Wie lange sehen die Investoren noch zu, wie sich die USA hemmungslos verschulden?
2024 stieg das Defizit der USA auf 1,833 Billionen Dollar. Das ist das Dritthöchste in der Geschichte des Landes und das höchste, wenn man die Pandemiejahre nicht berücksichtigt. Ausschlaggebend dafür sind auch die Zinszahlungen der USA, diese betragen erstmals mehr als 1 Billion Dollar pro Jahr.

Doch selbst diese Zahlen wurden „geschönt“. Würde man die 330 Milliarden Dollar, die Präsident Joe Biden für ein Studienkreditprogramm vorgesehen hatte, hinzurechnen, würde das Defizit der USA die 2-Billionen-Dollar-Grenze deutlich überschreiten. Doch der Oberste Gerichtshof der USA hatte dieses für ungültig erklärt.
Harris und Trump planen keine Schuldenbremse
Ein Ende dieser hemmungslosen Verschuldung ist auch nach der Wahl nicht absehbar. Beide Kandidaten wollen weiterhin Geld ausgeben, ohne zu sparen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der enorme Schuldenberg zum Problem für die USA wird. Schon zählt das Land zu den am meisten verschuldeten Ländern in Relation zum Bruttoinlandsprodukt. In Europa hat nur Italien eine höhere Quote.
Manche Experten befürchten, dass die USA nach der Wahl im November einen Liz-Truss-Moment erleben könnten. Die ehemalige Premierministerin von Großbritannien kündigte umfangreiche Steuersenkungen an, doch die Finanzmärkte legten ihr Veto ein.
Die Verschuldung hat sich vervierfacht
Sie glaubten nicht an die Finanzierbarkeit und ließen die Kurse für britische Anleihen abstürzen. Der Showdown endete mit einem Rücktritt von Liz Truss. Schon jetzt sind die Zinszahlungen der USA zu hoch, die Verschuldung des Landes hat sich seit der Finanzkrise von 2007/2008 beinahe vervierfacht und beträgt 122 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Als Antwort auf hemmungsloses Gelddrucken wurde einst Bitcoin erfunden. Noch immer bringen Emittenten neue Coins wie Crypto All Stars auf den Markt, um Investoren Alternativen zum herkömmlichen Finanzsystem zu bieten.
Im Vorjahr haben die USA ihr Triple-A-Kreditranking bei Fitch verloren, doch bisher blieb verstärkter Druck der Märkte aus. Das hängt auch mit der einzigartigen Situation zusammen, in der sich die USA befinden.
Schutzschild US-Dollar?
Der US-Dollar gilt seit jeher als Weltleitwährung und Reservewährung. Daher könnten sich die USA theoretisch so lange in Dollar verschulden, wie sie möchten. Doch die Märkte könnten eines Tages genug von dem Spiel bekommen. Sollte auch noch die letzte große Ratingagentur aufzeigen, dann könnte der Druck so groß werden, dann die Politik handeln muss.
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