Private Krypto-Ermittlung half beim Einfrieren von 442.000 USDT
ZachXBTs Undercover-Ermittlung trug laut Bitcoin.com dazu bei, dass Tether 442.000 USDT aus dem Umfeld des Bybit-Hacks einfror. Der Fall zeigt, wie private Chatverläufe und On-Chain-Analyse helfen können, gestohlene Krypto-Assets zu verfolgen und zu sichern.
Mit rund 350.000 US-Dollar Vertrauen aufgebaut
ZachXBT infiltrierte nach Darstellung der Quelle 2025 eine chinesische Krypto-Geldwäschegruppe, die für das Lazarus-Netzwerk mehr als eine Milliarde US-Dollar gewaschen haben soll. Die Hinweise bezogen sich unter anderem auf den Diebstahl von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar von Bybit im selben Jahr. Tether fror später 442.000 USDT ein, die mit den untersuchten Geldströmen verbunden waren.
Um Zugang zu dem Netzwerk zu erhalten, trat ZachXBT als Kunde auf und finanzierte eine Adresse mit knapp 350.000 USDC. Die ergänzende Recherche beziffert seinen Einsatz auf 349.700 US-Dollar in Stablecoins. ZachXBT nahm nach Angaben der Quelle bei abgeschlossenen Transaktionen einen Verlust von fünf Prozent in Kauf, um Vertrauen aufzubauen und weitere Informationen zu erhalten.
Ein als „Jimmy Green“ bezeichnetes Konto teilte dem Ermittler demnach Informationen über die Abläufe und geplante Geldbewegungen mit. ZachXBT glich diese Hinweise mit Transaktionsdaten ab und verband das Umfeld mit einem Cluster von rund zwölf Millionen US-Dollar an Bybit-Exploit-Geldern. Die Mittel wurden in Echtzeit zwischen Bitcoin, Ethereum, Solana und Tron getauscht – ein Muster, das die Nachverfolgung über mehrere Netzwerke hinweg erschwert. Ähnliche Herausforderungen bei der Verfolgung gestohlener Gelder über mehrere Blockchains zeigen, warum Geschwindigkeit bei der Forensik zählt.
Bybit-Gelder und weitere Geldströme
Der Bybit-Diebstahl von 2025 wird in der Primärquelle einer Gruppe namens TraderTraitor zugeschrieben. ZachXBTs Ermittlung richtete sich auf ein mutmaßliches chinesisches Netzwerk, dem die Quelle die Verarbeitung großer Teile der gestohlenen 1,5 Milliarden US-Dollar zuschreibt. Diese Darstellung ist eine Zuordnung der Quelle und keine unabhängig bestätigte Identifizierung einzelner Beteiligter.
Die Geldströme beschränkten sich dem Bericht zufolge nicht auf Bybit. ZachXBT verfolgte demnach auch rund drei Millionen US-Dollar, die für einen weiteren Kunden bewegt und zu Huione Guarantee geleitet worden seien. Die Primärquelle beschreibt Huione Guarantee als Peer-to-Peer-Marktplatz der Huione Group und beziffert die über die Gruppe gewaschene Kryptosumme auf mehr als 70 Milliarden US-Dollar in den vorangegangenen fünf Jahren. Diese Angabe bezieht sich auf einen anderen Umfang und Zeitraum als einzelne behördliche Schätzungen und sollte nicht mit ihnen gleichgesetzt werden.
Für Krypto-Unternehmen unterstreicht der Fall den Stellenwert genauer Wallet- und Zahlungswegprüfungen, gerade wenn Gelder zwischen Assets und Netzwerken verschoben werden. Solche Prüfungen von Wallets und Transaktionen sind ein zentraler Teil der Compliance-Arbeit, ersetzen aber keine verifizierte Zuordnung von Konten zu konkreten Personen.
Private Ermittlung mit messbarem Ergebnis
ZachXBT erklärte laut Bitcoin.com, er habe den Einsatz selbst finanziert und sowohl erhebliche finanzielle Verluste als auch persönliche Risiken in Kauf genommen. Die Quelle beziffert die insgesamt eingefrorenen gestohlenen Gelder, zu denen die gesammelten Hinweise beigetragen hätten, auf 75 Millionen US-Dollar. Die 442.000 USDT von Tether sind dabei ein konkreter Teilbetrag, nicht die Gesamtsumme.
Da ZachXBT die Ergebnisse wegen der Sensibilität der Untersuchung nicht vollständig veröffentlichen könne, bat er laut Bericht um weitere Fördermittel und Spenden. Die Ermittlungsarbeit zeigt, welchen praktischen Wert Echtzeit-Transaktionsdaten und Hinweise aus öffentlichen wie privaten Kommunikationskanälen haben können. Für Börsen und Zahlungsdienstleister liegt die unmittelbare Konsequenz weniger in einem Kurssignal als in der Notwendigkeit, auffällige Geldflüsse schnell zu erkennen und Wallets über mehrere Chains hinweg zu prüfen.