Unternehmen akzeptieren Stablecoins ohne eigene Krypto-Infrastruktur

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Citigroup und Coinbase bauen ihre Zusammenarbeit im Bereich Stablecoin-Zahlungen für Unternehmenskunden aus. Firmen sollen künftig Stablecoin-Zahlungen entgegennehmen können, ohne selbst Krypto-Infrastruktur oder Stablecoin-Bestände zu verwalten, während Coinbase die Konvertierung übernimmt und Citi die Abwicklung in Fiat als Bank of Record durchführt.

Zwei Zahlungswege für institutionelle Kunden

Die erweiterte Partnerschaft besteht aus zwei konkreten Bausteinen. Über Spring by Citi können institutionelle Kunden künftig Stablecoin-Zahlungen direkt am Checkout akzeptieren. Coinbase Payments stellt dabei die Zahlungsinfrastruktur bereit und wandelt eingehende Stablecoins automatisch in Fiat-Währung um, während Citi die Beträge als Bank of Record abwickelt. Händler müssen die digitalen Vermögenswerte dadurch zu keinem Zeitpunkt selbst halten oder verwalten.

Parallel dazu nutzt Coinbase Citis Virtual Account Wallet, um sogenannte Coinbase Virtual Accounts anzubieten. Diese Konten funktionieren ähnlich wie klassische Bankkonten und ermöglichen es Unternehmen, Geld zu empfangen, zu halten und zu übertragen. Eingehendes Fiat-Geld kann dabei automatisch in Stablecoins umgewandelt werden. Der Start erfolgt zunächst in den Vereinigten Staaten, weitere institutionelle Zahlungsfunktionen sollen in den kommenden Monaten folgen.

Bankinfrastruktur trifft digitale Vermögenswerte

Die Rollenaufteilung zwischen beiden Unternehmen bleibt klar getrennt. Citi liefert die regulierte Banking-Infrastruktur, auf der die Virtual Accounts laufen, während Coinbase die Digital-Asset-Ebene und die Stablecoin-Konvertierung verantwortet. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie digitale Zahlungen annehmen können, ohne ihre bestehenden Fiat-Abwicklungsprozesse verändern zu müssen – ein Muster, das sich auch bei der Einbindung tokenisierter Werte in regulierte Bankprozesse über Swift und IBM-Ledger zeigt.

Citi treibt daneben ein eigenes tokenisiertes Zahlungssystem für Unternehmenskunden voran und hat seinen blockchainbasierten Token-Service bereits in Japan und den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeführt. Die Coinbase-Partnerschaft fügt sich damit in eine breitere Strategie ein, bei der die Bank digitale Abwicklungsschienen neben ihre klassischen Zahlungsnetzwerke stellt.

Wolkenkratzer im Canary Wharf Viertel in London, darunter das Citi-Gebäude.
Citi-Gebäude in Canary Wharf, London

Die Aussagen der beteiligten Unternehmen

Debopama Sen, Citis Head of Payments, beschreibt das Ziel der Bank sinngemäß als Unterstützung von Zahlungsinfrastruktur über traditionelle und digitale Netzwerke hinweg, mit dem Anspruch, ein nahtloses und interoperables System zu schaffen. Alec Lovett, bei Coinbase für Infrastructure Product zuständig, ordnet die Lösung als schnelle und konforme Verbindung zwischen Fiat und Stablecoins für Unternehmen ein, bei der Nutzer künftig zwischen beiden Systemen wechseln können, ohne getrennte Zahlungs-Stacks bedienen zu müssen.

Brett Tejpaul, Head of Coinbase Institutional, betont die Rollenverteilung aus seiner Sicht: Die Partnerschaft verbinde Coinbase-Kunden mit bankentauglicher Fiat-Infrastruktur, während Citi-Kunden Stablecoin-Zahlungen annehmen können, ohne eigene Krypto-Infrastruktur aufzubauen.

Nächster Schritt für institutionelle Stablecoin-Zahlungen

Für institutionelle Kunden entsteht damit ein weiterer Weg, mit Stablecoins zu bezahlen und gleichzeitig die regulierte Fiat-Abwicklung über eine Großbank beizubehalten. Der Start beschränkt sich zunächst auf den US-Markt, weitere Funktionen sind für die kommenden Monate angekündigt. Ähnlich wie bei der jüngsten Einbindung von Stablecoin-Abwicklung in Kartenprogramme von SoFi und Mastercard zeigt sich, dass etablierte Finanzinfrastruktur zunehmend als Brücke zwischen klassischem Zahlungsverkehr und Blockchain-Schienen dient.

Auch auf der Infrastrukturseite bleibt die Entwicklung dynamisch: Der Aufbau institutioneller Stablecoin-Infrastruktur zwischen Kakao und Fireblocks zeigt ein weiteres Beispiel dafür, wie Banken und Zahlungsdienstleister parallel an Proof-of-Concepts arbeiten. Eine unmittelbare Kurswirkung auf Bitcoin, Ethereum oder einzelne Stablecoins lässt sich aus der Citi-Coinbase-Meldung selbst jedoch nicht ableiten, da es sich primär um eine Zahlungs- und Abwicklungspartnerschaft handelt.

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