Bitcoin extrem bullish? Tiefpunkt überwunden
Der Jahresbeginn verlief für Bitcoin alles andere als erfreulich. Mit einem Minus von rund 15 Prozent im Februar hat die Kryptowährung den fünften Monat in Folge im negativen Bereich beendet. Eine so lange Serie fallender Monatskerzen ist in der Geschichte von Bitcoin äußerst selten. Ein vergleichbares Muster gab es zuletzt 2018, als sich die Schwächephase über mehrere Monate zog, bevor eine kräftige Erholung einsetzte.
Damals folgte auf die Serie roter Kerzen eine Phase mit deutlich positiven Monatsabschlüssen. In der anschließenden Aufwärtsbewegung vervielfachte sich der Kurs innerhalb weniger Monate. Auch wenn sich Geschichte nicht exakt wiederholt, zeigen solche Konstellationen, dass ausgeprägte Verlustserien oft in eine Gegenbewegung münden.
Aktueller Rückgang im historischen Vergleich moderat
Vom letzten Hoch aus betrachtet liegt Bitcoin derzeit rund 47 Prozent im Minus. Das klingt drastisch, relativiert sich jedoch mit Blick auf frühere Zyklen. In vergangenen Bärenmärkten verlor der Kurs teils 70 Prozent oder sogar über 90 Prozent seines Wertes. Auffällig ist allerdings, dass die prozentualen Einbrüche von Zyklus zu Zyklus tendenziell geringer ausfallen.
Sollte sich dieses Muster bestätigen, könnte das finale Tief in diesem Zyklus im Bereich von 60 bis 70 Prozent unter dem Allzeithoch liegen. Damit bewegt sich der Markt möglicherweise bereits in einer fortgeschrittenen Phase der Korrektur. Das spricht zumindest dafür, dass das Abwärtspotenzial historisch betrachtet nicht unbegrenzt ist.
Stimmungsumschwung sorgt kurzfristig für Dynamik
Während der Kurs zuletzt in die Nähe von 65000 US Dollar rutschte, veränderte sich das Bild in den sozialen Netzwerken spürbar. Die Zahl positiver Kommentare nahm deutlich zu. Kurz darauf folgte eine schnelle Gegenbewegung. Innerhalb von rund zwei Stunden stieg Bitcoin um etwa 7 Prozent und näherte sich erneut der Marke von 70000 US Dollar.
Das Verhältnis bullisher zu bearisher Kommentare kletterte zeitweise auf 1,44 zu 1. Solche Ausschläge im Sentiment deuten häufig auf kurzfristige Überreaktionen hin, können aber auch als Frühindikator für eine breitere Stimmungsaufhellung dienen. Gerade in angespannten Marktphasen reagieren Kurse sensibel auf Veränderungen in der Marktpsychologie.
Warum der März statistisch Rückenwind liefern könnte
Neben technischen und sentimentbasierten Faktoren lohnt sich ein Blick auf die Saisonalität. In der Vergangenheit zeigten sich nach längeren Abwärtsphasen nicht selten stärkere Erholungsmonate im Frühjahr. Nach der ausgeprägten Schwächephase 2018 folgten mehrere grüne Monatskerzen in Serie, die den Grundstein für eine deutliche Rally legten.
Auch diesmal könnte die Kombination aus ungewöhnlich langer Verlustserie, moderatem historischen Drawdown und anziehender Marktstimmung einen Wendepunkt markieren. Die Bitcoin-Prognosen einiger Experten werden wieder bullisher. Garantien gibt es keine. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass der März das Potenzial besitzt, zumindest eine spürbare Stabilisierung oder sogar eine stärkere Aufwärtsbewegung einzuleiten.
Für Anleger bedeutet das eine Phase erhöhter Spannung. Nach Monaten der Schwäche steht Bitcoin an einem Punkt, an dem sich entscheidet, ob die Korrektur weiter ausgedehnt wird oder ob sich die Basis für einen neuen Aufwärtstrend formiert.
