XRP Prognose: Rauf oder runter?

XRP sorgt derzeit für gemischte Signale am Markt. Einerseits sprechen On-Chain-Daten für einen nachlassenden Verkaufsdruck großer Investoren und ein positives charttechnisches Bild. Andererseits warnen Analysten davor, dass die jüngste Kursentwicklung zunehmend von gehebelten Derivaten statt von echter Spot-Nachfrage getragen wird. Ob die Rallye nachhaltig ist, dürfte sich daher in den kommenden Wochen entscheiden.
Spot-Nachfrage geht deutlich zurück
Neue Marktdaten zeigen, dass die Aktivität am Spotmarkt zuletzt spürbar nachgelassen hat. Besonders auffällig ist die Entwicklung auf der südkoreanischen Kryptobörse Upbit, einem der wichtigsten Handelsplätze für XRP.
Das wöchentliche Handelsvolumen sank dort innerhalb eines Monats von rund 530 Millionen auf 258 Millionen XRP. Gleichzeitig verschwand die sogenannte Kimchi-Prämie nahezu vollständig – ein Indikator dafür, dass die Nachfrage aus Südkorea deutlich abgekühlt ist.
Auch auf Binance ging die Aktivität am Spotmarkt stark zurück. Die Zu- und Abflüsse von XRP sollen im Vergleich zu früheren Phasen um rund 99 Prozent gefallen sein. Insgesamt deutet dies darauf hin, dass aktuell deutlich weniger Kapital direkt über den Kassamarkt bewegt wird.
Derivate treiben den Kurs
Während der Spotmarkt an Dynamik verliert, nimmt die Aktivität im Terminhandel weiter zu.
Auf Binance stieg das Open Interest für XRP-Futures zuletzt um rund 5,9 Prozent auf etwa 423,8 Millionen US-Dollar. Ein steigendes Open Interest bedeutet, dass immer mehr gehebelte Positionen eröffnet werden.
Viele Analysten sehen darin ein Warnsignal. Steigt der Kurs hauptsächlich aufgrund von Derivatehandel und nicht durch echte Kaufnachfrage am Spotmarkt, erhöht sich das Risiko größerer Kursschwankungen. Kommt es zu einer schnellen Marktbewegung, können Liquidationen den Preis zusätzlich in beide Richtungen beschleunigen.
Wale senden gleichzeitig ein bullisches Signal
Den vorsichtigeren Signalen am Terminmarkt stehen jedoch positive On-Chain-Daten gegenüber.
Nach Angaben verschiedener Marktbeobachter sind die XRP-Zuflüsse großer Wallets zu Binance auf den niedrigsten Stand seit Januar 2025 gefallen. Da große Investoren ihre Coins häufig auf Börsen transferieren, wenn sie verkaufen möchten, wird ein Rückgang dieser Einzahlungen oftmals als Zeichen sinkenden Verkaufsdrucks interpretiert.
Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte das verfügbare Verkaufsangebot am Markt weiter abnehmen. Einige Analysten sehen darin eine Voraussetzung für eine stärker nachfragegetriebene Aufwärtsbewegung.
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Charttechnischer Ausbruch sorgt für Optimismus
Auch aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild zuletzt verbessert.
Der Analyst Ali Martinez verweist darauf, dass XRP auf dem Ein-Stunden-Chart einen wichtigen Widerstandsbereich nach oben durchbrochen hat. Aus technischer Sicht könnte damit der Weg in Richtung der nächsten Kurszone bei rund 1,30 US-Dollar frei werden.
Solche Ausbrüche gelten insbesondere dann als positiv, wenn sie von steigendem Handelsvolumen und einer anhaltenden Nachfrage begleitet werden. Genau an diesem Punkt bestehen derzeit jedoch Zweifel, da sich die Spotmarkt-Aktivität gleichzeitig abgeschwächt hat.
XRP steht vor einer entscheidenden Phase
Insgesamt liefern die aktuellen Daten ein gemischtes Bild. Der sinkende Verkaufsdruck großer Investoren und der charttechnische Ausbruch sprechen grundsätzlich für weiteres Aufwärtspotenzial.
Gleichzeitig zeigt die Entwicklung am Spotmarkt, dass die Nachfrage derzeit nicht mit der Dynamik im Derivatehandel Schritt hält. Für Anleger dürfte deshalb vor allem entscheidend sein, ob in den kommenden Tagen wieder mehr Kapital in den Kassamarkt fließt.
Sollte sich die Spot-Nachfrage erholen, könnte der jüngste Ausbruch zusätzliche Dynamik erhalten. Bleibt die Rallye dagegen überwiegend von gehebelten Positionen getragen, dürfte das Risiko kurzfristiger Rücksetzer entsprechend steigen.
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