Britische Banken im Visier: Parlament prüft Krypto-Zugang
Das britische Parlament hat eine Untersuchung dazu eingeleitet, wie Banken mit Kryptounternehmen und Privatanlegern umgehen. Eine parlamentarische Arbeitsgruppe will klären, ob Kreditinstitute dem Sektor unberechtigt den Zugang zu Finanzdienstleistungen verwehren und damit Innovationen ausbremsen.
Parlament prüft Beschwerden aus der Branche
Die Crypto and Digital Assets All-Party Parliamentary Group (APPG), eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe für digitale Vermögenswerte, untersucht, ob Banken und Zahlungsdienstleister Kryptounternehmen unberechtigt einschränken. Im Fokus stehen abgelehnte Bankkonten, verzögerte Zahlungen und blockierte Transaktionen. Die Gruppe will feststellen, ob diese Maßnahmen zur Risikobegrenzung notwendig sind oder ob sie Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Vereinigtes Königreich bremsen.
Banken, Zahlungsdienstleister, Kryptounternehmen und weitere Interessengruppen können bis zum 31. August schriftlich Stellung nehmen. Auf Grundlage dieser Eingaben erstellt die APPG einen Bericht mit politischen Empfehlungen.
40 Prozent blockierte Transaktionen als Ausgangspunkt
Die Untersuchung folgt auf eine Umfrage des UK Cryptoasset Business Council von Anfang des Jahres. Zehn befragte Handelsplattformen gaben an, Banken hätten rund 40 Prozent ihrer Transaktionen zu Kryptoplattformen blockiert oder verzögert. Sieben von zehn Unternehmen erklärten zudem, die Beschränkungen hätten ihre Bereitschaft verringert, im Vereinigten Königreich zu investieren, Aktivitäten auszubauen oder zusätzliches Personal einzustellen.
Kryptounternehmen führen außerdem an, häufiger strengeren Prüfungen ausgesetzt zu sein als Firmen anderer Branchen. Aus Sicht der Branche hemmt das nicht nur einzelne Unternehmen, sondern die Entwicklung des gesamten britischen Kryptosektors.
Zeitpunkt fällt mit neuen FCA-Regeln zusammen
Der Zeitpunkt der Untersuchung ist kein Zufall. Am 30. September eröffnet die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) das Zulassungsverfahren für Unternehmen aus der Kryptobranche. Die Empfehlungen der APPG könnten damit Einfluss auf die politische Debatte über das Verhältnis zwischen Banken und Kryptofirmen nehmen, während das Vereinigte Königreich an einem neuen Regulierungsrahmen für den Sektor arbeitet.
Für die britische Regierung steht dabei mehr als reine Regulierung auf dem Spiel. Das Land positioniert sich als attraktiver Standort für Kryptounternehmen, und die Ergebnisse der Untersuchung könnten für künftige Investitionen und das weitere Wachstum der Branche maßgeblich sein.
Der Bericht der APPG soll die Erkenntnisse aus den schriftlichen Stellungnahmen und Empfehlungen an die britische Politik zusammenführen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich Einschränkungen bei Bankkonten, Zahlungen und Transaktionen auf Unternehmen, Verbraucher, Innovation und Wettbewerb auswirken.