Stablecoins auf dem Smartphone? Samsung plant Großes

Smartphones sind längst mehr als Kommunikationsgeräte. Sie dienen als Kamera, Navigationssystem, Bankkarte, Schlüssel und digitaler Ausweis und begleiten Menschen nahezu rund um die Uhr. Genau diese alltägliche Nutzung könnte der Kryptobranche helfen, ihren bislang überzeugendsten Product-Market-Fit weiterzuentwickeln: Stablecoins. Statt Nutzer über komplizierte Börsen, Wallet-Adressen und separate Anwendungen an digitale Vermögenswerte heranzuführen, könnten Stablecoins direkt in bereits etablierte Smartphone-Dienste integriert werden.
Samsung plant nun einen solchen Schritt. Der Konzern möchte seine Samsung Wallet um native Stablecoin-Funktionen erweitern und könnte damit digitale Dollar erstmals für eine sehr breite Nutzergruppe unmittelbar zugänglich machen.
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Samsung plant native Stablecoins in seiner Wallet
Samsung hat im Rahmen seines Galaxy-Unpacked-Events angekündigt, die Samsung Wallet langfristig zu einer umfassenden Plattform für Zahlungen, digitale Dokumente, Bonusprogramme und digitale Vermögenswerte auszubauen. Teil dieser Strategie soll die native Unterstützung von Stablecoins werden. Während der Präsentation zeigte Samsung bereits eine beispielhafte Benutzeroberfläche für ein Stablecoin-Konto. Darin war USDC zu sehen, ergänzt um Funktionen zum Senden, Empfangen und Aufladen des Guthabens. Die Stablecoin-Funktion ist allerdings noch nicht öffentlich verfügbar. Auch einen konkreten Einführungstermin, unterstützte Länder oder einen offiziellen Emittentenpartner nannte Samsung bislang nicht.
Die Integration würde auf einer bereits bestehenden Infrastruktur aufbauen. Samsung Wallet bündelt heute unter anderem Kreditkarten, Mitgliedskarten, digitale Schlüssel, Ausweisdokumente, Bordkarten und digitale Vermögenswerte. Samsung plant zudem, seine bisher separate Blockchain Wallet vollständig in die zentrale Wallet-Anwendung zu integrieren. Die vorhandene Blockchain-Lösung unterstützt bereits Bitcoin, Ethereum, ERC-20-Token und weitere Kryptowährungen sowie das Senden und Empfangen digitaler Assets. Private Schlüssel werden dabei durch Samsung Knox und eine geschützte Ausführungsumgebung abgesichert.
Samsung verfügt außerdem bereits über eine Kooperation mit Coinbase. Galaxy-Nutzer in den USA können über Samsung Pay Kryptowährungen kaufen und ihre Bestände innerhalb des Ökosystems verwalten. Parallel führte das Unternehmen in den USA die gemeinsam mit Barclays und Visa entwickelte Galaxy Card ein. Diese Entwicklungen zeigen, dass Samsung seine Wallet schrittweise von einer klassischen Zahlungs-App zu einem umfassenden Finanzzentrum ausbaut.
Für Stablecoins könnte dies besonders relevant sein: Nutzer müssten keine eigenständige Krypto-Wallet installieren, sondern könnten digitale Dollar möglicherweise ähnlich intuitiv verwenden wie eine gewöhnliche Bankkarte. Ob daraus tatsächlich globale Zahlungen oder lediglich eine begrenzte Wallet-Funktion entstehen, hängt jedoch von Regulierung, Partnern, Gebühren und der späteren Händlerakzeptanz ab.
Stablecoins erreichen den Massenmarkt
Stablecoins haben sich längst von einem Nischenprodukt des Kryptomarkts zu einer zentralen Infrastruktur für digitale Zahlungen entwickelt. Die aktuellen Daten zeigen eine Marktkapitalisierung von rund 298,5 Milliarden US-Dollar. Damit hat sich der Gesamtwert seit 2023 mehr als verdoppelt. Besonders deutlich wird die zunehmende Adoption bei der Zahl der Nutzer: Rund 276,8 Millionen Adressen halten mittlerweile Stablecoins. Allein innerhalb von 30 Tagen stieg diese Zahl um 3,24 Prozent.

Auch die tatsächliche Nutzung bewegt sich auf einem hohen Niveau. Das monatliche Transfervolumen liegt bei etwa 5,35 Billionen US-Dollar. Zwar ging dieser Wert zuletzt deutlich zurück, doch solche Schwankungen sind häufig von Handelsaktivität, Marktvolatilität und größeren institutionellen Transaktionen abhängig. Mit 53,5 Millionen monatlich aktiven Adressen bleibt die Nutzerbasis zugleich breit aufgestellt.
Der Markt wird weiterhin klar von Tether und USDC dominiert. USDT stellt mit großem Abstand den größten Anteil der Stablecoin-Marktkapitalisierung, während USDC als zweitgrößter Stablecoin ebenfalls stark gewachsen ist. Daneben etablieren sich zunehmend neue Anbieter wie PayPal USD, Ethena USDe, Ripple USD oder tokenisierte Bank- und Zahlungsprodukte. Dies zeigt, dass Stablecoins nicht mehr ausschließlich von klassischen Kryptounternehmen angeboten werden.
Der aktuelle Status quo deutet damit auf eine schrittweise Verschmelzung von Krypto und traditionellem Zahlungsverkehr hin. Stablecoins werden für Handel, Überweisungen, DeFi, grenzüberschreitende Zahlungen und als digitaler Dollarersatz genutzt. Eine Integration in Samsung Wallet könnte diese Entwicklung weiter beschleunigen, da Stablecoins dadurch direkt über ein weltweit verbreitetes Alltagsgerät erreichbar wären.
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