prozent. Neben Bitcoin umfasst der staatliche Hort auch Bestände in Ether, XRP, Solana und Cardano, die ebenfalls unter der allgemeinen Marktschwäche litten. Das Weiße Haus gab sich angesichts dieser Zahlen jedoch unbeeindruckt und betonte durch den stellvertretenden Pressesprecher Kush Desai, dass kurzfristige Marktschwankungen nichts an der langfristigen Strategie zur Sicherung der US-Dominanz im Kryptosektor ändern würden.
Hürden für Zukäufe: Das Gebot der Budgetneutralität
Ein wesentlicher Grund für das Ausbleiben neuer Käufe ist die strikte Vorgabe der Budgetneutralität. Der für KI und Krypto zuständige Regierungsbeauftragte David Sacks hatte bereits im Vorjahr klargestellt, dass die Anhäufung von Bitcoin weder das Staatsdefizit erhöhen noch die Steuerzahler belasten dürfe. Da bisher keine Strategie entwickelt wurde, wie zusätzliche Bestände ohne den Einsatz von Haushaltsmitteln finanziert werden können, beschränkt sich das Wachstum der Reserve weiterhin auf Vermögenswerte aus Strafverfahren. Experten kritisieren zudem die mangelnde Transparenz: Da die Regierung keine offiziellen Berichte über Umschichtungen oder Verkäufe veröffentlicht, bleibt unklar, nach welchen Kriterien das Portfolio verwaltet wird, was laut Branchenkennern das Vertrauen in den Markt verzerren könnte.
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