Nach Mega-Erfolg bei Robinhood Chain: Angriff auf Polymarket & Kalshi folgt 

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Die Robinhood Chain ist eine Ethereum-kompatible Layer-2-Blockchain des US-Brokers Robinhood. Das Netzwerk basiert auf der Arbitrum-Technologie und soll insbesondere den Handel mit tokenisierten Aktien, Kryptowerten und anderen realen Vermögenswerten direkt auf der Blockchain ermöglichen.

Nach einer öffentlichen Testphase startete das Mainnet Anfang Juli 2026. Robinhood verbindet damit seine etablierte Trading-App zunehmend mit einer eigenen Onchain-Infrastruktur. Nutzer sollen Vermögenswerte schneller, günstiger und rund um die Uhr übertragen oder handeln können. Unterstützt wird das Ökosystem unter anderem durch Anwendungen wie Uniswap sowie mehrere Stablecoins. Damit positioniert sich Robinhood nicht mehr nur als Broker, sondern zunehmend als umfassende Finanz- und Kryptoplattform.

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Robinhood Chain startet mit beeindruckendem Wachstum

Die ersten Wochen nach dem Mainnet-Start verliefen für die Robinhood Chain äußerst dynamisch. Nach Angaben von CEO Vlad Tenev erreichte das Netzwerk schneller als jede andere EVM-kompatible Blockchain die Marke von 100 Millionen Transaktionen. Bereits Mitte Juli wurden zeitweise mehr als zehn Millionen Transaktionen pro Tag verarbeitet. Die kurzen Blockzeiten und niedrigen Gebühren scheinen insbesondere aktive Trader, Memecoin-Projekte und dezentrale Handelsplattformen anzuziehen.

Auch beim gebundenen Kapital zeigte sich ein steiler Aufwärtstrend. Anfangs befanden sich lediglich wenige Millionen US-Dollar auf der Chain. Innerhalb weniger Wochen stieg das Ökosystem jedoch auf mehrere Hundert Millionen US-Dollar an. Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Stablecoin-Angebot: Dieses kletterte bis Ende Juli auf rund 440 bis 460 Millionen US-Dollar. Anfang Juli waren es noch ungefähr 100 Millionen US-Dollar gewesen. USDG machte dabei zeitweise fast zwei Drittel des gesamten Stablecoin-Bestands aus.

Allerdings bedeutet eine hohe Transaktionszahl nicht automatisch, dass die ursprüngliche Vision bereits vollständig aufgeht. Robinhood hatte die Chain vor allem als Infrastruktur für tokenisierte Aktien und Real-World Assets konzipiert. In der frühen Phase wurde die Aktivität jedoch stark von Memecoins, automatisierten Transaktionen und spekulativem DeFi-Handel geprägt. Dennoch zeigen Liquiditätszuflüsse, Handelsvolumen und Nutzerzahlen, dass Robinhood innerhalb kürzester Zeit ein technisch funktionierendes und intensiv genutztes Netzwerk aufgebaut hat.

Robinhood plant offenbar den Großangriff auf Polymarket und Kalshi

Parallel zum Blockchain-Ausbau scheint Robinhood seine Aktivitäten im Markt für Prognosewetten massiv erweitern zu wollen. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ führt das Unternehmen Gespräche mit Crypto.com. Dabei geht es darum, Prognosekontrakte von Crypto.com direkt in die Robinhood-App zu integrieren. Nutzer könnten dann über binäre Verträge darauf setzen, ob bestimmte politische, wirtschaftliche oder sportliche Ereignisse eintreten. Eine endgültige Vereinbarung wurde bislang allerdings noch nicht bekannt gegeben.

Robinhood bietet bereits seit 2025 sogenannte Event Contracts an. Bislang werden diese unter anderem über Kalshi, ForecastEx und Rothera bereitgestellt. Die Gespräche mit Crypto.com zeigen jedoch, dass sich Robinhood offenbar nicht dauerhaft von einzelnen Partnern abhängig machen möchte. Das Unternehmen könnte mehrere Handelsplätze miteinander verbinden und seinen Kunden dadurch mehr Märkte, bessere Liquidität und möglicherweise attraktivere Preise anbieten.

Damit wächst zugleich der Konkurrenzdruck auf Kalshi. Das Unternehmen gehört neben Polymarket zu den bekanntesten Anbietern von Prediction Markets und konnte insbesondere durch politische Ereignisse und den Sportbereich stark wachsen. Robinhood bringt allerdings einen entscheidenden Vorteil mit: Der Broker verfügt bereits über eine große Zahl aktiver Nutzer, die innerhalb derselben App Aktien, Optionen, Kryptowährungen und inzwischen auch Ereigniskontrakte handeln können. Neue Prognoseprodukte lassen sich somit wesentlich leichter an eine bestehende Kundschaft vertreiben.

Crypto.com betreibt seit 2026 mit „OG“ ebenfalls eine eigene Plattform für Prognosemärkte. Eine Integration in Robinhood könnte dem Anbieter schnell eine deutlich größere Reichweite verschaffen. Robinhood wiederum würde sein Angebot erweitern und sich stärker als zentrale Trading-Super-App positionieren. CEO Vlad Tenev bezeichnete Prediction Markets bereits als eines der am schnellsten wachsenden Geschäftsfelder des Unternehmens. Im Januar wurden über Robinhood demnach rund 3,4 Milliarden Ereigniskontrakte gehandelt.

Zusammen mit der schnell wachsenden Robinhood Chain entsteht damit ein immer breiteres Finanzökosystem. Der Broker greift Polymarket und Kalshi nicht nur mit einem einzelnen Produkt an, sondern mit einer Kombination aus bestehender Nutzerbasis, eigener Blockchain und wachsendem Angebot an handelbaren Ereignissen.

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