Krypto-Gesetz: Trump kritisiert Banken – ist Solana der große Gewinner?

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Martin Schwarz hat einen MSc. in Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt auf asymetrische Kryptographie und M2M-Kommunikation. Er ist seit 2015 im Bereich Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs und seit...

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Seit Monaten richtet sich der Blick der Kryptoindustrie auf ein Gesetzesprojekt in den USA: den sogenannten Clarity Act. Während der Markt weiterhin unter Druck steht und regulatorische Unsicherheit viele Investoren vorsichtig agieren lässt, gilt dieses Gesetz als einer der wichtigsten möglichen Wendepunkte für die Branche.

Nachdem im vergangenen Jahr bereits der Genius Act verabschiedet wurde, der erste grundlegende regulatorische Leitplanken für den Umgang mit digitalen Assets geschaffen hat, soll der Clarity Act nun den nächsten großen Schritt darstellen. Ziel ist es, endlich klare Zuständigkeiten zwischen Aufsichtsbehörden wie der SEC und der CFTC zu definieren und ein konsistentes Regelwerk für den Handel, die Ausgabe und die Verwahrung von Kryptowerten zu schaffen.

Für Unternehmen, Investoren und Entwickler würde ein solches Gesetz vor allem eines bedeuten: Planungssicherheit. Während sich die USA bisher mit uneinheitlicher Regulierung und juristischen Grauzonen schwergetan haben, könnte der Clarity Act erstmals eine umfassende Marktstruktur für digitale Assets festlegen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen. Nun äußert sich auch erneut Trump zu diesem Thema. Wer in 2026 Altcoins kaufen möchte, schaut auch auf den Clarity-Act.

Verhandlungen stocken – Trump attackiert Bankenlobby

In den vergangenen Wochen schien sich jedoch abzuzeichnen, dass der politische Prozess rund um den Clarity Act ins Stocken geraten ist. Hintergrund sind insbesondere Konflikte zwischen der traditionellen Bankenbranche und der Kryptoindustrie, die sich vor allem um die Ausgestaltung des Stablecoin-Marktes drehen.

Ein zentraler Streitpunkt ist die Frage, ob Stablecoin-Emittenten Zinsen auf hinterlegte Reserven zahlen dürfen. Während Teile der Kryptoindustrie argumentieren, dass dies Innovation fördern und neue Geschäftsmodelle ermöglichen würde, warnen Banken davor, dass solche Modelle direkte Konkurrenz zu klassischen Bankeinlagen darstellen könnten. Aus Sicht vieler Finanzinstitute würde dies das traditionelle Einlagensystem unter Druck setzen.

Diese Differenzen haben offenbar dazu geführt, dass die ursprünglich vom Weißen Haus gesetzte Deadline für eine Einigung bis zum 1. März verstrichen ist, ohne dass eine finale Lösung gefunden wurde. Damit bleibt unklar, wann der Gesetzgebungsprozess tatsächlich abgeschlossen werden kann.

Neue Dynamik erhielt die Debatte jedoch durch eine deutliche Stellungnahme von Donald Trump, die am Dienstagmorgen auf Truth Social veröffentlicht wurde. Darin wirft der ehemalige Präsident der Bankenlobby vor, den Fortschritt der Krypto-Regulierung bewusst zu blockieren.

Trump erklärte, der Genius Act sei bereits ein erster wichtiger Schritt gewesen, um die Vereinigten Staaten zur globalen „Crypto Capital“ zu machen. Nun müsse der Clarity Act folgen, um die Marktstruktur zu vervollständigen. Gleichzeitig warnte er davor, dass eine Verzögerung dazu führen könnte, dass Innovation und Kapital in andere Länder – insbesondere nach China – abwandern.

Besonders scharf kritisierte Trump, dass Banken versuchen könnten, den Genius Act zu untergraben oder den Clarity Act als politisches Druckmittel zu nutzen. Seiner Ansicht nach müsse die Politik sicherstellen, dass die Interessen der amerikanischen Bevölkerung und der aufstrebenden Kryptoindustrie Vorrang haben.

Solana als möglicher Hauptprofiteur des Clarity Act

Parallel zur politischen Debatte wird innerhalb der Branche bereits darüber diskutiert, welche Blockchain-Netzwerke von einer klaren Regulierung besonders profitieren könnten.

Der Entwickler und Investor Max Resnick aus dem Solana-Ökosystem argumentiert, dass insbesondere Solana zu den größten Gewinnern eines verabschiedeten Clarity Act gehören könnte.

Seiner Einschätzung nach steht hinter dem Gesetz eine viel größere Vision: die mögliche Tokenisierung traditioneller Finanzmärkte. Der Gesamtwert der US-Aktienmärkte liegt bei über 50 Billionen US-Dollar – rund zwanzigmal so viel wie die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes. Sollte ein regulatorischer Rahmen geschaffen werden, der Wertpapierhandel direkt auf Blockchain-Infrastruktur ermöglicht, könnte ein erheblicher Teil dieser Märkte langfristig on-chain abgebildet werden.

Resnick argumentiert zudem, dass die heutige Infrastruktur für Wertpapiere über Jahrzehnte hinweg fragmentiert entstanden sei. Emission, Handel und Settlement erfolgen oft über unterschiedliche Systeme und Intermediäre. Eine Blockchain könnte diese Prozesse theoretisch auf einer einzigen Plattform zusammenführen.

Aus seiner Sicht erfüllt Solana mehrere technische Anforderungen, die für eine solche Infrastruktur entscheidend sein könnten: hohe Skalierbarkeit, sehr schnelle Transaktionsabwicklung und niedrige Kosten. In einem Szenario, in dem digitale Wertpapiere direkt auf Blockchain-Netzwerken gehandelt werden, könnte ein leistungsfähiges Netzwerk daher einen strukturellen Vorteil besitzen. Dies entspreche einer bullischen Solana Prognose.

Solana unter 90 Dollar – mögliche Chance vor regulatorischem Durchbruch?

Trotz dieser langfristigen Narrative befindet sich der Kryptomarkt aktuell weiterhin in einem schwierigen Umfeld. Viele große Assets notieren deutlich unter ihren Höchstständen – auch Solana bildet hier keine Ausnahme.

Der Solana-Kurs wird derzeit unterhalb von 90 US-Dollar gehandelt und liegt damit mehr als 60 % unter dem bisherigen Allzeithoch. Für langfristig orientierte Investoren könnte diese Situation jedoch eine interessante Ausgangslage darstellen, insbesondere wenn sich die regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA tatsächlich verbessern.

Auch Prognosemärkte scheinen diesem Szenario eine gewisse Wahrscheinlichkeit einzuräumen. Auf der Plattform Polymarket wird aktuell mit rund 72 % Wahrscheinlichkeit erwartet, dass der Clarity Act noch im Jahr 2026 verabschiedet wird.

Sollte sich diese Einschätzung bewahrheiten und gleichzeitig die These des Entwicklers zutreffen, dass leistungsfähige Blockchains wie Solana von einer Tokenisierung traditioneller Finanzmärkte profitieren könnten, könnten die aktuellen Kursniveaus rückblickend als günstige Einstiegsphase erscheinen.

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