Polymarket unter Druck: New York fordert Milliarden und Angebotsstopp
New Yorks Klage gegen Polymarket
New York verklagt Polymarket wegen des Vorwurfs, eine illegale Glücksspielplattform zu betreiben. Die Klage könnte nach Einschätzung der Primärquelle sowohl Polymarkets Geschäftsmodell als auch die künftige Regulierung von Prognosemärkten in den USA erheblich beeinflussen.
Laut einer Mitteilung der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft richtet sich das Verfahren gegen die Einheit QCX LLC, die unter dem Namen „Polymarket US“ operiert. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, ohne die erforderliche Lizenz der New York State Gaming Commission gehandelt und Nutzer einem erhöhten Risiko finanzieller Schäden ausgesetzt zu haben. Reuters berichtet zudem, dass New York Schadensersatz in Milliardenhöhe sowie eine gerichtliche Anordnung zur Einstellung des Angebots im Bundesstaat fordert.

Diese Klage reiht sich in eine Serie rechtlicher Auseinandersetzungen ein, denen sich Polymarket derzeit gegenübersieht. Auch in Südkorea laufen Ermittlungen wegen mutmaßlich illegaler Wetten, was das internationale regulatorische Risiko für die Plattform zusätzlich erhöht.
Hintergrund: Glücksspiel oder Derivat?
Der Kern des Streits ist nicht neu: Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob Plattformen wie Polymarket regulierte Finanzderivate anbieten oder schlicht unlizenziertes Glücksspiel betreiben. Bereits 2022 hatte die US-Derivateaufsicht CFTC laut Reuters gegen Polymarket ermittelt und eine Strafzahlung sowie die Schließung nicht konformer Märkte durchgesetzt.
Wie stark Prognosemärkte inzwischen unter Beobachtung stehen, zeigt auch der Fall Mention Markets, das derzeit von der CFTC auf Manipulationsrisiken geprüft wird. Polymarket selbst argumentiert nach Angaben von Reuters, seine „Event Contracts“ seien Derivate und fielen damit primär in die Zuständigkeit von Bundesbehörden wie der CFTC, nicht einzelner Bundesstaaten. Genau diese Abgrenzung zwischen Bundesaufsicht und staatlichem Glücksspielrecht steht nun im Zentrum des New Yorker Verfahrens.
Der verlinkte Beitrag zu konkreten Bitcoin-Kurszielen ergänzt den Hintergrund zu Themen im Umfeld von Prognosemärkten.
Markteinordnung und nächste Schritte
Kurzfristig dürfte sich das Verfahren zunächst um Zuständigkeitsfragen drehen: Verhandelt der Fall vor einem Bundesgericht oder vor einem Gericht des Bundesstaats New York? Reuters zufolge hat Polymarket parallel selbst eine Klage eingereicht, um genau diese Frage frühzeitig klären zu lassen.
Übergeordnet bleibt festzuhalten, dass ein Urteil in diesem Fall Signalwirkung für andere Anbieter von Prognosemärkten haben könnte, sollte es tatsächlich eine klare Trennlinie zwischen bundesrechtlicher Derivateaufsicht und staatlichem Glücksspielrecht ziehen. Bis dahin bleibt offen, wie US-Behörden und Gerichte das Geschäftsmodell von Polymarket künftig einordnen werden.